Neue Ausbildungsinitiativen für Gesundheits- und Pflegeberufe sowie EPU

Wirtschaft und Arbeitsmarkt leiden nach wie vor massiv an den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wien investiert 120 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung in Branchen mit Zukunft.

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen gibt es gleichzeitig Branchen, die wachsen und laufend neue Fachkräfte suchen. Das ist vor allem der Gesundheits- und Pflegebereich. Hier werden in Wien bis 2030 allein im ambulanten Bereich mehr als 9.000 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt.

Mit einer neuen Ausbildungsinitiative werden bis Ende 2023 4.100 Ausbildungsplätze für arbeitslose Wienerinnen und Wiener geschaffen, die sich umorientieren und einen gefragten Gesundheits- und Sozialberuf ergreifen wollen.

Ein neues Stipendienmodell in der Höhe von 400 Euro monatlich soll längere Ausbildungen, etwa zur Pflegefachassistenz oder das Diplom für Gesundheits- und Krankenpflege, auch für Arbeitslose, die finanziell nicht gut dastehen, leistbar machen.

Dafür wird das waff-Programm "Jobs plus Ausbildung" erweitert. Die Kosten tragen waff, AMS Wien und die jeweiligen Kooperationsbetriebe gemeinsam.

Bürgermeister Michael Ludwig und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (l.) und Bürgermeister Michael Ludwig (r.)

Bürgermeister Michael Ludwig: "Es ist ein Gebot der Stunde, arbeitslosen Wienerinnen und Wienern eine reale Chance zu geben, an Qualifizierungsprogrammen für zukunftssichere Jobs im Gesundheits- und Pflegebereich teilzunehmen. Dafür bauen wir das erfolgreiche waff-Programm 'Jobs plus Ausbildung' in diesem Kernbereich aus. Das große Plus dabei ist das Wiener Ausbildungsgeld".

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: "Für das Wiener Ausbildungsgeld nehmen wir zusätzlich 31,5 Millionen Euro in die Hand. Wir unterstützen einen Bereich, der gerade für die Daseinsvorsorge der Stadt Wien und damit für alle Wienerinnen und Wiener besonders wichtig ist."

Eckpunkte der neuen Initiative

  • 4.100 arbeitslose Wienerinnen und Wiener bekommen bis Ende 2023 die Chance auf eine Top-Ausbildung für Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe und damit die Aussicht auf einen zukunftssicheren Job.
  • Erstmals können auch Fachhochschulausbildungen absolviert werden (zum Beispiel diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, Hebammen).
  • Für Ausbildungen, die 12 Monate und länger dauern, gibt es zusätzlich zum gesetzlichen Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung das Wiener Ausbildungsgeld in der Höhe von 400 Euro monatlich.
  • Das Wiener Ausbildungsgeld kann nicht nur für Ausbildungen im Bereich Gesundheit und Pflege, sondern auch für Ausbildungen der Gemeinde Wien in der Elementarpädagogik/Kindergartenbetreuung in Anspruch genommen werden.

Ausbildungen werden angeboten für rund:

  • 1.760 PflegeassistentInnen (12 Monate)
  • 590 PflegefachassistentInnen (24 Monate)
  • 300 FachsozialbetreuerInnen (24 Monate)
  • 60 Medizinische FachassistentInnen (23 Monate)
  • 490 Bachelor-AbsolventInnen (Gesundheit und Krankenpflege, medizinisch-technische Dienste und Hebammen (36 Monate)
  • 270 AssistenzpädagogInnen (36 Monate)
  • 630 ElementarpädagogInnen Kolleg (12 Monate)

Arbeitsuchende, die sich für einen Gesundheits,- Pflege,- oder Sozialberuf interessieren, können sich entweder an das AMS wenden oder sich unter Jobs plus Ausbildung informieren.

Zusätzliche Infos sowie Einblicke in Ausbildungen und die verschiedenen Berufsbereiche gibt die waff-App "Kann ich Pflege?".

Wer sich genauer informieren will, kann dafür auch die Online-Sprechstunde des waff nutzen.

Weiterbildung für Ein-Personen-Unternehmen (EPU)

Ab April 2021startet der waff außerdem ein Weiterbildungsprogramm für EPU mit bis zu 2.000 Euro für die Stärkung unternehmerischer Kompetenzen. Rund 65.000 Wienerinnen und Wiener tragen als Ein-Personen-Unternehmen zur wirtschaftlichen Leistung der Stadt bei. Das neue Programm soll mithelfen, dass EPU gut durch die Krise kommen.

Konkret gefördert werden Weiterbildungen im kaufmännisch betriebswirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel Controlling, Buchhaltung, Kostenrechnung, sowie Sprachkurse und Qualifizierungen zum Erwerb oder zur Verbesserung von digitalen Kompetenzen. Die Förderung läuft von 1. April 2021 bis 31. Dezember 2022.

Voraussetzungen sind:

  • Betriebsstandort oder Hauptwohnsitz in Wien
  • aufrechte Gewerbeberechtigung
  • Pflichtversicherung nach GSVG
  • keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Förderantrag kann von 4 Monaten vor Kursbeginn bis 4 Wochen nach Kursbeginn gestellt werden. Es ist möglich, entweder mehrere Anträge bis zum Höchstbetrag von 2.000 Euro oder einen einzigen Antrag stellen. Die berufliche Aus- und Weiterbildung muss bei vom waff anerkannten Bildungsträgern stattfinden.

Unternehmen - waff

waff 2021: 87 Millionen Euro für bessere Jobchancen

Der waff setzt 2021 insgesamt auf einen Fachkräfteschwerpunkt, um die Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gut für die zukünftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu rüsten. Zudem werden Unternehmen beim Abdecken ihres Fachkräftebedarfs unterstützt.

Konkret profitieren 2021 von den Unterstützungsangeboten des waff:

  • 24.470 beschäftigte Wienerinnen und Wiener durch Information, Beratung und Geld für Weiterbildung (bis zu 5.000 Euro) sowie durch Hilfe beim Nachholen von Bildungsabschlüssen.
  • 3.799 arbeitslose Wienerinnen und Wiener im Rahmen des Programms Jobs plus Ausbildung, durch berufliche Neuorientierung im Rahmen der waff-Arbeitsstiftungen (im Falle von Personalabbaumaßnahmen oder Unternehmensinsolvenz) und durch die Joboffensive 50plus.
  • Über 5.000 Jugendliche erhalten im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie neue Ausbildungschancen für einen guten Start in den Beruf.

Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds

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