Straßennamen in der Brigittenau und ihre Geschichte

Bäuerlegasse

Straßenschild der Bäuerlegasse von 2009

Die Gasse trägt ihren Namen seit 1885.

Die Bäuerlegasse wurde 1885 nach dem Schriftsteller Adolf Bäuerle benannt. Adolf Bäuerle (eigentlich Johann Andreas Bäuerle) ist am 9. April 1786 in Wien geboren und am 19. September 1859 in Basel gestorben. Er war ein österreichischer Schriftsteller, Hauptvertreter des Alt-Wiener Volkstheaters und Gründer der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung. In dem Stück "Die Bürger in Wien" (1813) schuf er die beliebte Figur des Staberl, der die bis dahin aktuellen Figuren des Hanswurst, Kasperl und Thaddädel ablöste und verdrängte. Er textete 1822 das bekannte Kinderlied "Kommt ein Vogerl geflogen".

Griegstraße

Die Straße wurde 1956 nach dem norwegischen Komponisten Edvard Grieg benannt. Edvard Grieg kam am 15. Juni 1843 in Bergen (Norwegen) zur Welt und starb dort am 4. September 1907. Grieg wurde im Jahre 1843 als viertes von fünf Kindern im westnorwegischen Bergen geboren. Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt er von der Mutter regelmäßigen Klavierunterricht. Mit neun Jahren begann er erste eigene Kompositionen zu entwerfen. Aus seiner Jugendzeit sind viele Klavierstücke erhalten.

Von 1858 bis 1862 studierte er Musik am Konservatorium Leipzig bei Carl Reinecke, Louis Plaidy, Ernst Ferdinand Wenzel und Ignaz Moscheles. 1862 kehrte er nach Bergen zurück. Später unternahm er Reisen durch ganz Europa als Pianist und Dirigent. 1896 und 1897 hielt er sich in Wien auf und gab Konzerte. Zu seinen Hauptwerken gehören Peer Gynt-Suiten, Norwegische Tänze, eine lyrische Suite, "Aus Holbergs Zeit", ein Violin- und ein Klavierkonzert, ein Streichquartett und zahlreiche Klavierwerke.

Karl-Czerny-Gasse

Die Karl-Czerny-Gasse wurde 1907 nach Carl Czerny benannt. Carl Czerny ist am 21. Februar 1791 in Wien geboren und am 15. Juli 1857 in Wien gestorben. Czerny wurde zunächst von seinem Vater, einem anerkannten Klaviervirtuosen, unterrichtet und war bereits mit zehn Jahren ein brillanter Pianist. Deshalb wurde er Schüler von Ludwig van Beethoven. Danach studierte er bei Muzio Clementi und Johann Nepomuk Hummel sowie Antonio Salieri weiter. Er trat allerdings relativ selten in Konzerten auf.

Er wurde ein berühmter Musikpädagoge, Komponist und Pianist und unterrichtete unter anderem Franz Liszt und Sigismund Thalberg. Er schrieb über 1.000 Kompositionen. Einige seiner Etüdensammlungen, etwa die "Schule der Geläufigkeit" und die "Schule der Fingerfertigkeit", werden bis heute im Unterricht verwendet. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 49).

Robert-Blum-Gasse

Gemälde von einem betenden Mann vor Soldaten

Die Ermordung von Robert Blum

Die Robert-Blum-Gasse wurde 1919 nach dem Freiheitskämpfer Robert Blum benannt. Robert Blum wurde am 10. November 1807 in Köln geboren. Er war politischer Schriftsteller und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Am 17. Oktober 1848 kam er mit seinen Begleitern nach Wien und beteiligte sich an den Kämpfen im Zuge der Revolution. Nach seiner Verhaftung wurde ein Militärverfahren gegen ihn eingeleitet, das mit einem Todesurteil für ihn endete. Am 9. November 1848 wurde er beim Jägerhaus in der Brigittenau erschossen. In der Nähe wurde die Robert-Blum-Gasse nach ihm benannt.

Angesichts dieses politischen Mordes war die deutsche Öffentlichkeit empört. Blum ging als Märtyrer in die Geschichte ein. Sein Tod markierte zugleich das Ende des konstitutionellen Abschnitts der Märzerhebung und war Ausdruck des Ausscheidens Österreich-Ungarns aus dem geplanten deutschen Nationalstaat.


Ein vergilbter Brief

Handschriftlicher Brief von Robert Blum

Straßenschild Robert-Blum-Gasse, 2009

Die Gasse trägt seit 1919 ihren Namen.


Wallensteinplatz und Wallensteinstraße

Der Wallensteinplatz, 1869 nach Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein benannt, hieß ursprünglich Untere Quergasse und Dammstraße, später Gärtnergasse. Die Wallensteinstraße wurde 1865 nach ihm benannt. Er kam am 24. September 1583 in Hermanitz an der Elbe bei Böhmen zur Welt. Am 25. Februar 1634 starb er in Eger.

Wallensteinplatz zur Jahrhundertwende mit Menschen und einem Pferdewagen

Wallensteinplatz anno dazumal

Wallensteinplatz unter strahlend blauem Himmel

Wallensteinplatz heute


Schwarz-Weiß-Aufnahme der Wallensteinstraße

Wallensteinstraße 1950

Wallensteinstraße unter strahlend blauem Himmel

Wallensteinstraße heute


Wallenstein, eigentlich Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (tschechisch: Vojtech Václav Eusebius z Valdštejna) war Herzog von Friedland und Mecklenburg, Fürst von Sagan und als Generalissimus zwischen 1625 und 1634 zweimal Oberbefehlshaber der kaiserlichen Streitkräfte im 30-jährigen Krieg. Er kämpfte auf Seiten des Kaisers und der Katholischen Liga gegen die protestantischen Mächte Deutschlands sowie gegen Dänemark und Schweden. Er fiel jedoch in Ungnade und wurde von kaisertreuen Offizieren ermordet.

Dach vom Apothekerhaus am Wallensteinplatz unter strahlend blauem Himmel, 2009

Dach vom Apothekerhaus am Wallensteinplatz

Straßenbahnen fahren über den Wallensteinplatz

Wallensteinplatz 1960


Gedenktafel für Joseph Roth (1894 bis 1939), 2009

Gedenktafel in der Wallensteinstraße

Schriftzug "Augarten-Hof" an einer Gebäudewand, 2009

Augarten-Hof in der Wallensteinstraße


Spielmanngasse

Die Spielmanngasse wurde 1968 nach Grillparzers "Der arme Spielmann" benannt. "Der arme Spielmann" ist eine 1848 erschienene Rahmennovelle Franz Grillparzers. Grillparzer beschäftigte sich seit 1831 mit dem Stoff, anfangs als Versuch eines autobiografischen Romans. Der Text wurde mehrfach überarbeitet und die Niederschrift immer wieder unterbrochen. Ende 1846 schickte ihn Grillparzer dem Verleger Gustav Heckenast, der ihn 1847 in "Iris - Deutscher Almanach für 1848" in Pest (Ungarn) erstmals veröffentlichte.

Buchcover "Der arme Spielmann" von Grillparzer

"Der arme Spielmann"

Schaukel, Kletterstange und Wippe im Grünen

Spielplatz in der Spielmanngasse

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