"Smarter Together"-Stadterneuerungsprojekt in Simmering

Video: Smarter Together Wien - gemeinsam g'scheiter

Wien erhielt in Kooperation mit München und Lyon den Zuschlag für das Projekt "Smarter Together - gemeinsam g'scheiter" - dem modernen, smarten Stadterneuerungsprojekt für Simmering. Damit erhält Wien über sieben Millionen Euro an EU-Förderungen aus dem Programm "Horizon 2020" für dieses smarte Konzept. Im Mittelpunkt stehen soziale und technische Innovationen für eine lebenswerte und umweltfreundliche Stadt der Zukunft.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Wien hat sich mit der 'Smart City Rahmenstrategie' ambitionierte Ziele gesetzt. Das betrifft sämtliche Lebensbereiche, beim Wohnen nicht nur den Neubau wie etwa in aspern Seestadt sondern vor allem den Bestand. Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, wie mit thermisch-energetischen Sanierungen von Wohnhausanlagen, aber auch durch nachhaltige Mobilität und dem Ausbau umweltfreundlicher und erneuerbarer Energie die Lebensqualität deutlich gesteigert werden soll."

Der Start von "Smarter Together gemeinsam g'scheiter" erfolgte im Februar 2016 mit einer Projektdauer von drei Jahren, der eine zweijährige Evaluierungsphase folgen soll.

Smarter Together - gemeinsam g'scheiter

Leuchtturmprojekt

Die Stadt Wien hat für dieses ambitionierte und zukunftsweisende EU-Projekt das Gebiet Simmering Nordwest ausgewählt. Es liegt zwischen zwei Stadtentwicklungsgebieten - dem Sonnwendviertel im Nordwesten und dem Gasometer-Vorfeld im Nordosten. Es umfasst den Simmeringer Zentralraum rund um den Enkplatz und den Geiselberg.

Durch die Projekte, die in Simmering Nordwest durchgeführt werden, können insgesamt sechs Millionen Kilowattstunden jährlich an Energie und 550 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. 900 Arbeitsplätze können gesichert und zum Teil neu geschaffen werden. Die Heizkostenersparnis für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnhausanlagen, die saniert werden, wird jährlich bis zu 400 Euro ausmachen.

Investitionen

Insgesamt werden mehr als 46 Millionen Euro in die smarte Aufwertung des Gebiets Simmering Nordwest investiert. Mehr als sieben Millionen Euro kommen von der EU. In dem Gebiet leben rund 21.000 Wienerinnen und Wiener.

Rund 1.300 Bewohnerinnen und Bewohner in den Wohnhausanlagen, die nach modernstem Standard saniert werden, profitieren durch eine verbesserte Wohnqualität und eine jährliche Heizkostenersparnis.

Auch für die Wiener Wirtschaft bringt das smarte Wiener Leuchtturmprojekt einen wichtigen Impuls: 900 Arbeitsplätze können gesichert und zum Teil neu geschaffen werden.

Smarte Sanierung

Rendering mehrerer Wohnhausanlagen

Im Zentrum der vom Projektteam erarbeiteten Lösungen stehen die smarten Sanierungen von drei Wohnhausanlagen: die des gemeinnützigen Bauträgers BWSG in der Hauffgasse 37-47 (485 Wohnungen) sowie die von zwei Gemeindebauten, in der Lorystraße 54-60 (95 Wohnungen) und der Herbortgasse 43 (52 Wohnungen). Die Sanierungen werden unter anderem thermisch-energetische Maßnahmen, den Einsatz von Photovoltaik, Solarthermie, besonders energiesparender Beleuchtungssysteme sowie eBikes samt Ladestationen umfassen.

Es wird eine Fläche in der Größe von 75.000 Quadratmetern saniert. Jährlich können damit sechs Millionen Kilowattstunden Energie eingespart werden. Das entspricht dem Energieverbrauch von rund 700 Haushalten. Sechs Millionen Kilowattstunden würden auch ausreichen, um mit einem Auto 1.500 Reisen um die Erde zu machen.

NMS Enkplatz

Darüber hinaus werden die Neuen Mittelschulen I und II am Enkplatz in Simmering mit einem Zubau erweitert und mit vier Null-Energie-Turnsälen ausgestattet. Sie werden künftig auch für Schulworkshops und von Vereinen genützt.

Die vier Turnsäle werden unterirdisch errichtet und schaffen damit eine großzügige Sportfreifläche mit rund 3.500 Quadratmetern für die 1.000 Schülerinnen und Schüler.

Der Zubau wird 13 Klassenräume, Fachräume, offene Pausen- und Arbeitsbereiche und eine neue Schulbibliothek beinhalten. Er wird barrierefrei zugänglich sein.

Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten für die vier neuen Turnsäle und den Zubau beginnen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Weitere Maßnahmen

Neben der Sanierung gibt es noch weitere Maßnahmen, die umgesetzt werden:

  • Verdichtung der Fernwärme - Steigerung der Anschlusswohnungen
  • Fernwärme - Integration von Solarthermie und Abwärme
  • Nahwärme - Integration von Solarthermie und lokale Speicher
  • eMobility im Werksverkehr der Siemens-Anlage im Gebiet und im Lieferverkehr der Post
  • Nachbarschafts-eCar-Sharing
  • "Urban Living Lab" - Information und Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner: Info-Point am Simmeringer Markt; Workshops in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerinnen und Partnern wie der VHS und GB*, Mobility-Points*

Zahlen, Daten und Fakten

  • 75.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche Sanierungsfläche
  • Sechs Millionen Kilowattstunden pro Jahr Energieeinsparungen (in allen sanierten Gebäuden)
  • Jährliche Ersparnis für die BewohnerInnen: bis zu 400 Euro pro Haushalt
  • Integration von rund neun Millionen Kilowattstunden erneuerbarer Energie pro Jahr (thermische und elektrische Energie)
  • 3.000 Haushalte werden mit Sonnenenergie versorgt.
  • Gesamteinsparung von rund 550 Tonnen Kohlenstoffdioxid

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