Ausstellung "Als Römer auf Kelten trafen"

Neueste Erkenntnisse zur Geschichte der Stadt von den Ausgrabungen am Rochusmarkt zeigt die Wechselpräsentation im Römermuseum vom 12. Mai 2016 bis 8. April 2018.

Drei Tongefäße

Spätkeltische Keramikgefäße vom Rochusmarkt

Grabungen am Rochusmarkt, die 2014/15 stattfanden, lieferten neueste Erkenntnisse zur Geschichte der Stadt. Mit einem frühneolithischen Langhaus konnte der bisher älteste Siedlungsplatz auf Wiener Boden nachgewiesen werden ("Linearbandkeramische Kultur": 5500 bis 5000 vor Christus). Im 1. Jahrhundert vor Christus entstand an derselben Stelle ein keltisches Handwerksareal. Dort wurden Münzrohlinge, Schmuckperlen aus Bernstein, Bronzeobjekte und Keramik hergestellt.

Dass in dieser Siedlung auch römische Artefakte gefunden wurden, darf als kleine Sensation bezeichnet werden: Erstmals wird das direkte Aufeinandertreffen von Römern und Kelten im Wiener Raum konkret fassbar. Mehrere Schreibgriffel und eine Siegelkapsel liefern darüber hinaus den Beleg für den ersten "Briefverkehr" nach Wien. Weitere Gegenstände aus den unterschiedlichsten Regionen Europas geben Raum für Interpretationen: Kamen solch exotische Waren durch Handel nach Wien? Oder waren kriegerische Anlässe, Versklavung oder diplomatische Beziehungen dafür verantwortlich?

Die archäologischen Untersuchungen am Rochusmarkt eröffnen auch ein Fenster ins späte Mittelalter: Erstmals konnte der mächtige Graben, der im 15. Jahrhundert als Teil der Vorstadtbefestigung das Areal durchschnitt, dokumentiert werden.

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