Wirtschaftspolitik mit Wien-Fokus

Am 15. März 2019 wurden Pläne für die künftige Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrategie der Stadt Wien präsentiert. Denn trotz Rekordbeschäftigung und einer Arbeitslosigkeit, die unter den Werten von 2015 liegt, will Wien seine Position als Wirtschaftsmotor Österreichs und im Wettbewerb mit den großen Metropolen der Welt ausbauen. Der Fokus der Politik liegt daher insbesondere auf Menschen und Betrieben, die in Wien gemeldet sind.

"Wirtschaftsstrategie 2030"

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke

Die Stadt erwirtschaftet ein jährliches Bruttoregionalprodukt von 92 Milliarden Euro, so viel wie die Staaten Slowenien und Kroatien zusammen. Sie investiert zudem alleine 2019 insgesamt 2,6 Milliarden Euro. Allein 77 Millionen Euro fließen in den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff), der Wienerinnen und Wiener bei der Aus- und Fortbildung unterstützt.

Die Erfolge: Seit 2016 gibt es in Wien 12.000 Arbeitslose weniger, dafür 49.000 neue Jobs mehr. Wien erreichte 2018 einen historischen Beschäftigungsrekord.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: "Wir sind Vorzeigemodell in Europa. Wir können glaubwürdig sagen, wie es richtig funktioniert."

Wiens Wirtschaftspolitik muss aber auch nachhaltig und zukunftsorientiert gestaltet werden. Deswegen wird die Stadt, ähnlich wie Amsterdam oder London, ein "Vienna Economic Council 2030" einberufen. Dieses Gremium, das mit Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus dem In- und Ausland besetzt wird, soll beispielsweise Wirtschaftsfelder definieren, auf die Wien in Zukunft setzen sollte.

Hanke wird in den kommenden 100 Tagen persönlich 100 Unternehmen besuchen. Das Feedback aus Gesprächen mit Belegschaft, Personalvertretung und Unternehmensleitungen wird in die Wirtschaftsstrategie einfließen.

Im Herbst 2019 soll sie fertig sein und im Gemeinderat beschlossen werden.

Wiener Qualitätsoffensive - Aufträge für Betriebe vor Ort

Wien ist hochspezialisierter Dienstleistungs- und Produktionsstandort, der mit Qualität punktet. Wien wird daher bei Auftragsvergaben den Fokus auf Sozial- und Umweltkriterien wie gute Löhne und kurze Transportwege legen. Werden diese Kriterien bei der Auftragsvergabe stärker berücksichtigt, können Wiener Betriebe dadurch profitieren. In einem 1. Schritt sollen bei den direkten Investitionen der Stadt Wien (2,6 Milliarden) Wiener Unternehmen, die diese Kriterien erfüllen, bevorzugt werden. Später sollen die Aufträge im Bereich der nachfragewirksamen Ausgaben (5,1 Milliarden) folgen.

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