"Straße des Achten Mai" am Alsergrund

Am 8. Mai 2014 wurde anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung Österreichs von der NS-Herrschaft am Alsergrund die "Straße des Achten Mai" feierlich benannt.

Vier Männer und drei Frauen bei einem Festakt

Russlands Botschafter Sergej Netschajew, Frankreichs Botschafter Stéphane Gompertz, BVin Martina Malyar, GR Ernst Woller, die britische Botschafterin, Susan le Jeune d'Allegeershecque, ihre amerikanische Amtskollegin Alexa Wesner sowie BVin Stv. Thomas Liebich beim Festakt.

Mit einer Feierstunde im Sigmund-Freud-Park wurde am 8. Mai 2014 die Benennung der "Straße des Achten Mai" vor der Votivkirche begangen. Die Straße des 8. Mai ist die Verbindungsachse zwischen Hörlgasse und Reichsratsstraße. Sie verläuft zwischen Währinger Straße und Universitätsstraße und wird von der Votivkirche beziehungsweise dem Sigmund-Freud-Park flankiert.

Der 8. Mai 1945 wird weltweit als "V-Day" gefeiert, als jener Tag, an dem das Nazi-Regime vor den Truppen der Alliierten kapitulierte.

Zum Festakt am 69. Jahrestag hatte Bezirksvorsteherin Martina Malyar die Botschafterinnen der USA und Großbritanniens sowie die Botschafter Frankreichs und Russlands eingeladen. In Vertretung von Bürgermeister Michael Häupl, nahm Gemeinderat Ernst Woller an der Feierlichkeit teil.

Dank für die Befreiung Wiens

In ihrer Ansprache dankte Bezirksvorsteherin Martina Malyar den Alliierten für die Bekämpfung von Faschismus und Naziterror. Die Befreiung Wiens habe auch ihrer Großmutter das Leben gerettet, so Malyar in sehr persönlichen Dankesworten. Die Bezirksvorsteherin forderte in ihrer Rede, den 8. Mai zum staatlichen Feiertag zu erheben. Dafür erntete sie viel Applaus von den etwa hundert Festgästen.

Erinnerung und Mahnung

Auch die diplomatischen Vertreterinnen und Vertreter der Signatarmächte erinnerten in ihren Ansprachen an die Befreiung Österreichs von der Schreckensherrschaft der Nazis. Frankreichs Botschafter, Stéphane Gompertz, sprach von einem "Tag der Freude, der Erinnerung und der Freundschaft". Seine britische Amtskollegin, Susan le Jeune d'Allegeershecque, betonte, dass der 8. Mai als Feiertag "im kollektiven europäischen Gedächtnis" verankert sei. Russlands Botschafter Sergej Netschajew erinnerte daran, dass im Kampf um Wien 18.000 Soldaten der Roten Armee ihr Leben opferten und insgesamt "80.000 Russen als Soldaten, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene" in Österreich starben. Die amerikanische Botschafterin Alexa Wesner mahnte, "69 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit sich eine derartige Katastrophe niemals wieder ereignet".

Straßennamen als Spiegel der Geschichte

Straßenschild "Straße des Achten Mai" mit Zusatztafel

Eine Zusatztafel verweist auf die historische Bedeutung des 8. Mai 1945.

Gemeinderat Ernst Woller verwies in seiner Rede auf die Bedeutung der neubenannten Straße nach dem 8. Mai 1945 für die kollektive Erinnerung. Straßennamen würden nicht nur der geografischen Orientierung dienen, sondern seien auch ein Abbild der Geschichte Wiens.

Initiative von Alsergrunder BezirksrätInnen

Die Benennung der "Straße des Achten Mai" geht auf eine parteiübergreifende Initiative von Alsergrunder Bezirksrätinnen und Bezirksräten zurück. Die Straße in prominenter Lage setzt ein Zeichen der Erinnerung und an die Befreiung von der NS-Herrschaft. Neben BVin Martina Malyar, BVin Stv. Thomas Liebich und BVin Stv.in Momo Kreutz nahmen auch zahlreiche Bezirksrätinnen und Bezirksräte an der Feierstunde teil.

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