Weniger Bürokratie entlastet kleine lokale Unternehmen

Entlasten, fördern, vereinfachen: Unter diesen 3 Gesichtspunkten durchforstet seit Jänner 2021 eine eigene durch die Wiener Fortschrittskoalition eingesetzte Arbeitsgruppe die Wiener Landesgesetze und Verordnungen auf ihr Verbesserungspotenzial. Ziel ist es, überholte Vorschriften und Abgaben auszuräumen und Verfahren zu vereinfachen. Nun liegen die 1. Ergebnisse vor.

Schon seit längerem müssen Betreiber von Gassenlokalen keine Abgaben mehr für Pflanztröge, Schaukästen oder unbeleuchtete Eigenwerbung vor den Geschäften zahlen. Nun setzt die Stadt den nächsten Schritt und schafft weitere Gebrauchsabgaben ab. Dazu zählen etwa Sonnenschutzeinrichtungen wie Markisen sowie Vordächer, Portale, Stufenanlagen oder Windfänge. In einem durchschnittlichen Geschäftslokal erspart man sich dadurch ab voraussichtlichem Inkrafttreten ab 1. Jänner 2023 etwa 800 Euro pro Jahr.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: "Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Nahversorgung ist. Die 'kleinen Geschäfte' am Eck leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur ausgezeichneten Lebensqualität in unserer Stadt und durch kurze Wege für den Klimaschutz. Die anhaltende Teuerungswelle mit hoher Inflation setzt auch den kleinen Unternehmen stark zu. Um sie gezielt zu unterstützen und zugleich unnötige Hürden aus dem Weg zu räumen, schnüren wir nun ein neues Wirtschaftsentlastungspaket."

"Geschäftsbelebung Jetzt!" gegen den Leerstand

Um den Leerstand von Geschäftslokalen zu reduzieren und damit neuen Schwung in die Grätzl zu bringen, rief die Stadt 2021 die "Geschäftsbelebung Jetzt!" ins Leben. Sie wurde nun bis Ende 2023 verlängert. Mit der Förderschiene wird gezielt die Wiederbelebung leerstehender Geschäftslokale unterstützt. Sie wird durch die Wirtschaftsagentur Wien abgewickelt.

Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt 25.000 Euro. Das ermöglicht den Unternehmer*innen beispielsweise den Einbau einer Heizung oder eine Erneuerung des Fußbodens. Das bisherige Erfordernis eines vorherigen Leerstandes von mindestens 1 Jahr wurde abgeschafft.

Die Bilanz bis dato ist beeindruckend: Bis Ende Mai 2022 haben 216 Unternehmen ihre Projekte eingereicht, 161 konnten mit insgesamt rund 3 Millionen Euro unterstützt werden. Die dadurch ausgelösten Investitionen belaufen sich auf mehr als 15 Millionen Euro. Die geförderten Unternehmen beschäftigen 667 Arbeitnehmer*innen, der bei den 161 Projekten zu erwartende Beschäftigungseffekt liegt bei 290 neuen Arbeitsplätzen beziehungsweise einem Beschäftigungszuwachs von 45 Prozent.

Ladenzeile Wiens wuchs um 1 Kilometer

Insgesamt wurden seit März 2021 Gassenlokale mit einer Gesamtfläche von rund 28.000 Quadratmeter wiederbelebt. Würde man alle geförderten Geschäfte aneinanderreihen, ergäbe das eine rund 1 Kilometer lange Ladenzeile.

Der Branchenmix ist vielfältig: Ganz oben auf der Liste stehen Gastronomielokale (58 Projekte), gefolgt von Dienstleistungen (53) und Einzelhandel (31). Auf Produktion und Verkauf entfallen 8 Projekte, der Rest verteilt sich auf Tourismus, Gesundheitswesen oder Vereine.

Ein Blick auf die räumliche Verteilung der geförderten Projekte zeigt, dass die Innenbezirke die Nase vorn haben: 94 der insgesamt 161 Geschäftslokale befinden sich in den Bezirken 1 bis 9. Das entspricht rund 58 Prozent. 54 Lokale (34 Prozent) entfallen auf die Bezirke 10 bis 20 und 13 Geschäftslokale (8 Prozent) auf die Bezirke 21 bis 23.

"Zahl's Wien" bald mit PayPal und GooglePay

Neben der Entlastung und gezielten Förderung setzt die Stadt auf die fortlaufende Entbürokratisierung und den Ausbau einer modernen Verwaltung. Bereits vor rund 15 Jahren hat Wien als eine der 1. Kommunen eine Online-Bezahlmöglichkeit geschaffen. Diese wird nun grundlegend überarbeitet und erweitert.

Voraussichtlich im September 2023 startet das umfassende, sichere und nutzer*innenfreundliche Bezahlservice "Zahl's Wien". Dieses bietet dann auch moderne Bezahlarten wie PayPal, GooglePay oder ApplePay.

Mit Mein Wien wurde bereits ein digitaler One-Stop-Shop als benutzerfreundliches Serviceportal umgesetzt. Dieses wird kontinuierlich für alle Amtswege, vom Antrag bis zur Bezahlung, erweitert. Zukünftig wird es dort auch ein digitales Kontoblatt geben, das auf einen Blick alle offenen und beglichenen Gebühren für alle Wiener*innen auflistet.

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