Nächste Wohnbau-Etappe in aspern Seestadt

In aspern Seestadt entsteht das neue Quartier "Am Seebogen" mit 1.120 Wohnungen, davon 860 gefördert. Auch rund 120 neue Gemeindewohnungen werden gebaut.

Video: Mediengespräch - Seestadt Aspern geht in die nächste Runde

aspern die Seestadt Wiens geht in seine nächste Ausbauphase, in der weiterer attraktiver und leistbarer Wohnraum entstehen wird. Dabei geht die Stadt erneut innovative Wege. Der Start für die Wettbewerbe zur Auswahl der besten Wohnprojekte erfolgte Ende 2016. Auch Baugruppen kommen zum Zug.

Die neuen Wohnungen werden nordöstlich des Sees, direkt an der U2 gebaut. Insgesamt sieben Bauplätze sind Gegenstand der zwei Wettbewerbsverfahren für geförderte Wohnungen sowie Baugruppen. Auf einem zusätzlichen achten Bauplatz errichtet die Wiener Gemeindewohnungs-Baugesellschaft WIGEBA rund 120 neue Gemeindewohnungen. Damit wird die Wiener Wohnbau-Tradition auch in der Seestadt fortgesetzt.


Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig vor einem Modell von aspern Seestadt

Bürgermeister Michael Häupl (r.) und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Der Anteil an besonders kostengünstigem Wohnraum, SMART-Wohnungen mit eingeschlossen, liegt damit bei fast 40 Prozent. Das ist europaweit einzigartig. Innovation im neuen Seestädter Quartier wird aber auch eine besonders enge Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten sein. So sind mindestens 20 Prozent der gesamten vermietbaren Nutzfläche eines Bauplatzes für Nicht-Wohnnutzungen vorgesehen. Dazu zählen etwa auch direkt an Wohnungen angrenzende und anmietbare Büroräume."

Einkaufs- und Bildungsmöglichkeiten sollen direkt in den Wohnhausanlagen geschaffen werden. Zudem sind soziale und kommunale Einrichtungen geplant. Eine Bücherei und ein Kindergarten sind bereits fixiert.

Auch die zweite Entwicklungsphase von aspern Seestadt folgt konsequent umweltfreundlichen Smart City-Kriterien. Das Quartier wird weitgehend autofrei sein, Pkw-Abstellplätze wird es nahezu nur in Sammelgaragen geben. Alternative Mobilität - etwa durch E-Bikes und Lastenfahrräder - wird großgeschrieben.

Innovationen für den sozialen Wohnbau der Zukunft

Baukran

Wien entwickelt im Rahmen des mehrjährigen Prozesses einer Internationalen Bauausstellung, der IBA_Wien, Innovationen für den heimischen und europaweiten sozialen Wohnbau der Zukunft. Der Fokus der IBA richtet sich daher auch auf die nächste Etappe von aspern Seestadt.

Ganz im Sinne des IBA_Wien-Leitthemas "Neue soziale Quartiere" steht bei aspern Seestadt II "Wohnen und Arbeiten" im Vordergrund. Innovativer Ansatz ist, dass der soziale Wohnbau Nutzungsmischungen mitentwickelt. Damit wird sichergestellt, dass Quartiere entstehen, die zukunftsfähig sind und das anbieten, was die Bevölkerung vor Ort braucht - denn nur eine gemischte Stadt ist eine "Stadt der kurzen Wege" und damit auch eine Smart City.

Die IBA_Wien arbeitet an der Schnittstelle zwischen Planung und Umsetzung. Im Fall des Quartiers "Am Seebogen" werden frühzeitig die Anforderungen von Nicht-Wohnnutzungen miteinfließen, um den angepeilten Mix von Beginn an zu verankern.

Eigene Bewerbungsverfahren

Für das Quartier "Am Seebogen" wurde für insgesamt sechs Bauplätze ein dialogorientierter Bauträgerwettbewerb ausgeschrieben. Zur Bearbeitung von einem der Bauplätze (G12A) wurden zwei WettbewerberInnen-Gemeinschaften eingeladen, deren Beiträge jeweils in einem vorangegangenen Bauträgerwettbewerb von der Jury hinsichtlich ihrer Qualitäten "ausdrücklich besonders gewürdigt" wurden. Für Bauplatz 7 (G12B) wird ein eigenes Bewerbungsverfahren für Baugruppen abgewickelt. Dort können insgesamt rund 90 geförderte Wohneinheiten errichtet werden. Im Hinblick auf eine soziale Durchmischung sind auf allen Bauplätzen auch freifinanzierte Wohnungen vorgesehen.

Bauplatz 8 (H4), auf dem die Gemeindewohnungen errichtet werden, ist nicht Gegenstand der beiden Wettbewerbsverfahren.

Schwerpunkte des künftigen Quartiers

Wohnen und Arbeiten

Im Sinne des IBA_Wien-Leitthemas "Wohnen & Arbeiten" ist im Quartier "Am Seebogen" eine Nutzungsmischung der vermietbaren Nutzfläche von 80 Prozent Wohnnutzung und 20 Prozent Nicht-Wohnnutzung umzusetzen. Wohnungsnahes Arbeiten soll durch entsprechend vielfältige Angebote erreicht werden. Bevorzugt werden von der Wohneinheit abgetrennte beziehungsweise abtrennbare Büros oder Geschäftsflächen, die einen separaten Zugang aufweisen.

Stadt der kurzen Wege

Das Motto "Stadt der kurzen Wege" wird für die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag gegenwärtig sein: der sechsgruppige Kindergarten (auf Bauplatz G13A), der künftige Bildungscampus (Bauplatz H3) und die Bücherei (auf Bauplatz G12A) sind zu Fuß sehr gut erreichbar. Zum Nahversorger (Bauplatz H6 - außerhalb des gegenständlichen Verfahrens, aber im Quartier) sind es ebenfalls nur einige Schritte.

Mehr Energieeffizienz durch Monitoring

Die Wohnprojekte werden als Niedrigenergiehäuser errichtet. Energieverbrauchsmonitoring hilft, den Verbrauch zu erfassen und zu steuern, Optimierungspotenziale aufzuspüren und allfällige Fehler rasch und zielgerichtet zu beseitigen. Dadurch trägt ein umfassendes Energieverbrauchsmonitoring maßgeblich zum optimalen Funktionieren von Anlagen und Gebäuden bei und führt zu einer Reduktion der laufenden Kosten.

Partizipation bei Freiraumgestaltung

Alle Bauträgerinnen und Bauträger sind dazu verpflichtet, zehn Prozent der für Planung und Herstellung des Freiraums bestimmten Mittel für einen partizipativen Planungsprozess in den ersten sechs bis zwölf Monaten nach Bezug der Wohnungen vorzusorgen. Die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner haben dadurch die Möglichkeit, sich an der Gestaltung ihrer Freiräume zu beteiligen.

Auch Straßenräume mit Aufenthaltsqualitäten (Kommunikationszonen) sind vorgesehen. Es handelt sich dabei um halbprivate, kommunikative Zonen zwischen öffentlichem Raum und Wohnnutzung. Diese Kommunikationszonen dienen als Treffpunkte und fördern das Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner.

Alternative Mobilität - "Seestadt Flotte"

Im öffentlichen Raum gibt es nur ein geringes Angebot an Parkplätzen. Geparkt wird in Sammelgaragen. Verleihstationen für Leihfahrräder, darunter auch Lastenfahrräder, sowie ein Carsharing-Betreiber sorgen in der Seestadt für umweltfreundliche Mobilität.

Baustein der Wiener Wohnbau-Offensive

aspern Seestadt II ist Teil der neuen Wiener Wohnbau-Offensive. Bis Mitte Juni 2017 werden alle Siegerprojekte feststehen. Geplanter Baubeginn ist im Herbst 2018. Die Fertigstellung des Quartiers "Am Seebogen" ist für Herbst 2020 geplant.

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