Publikation "Ausgewählte Funde vom Rennweg 44 in Wien"

Günther Dembski, Michaela Zavadil: Der Münzschatz vom Rennweg 44. Dénes Gabler: Zur frühen Terra Sigillata der Zivilsiedlung von Vindobona

Wiener Archäologische Studien (WAS) - Publikationsreihe der Stadtarchäologie Wien

Cover des WAS-Bandes 6 "Ausgewählte Funde vom Rennweg 44 in Wien"

Am Rennweg 44 wurde in den Jahren 1989 bis 1990 von der Stadtarchäologie Wien ein 1.870 Quadratmeter großes Baugelände archäologisch untersucht. Dieses Grundstück liegt mitten im 3. Wiener Gemeindebezirk. Hier dürfte sich vom ersten bis zum dritten nachchristlichen Jahrhundert die - mit dem Legionslager Vindobona in Zusammenhang stehende - römische Zivilsiedlung befunden haben.

Die Vorlage des Münzhortes und der frühen Terra Sigillata verweist im Wesentlichen schon auf die wichtigsten Punkte, denen sich auch die in Arbeit befindliche Gesamtauswertung widmen wird: Das ist einerseits die Lage der Fundstelle innerhalb des befestigten Areals der Zivilsiedlung und andererseits die Funktion der Bauten möglicherweise als Wohn- und Handwerksbereich.

Münzhort in der römischen Händlerniederlassung

Die aufgedeckten baulichen Überreste können vermutlich als Teil einer römischen Handwerker- und Händlerniederlassung angesprochen werden. Darauf verweist nicht zuletzt ein Hort von 1.268 römischen Münzen (1.261 Silber- und 7 Goldmünzen). Diesem ist der erste Abschnitt dieser Publikation gewidmet.

Die Untersuchung von Günther Dembski und Michaela Zavadil zeigt zwei Besonderheiten auf: Die eine ist die große zeitliche Streuung der im Fund vertretenen Münzen von 157 vor Christus bis 138 nach Christus. Der Hort umschließt somit 295 Jahre. Die andere Besonderheit ist der riesige Überhang von Münzen aus der Zeit der römischen Republik. Offensichtlich hatte sich hier ein Kaufmann ein beträchtliches Vermögen angespart.

Keramisches Fundmaterial

Der zweite Teil enthält die Vorlage ausgewählten keramischen Fundmaterials durch Dénes Gabler. Hier wird vor allem ein Überblick über Verbreitung und Zeitstellung italischer und südgallischer Terra Sigillata geboten. Die verhältnismäßig große Anzahl an Bruchstücken dieser Waren am Rennweg veranlasste den Autor auch zu Überlegungen bezüglich siedlungsgeschichtlicher Aussagen der frühen Keramik. So greift er erneut die Frage nach der Lokalisierung des Lagers der Ala I Flavia Augusta Britannica auf. Er zweifelt die Interpretation der im 3. Bezirk archäologisch nachgewiesenen Grabenanlage als Teil einer Befestigung für die Zivilstadt zumindest für die Frühzeit an.

Bibliografische Angaben

  • Autorinnen und Autoren: Günther Dembski, Michaela Zavadil, Dénes Gabler
  • WAS Band 6, Wien 2004. Kartoniert. 29,7 mal 21 Zentimeter
  • 164 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
  • Preis: 42 Euro
  • ISBN 3-901232-49-4

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