Zeittafel: 20. Bezirk und Donauregulierung

Die Zeittafel bietet einen chronologischen Überblick über prägende Ereignisse und Entwicklungen im 20. Bezirk sowie über die Donauregulierung.

Gemälde von einem Schiff auf einem Fluss

Blick auf die unregulierte Donau

13. und 14. Jahrhundert

  • 1221: Das Wiener Stadt- und Stapelrecht begründet den Wohlstand Wiens. Es wurde 1515 aufgehoben.
  • 1376: Erster historisch belegter Versuch, die Donau anhand von Wasserpflügen zu regulieren; nicht wegen Hochwassergefahr, sondern wegen der Schifffahrt und der damit verbundenen Lebensmittelversorgung

15. und 16. Jahrhundert

  • 4. Juli 1439: König Albrecht II. erteilt das Recht zum Bau mehrerer Brücken, die die Donauhauptarme überspannen sollen.
  • 1455: Erneuter Versuch, die Donau zu regulieren; der Augsburger Wasserbaumeister Caspar Hertneid wird verpflichtet
  • 16. Jahrhundert: Donau fließt durch die damalige Brigittenau
  • 1501: Katastrophenhochwasser
  • 1539: Ferdinand I. erlässt ein Patent zur Reinhaltung der Donau von Baumstämmen, Geäst und anderen Schifffahrtshindernissen
  • 1590: Durchstich des "Wiener Arms" bei Nußdorf
  • 1598 bis 1600: Rudolf II. lässt den "Wiener Arm" (späterer Donaukanal) ausbauen und befestigen. Dadurch entsteht ein schiffbarer Flussarm.

17. und 18. Jahrhundert

  • 1618 bis 1648: 30-jähriger Krieg; Stillstand jeglicher Bauarbeiten an der Donau
  • 1645: Die Brigittakapelle wird von Kaiser Ferdinand III. gestiftet
  • 1651: Die Brigittakapelle wird unter Kaiser Leopold I. errichtet
  • 1663: Erste brauchbare topografische Darstellung sämtlicher Arme und Inseln der Wiener Flusslandschaft wird von dem Obrist Joseph Priami erstellt.
  • 1688 bis 1698: Bau der Taborbrücke; Entstehung einer Durchzugsstraße "Zwischen den Brücken" und Verlegung der Wolfsbrücke stromabwärts; Entstehung der Ortschaft "Zwischenbrücken"
  • 1696 bis 1703: 1.140 Meter langer Durchstich an der nördlichsten Taborau; Der "Neu-Canal" gibt dem Donaukanal von nun an seinen Namen; 1699 wird der Nußdorfer Arm durch einen Damm abgeschlossen.
  • 1714 bis 1726: Neuer Durchstich am Unterlauf des Donaukanals, der die Flussschlinge des Erdberger Mais abkürzt
  • 1775: Erstmaliges Stattfinden des Brigittakirtages
  • 1776 bis 1787: Befehl an Johann Sigismund Eutelhuber zu groß angelegten Maßnahmen der Donauregulierung. Bau eines Dammsystems (unter anderem Bau des Hubertusdammes) zum Schutz des offenen Marchfeldgeländes. Noch nicht ganz fertig gestellt, bricht der Hubertusdamm 1787 während einer Hochwasserkatastrophe (Allerheiligenhochwasser) an mehreren Stellen und wird nicht wieder aufgebaut.
  • 1782: Bau der Augartenbrücke und der Weißgerberbrücke (ab 1803 "Franzensbrücke")
  • 1797: An der Stelle der heutigen Rotundenbrücke lässt Fürst Rasumofsky einen schmalen Holzsteg errichten. 1824 entsteht an ihrer Stelle die erste Hängebrücke der Welt, die "Sophienbrücke".

19. Jahrhundert

Lithografie von Adolf Friedrich Kunike nach der Vorlage von Jakob Alt, Wien 1820 bis 1826: Stadt Wien

Stadt Wien Anfang des 19. Jahrhunderts

Lithografie von Adolf Friedrich Kunike nach der Vorlage von Jakob Alt, Wien 1820 bis 1826: Zwei Männer mit einer Kutsche voll Heu

Lobau Anfang des 19. Jahrhunderts


  • 1810: Vorschlag einer Regulierung der Donau von Hofbaudirektor Josef von Schemerl in Form eines neuen Flussbettes. Das Projekt wurde nicht realisiert.
  • 26. September 1814: Zusammenkunft der drei Alliierten bei der Taborbrücke
  • 1819: Neubau der ehemaligen Schlagbrücke über den Donaukanal; Umbenennung in "Ferdinandsbrücke"
  • 1828: Errichtung des "Karlskettensteg" an der Stelle der heutigen Salztorbrücke
  • 1829: Gründung der Ersten Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft
  • 1830: Zwei Eisstöße mit verheerenden Folgen geben den Anstoß alle bestehenden Dämme wieder zu sanieren.
  • 1832 bis 1834: Der Donaukanal erhält nach Plänen von Hermengild Francesconi einen 3.800 Meter langen Durchstich
  • 1838: Die seit 1837 bestehende Kaiser-Ferdinands-Nordbahn führt nun über die Donau zum Nordbahnhof am Praterstern.
  • 1848/49: Wiederaufbau der Franzensbrücke als dreizügige Kettenbrücke
  • 1850: Die Brigittenau und Zwischenbrücken werden an Wien angegliedert
  • 1859: Der Donaukanal erhält seine erste Eisenbahnbrücke
  • 1862: Katastrophenhochwasser; ein Großteil der Brigittenau und der Leopoldstadt wird überflutet. Die große Donauregulierung wird beschlossen.
  • 1863/64: Bau der Aspernbrücke
  • 1864: Die Donauregulierungskommission legt einen Zehn-Punkte-Plan vor.
  • 1871: Bau der Nordwestbahnbrücke und der Brigittabrücke (heutige Friedensbrücke)
  • 1873: Bau der Nordbahnbrücke
  • 1873: "Schwimmende Barriere" (Sperrschiff) reguliert bei Bedarf den Wasserzustrom in den Donaukanal; Schleifung von "Zwischenbrücken" und der Nepomuk-Kapelle wegen der Bauarbeiten an der Donauregulierung
  • 1873: Der "Brigittenauer Israelitische Tempelverein" wird gegründet.
  • 1874: Einweihung der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke (heute Floridsdorfer Brücke)
  • 1870 bis 1875: Große Wiener Donauregulierung durch die Architekten James Abernethy und Georg Sexauer; erster Spatenstich durch Kaiser Franz Josef I. am 14. Mai 1970; Wiederaufbau des Hubertusdammes (Fertigstellung am 14. April1875), Bau eines dahinter liegenden Überschwemmungsgebietes und eines neuen Flussbettes (Fertigstellung am 30. Mai 1875); Mit dessen Aushub werden die alten Gerinne zugeschüttet und wichtiges Bauland entsteht.
  • 1876: Eisstoß
  • 1880: Eisstoß
  • 1883 bis 1884: Bau der Kaiser-Franz-Josephs-Regierungsjubiläumsbrücke (heute Heiligenstädter Brücke) über den Donaukanal
  • 1893: Eisstoß
  • 1894: Neuerliche Regulierung der Donau; Eisstöße können dadurch verhindert werden, nicht jedoch Überschwemmungen
  • 1894 bis 1898: Otto Wagner baut statt dem Sperrschiff (1873) das Nußdorfer Wehr (Schemerlbrücke) und daneben eine Kammerschleuse für die Schifffahrt.
  • 1898: Die Synagoge in der Kluckygasse 11 wird nach den Plänen des Architekten Jakob Gartner errichtet.
  • 1899: Hochwasser
Gemälde von Soldaten

26. September 1814: Zusammenkunft der drei Alliierten bei der Taborbrücke

Menschen auf einer Brücke

Kaiser-Franz-Josephs-Brücke (heute Floridsdorfer Brücke), Einweihung 1874


20. Jahrhundert

  • 1902: Winterhafen wird eingeweiht
  • 1920: Hochwasser, höchster Stand seit 1899
  • 1922: Hochwasser, Stand wie zwei Jahre zuvor
  • 1924 bis 1926: Bau der neuen Friedensbrücke
  • 1927: Eispalast in der stillgelegten Nordwestbahnhalle
  • 1929: Eisstoß
  • 1938: Anschluss an Deutschland, Machtübernahme der Nationalsozialisten
  • 16. Juli 1944: Die ersten Bomben in der Brigittenau zerstören das Amtshaus am Brigittaplatz
  • 1952: Abtragung der zerstörten Nordwestbahnhofhalle
  • 1954: Beginn des Umbaus am Engelsplatz
  • 1963/64: Baubeginn der Gürtelbrücke
  • 1964: Eröffnung der Nordbrücke
  • 1969 bis 1988: Beschluss und Bau einer Entlastungsrinne (Neue Donau) mit drei Wehren, die den Wasserpegel regulieren können; Bau eines Abwasserkanals am linken Donauufer; Mit dem Aushub wird die Donauinsel aufgeschüttet.
  • 1999: Eröffnung und Inbetriebnahme des Millenium Towers mit der Millenium City
Schwarz-weiß-Aufnahme einer Brücke

Umbau der Floridsdorfer Brücke

Menschen auf einer zerstörten Brücke

Notsteg Floridsdorfer Brücke nach der Zerstörung 1945

Hütten und die Floridsdorferbrücke stehen im Hochwasser

Hochwasser 1945

Überschwemmpte Nordbahnbrücke

Hochwasser 1945 an der Nordbahnbrücke

Luftaufnahme des 20. Bezirks

Panoramablick auf die Brigittenau heute

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