Vermieten von Wohnungen für touristische Zwecke

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Die eigene Wohnung über das Internet an Touristinnen und Touristen zu vermieten geht schnell und unkompliziert. Internationale Online-Plattformen machen es möglich. Allerdings müssen die geltenden rechtlichen Bestimmungen beachtet werden.

Die folgenden Informationen sollen einen ersten Überblick über die bestehenden Regelungen geben. Für die Einhaltung aller geltenden Bestimmungen bleiben die Vermietenden selbst verantwortlich. Es wird geraten, sich vorab im Detail zu informieren.

Neue Geschäftsmodelle der "Share Economy" wie die Privatwohnungsvermietung im Internet bringen Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Die Stadt Wien möchte auch in diesem Bereich Fairness im Wettbewerb und am Arbeitsmarkt sicherstellen. Deshalb wurde eine grundsätzliche Position der Stadt zur "Share Economy" erarbeitet.

Share Economy in Wien

Wohnung vermieten erlaubt?

Grundsätzlich können Wohnungen für touristische Zwecke vermietet werden. Allerdings können sich einige Einschränkungen aus dem Zivilrecht ergeben, beispielsweise:

  • Bei Mietwohnungen kann im Mietvertrag ein Untermietverbot oder Ähnliches verankert sein.
  • In Gemeindebauten ist eine Untervermietung oder sonstige Überlassung des Mietgegenstandes an Dritte im Rahmen des § 11 MRG nicht gestattet. Ebenso gilt ein generelles Untermietverbot für gemeinnützige Studienheimplätze. Ein Zuwiderhandeln kann zu einer Kündigung des Mietvertrages führen.
  • Eine Eigentumswohnung darf laut Oberstem Gerichtshof (OGH 5 Ob 59/14h) unter Umständen erst dann für touristische Zwecke vermietet werden, wenn die Einwilligung der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft vorliegt. Werfen Sie zudem einen Blick in den Wohnungseigentumsvertrag für das Objekt.

Private Mietwohnungen - Rechtsgrundlagen - HELP.gv.at

Steuern und Ortstaxe

Für Einnahmen aus der Beherbergung gilt das österreichische Steuerrecht. Diese Einnahmen können der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer unterliegen.

Touristinnen und Touristen, die in Wien gegen Entgelt beherbergt werden, müssen grundsätzlich die Ortstaxe entrichten. Die Inhaberinnen und Inhaber der Unterkunft haben diese Ortstaxe einzuheben und an den Magistrat abzuführen. Das gilt auch für Inhaberinnen und Inhaber privater Wohnungen, die über eine Internetplattform für touristische Zwecke vermittelt werden. Wer im Wiener Stadtgebiet für touristische Zwecke eine Wohnung vermietet, muss ein Ortstaxe-Konto einrichten. Ein entsprechender Antrag kann online gestellt werden. Die Ortstaxe selbst kann ebenfalls gleich online berechnet werden.

Online-Plattformen sind gemäß § 15 Abs. 2 Wiener Tourismusförderungsgesetz verpflichtet, bei ihnen registrierte touristische Privatunterkünfte in Wien dem Magistrat der Stadt Wien zu melden. Dies entbindet die Unterkunftgeberinnen und Unterkunftgeber keinesfalls von der Pflicht, die Ortstaxe ihrer Gäste abzuführen, sondern dient dem besseren Vollzug der bestehenden Regelungen.

Gewerbeberechtigung

Wenn Sie eine Wohnung für touristische Zwecke vermieten, kann es sein, dass Sie eine Gewerbeberechtigung brauchen. Dies hängt vom konkreten Fall ab.

  • Keine Gewerbeberechtigung ist notwendig, wenn es sich um eine "Privatzimmervermietung als häusliche Nebenbeschäftigung" handelt. Das heißt, dass:
    • nicht mehr als zehn Fremdenbetten vermietet werden.
    • die Arbeiten durch die gewöhnlich im Haushalt Wohnenden verrichtet werden.
    • es sich um eine vergleichsweise untergeordnete Erwerbstätigkeit handelt.
  • Eine Gewerbeberechtigung, aber kein Befähigungsnachweis, ist für ein freies Gastgewerbe, beispielweise eine "Frühstückspension", nötig. Diese Betriebsart umfasst:
    • die Beherbergung von Gästen mit weniger als zehn Fremdenbetten.
    • die Verabreichung des Frühstücks und von kleinen Imbissen sowie der Ausschank von näher bestimmten Getränken an die Gäste.
  • Bei mehr als zehn vermieteten Betten spricht man von einem reglementierten Gastgewerbe. In diesem Fall sind eine Gewerbeberechtigung und ein Befähigungsnachweis nötig.

Zimmervermietung aus gewerberechtlicher Sicht

Meldung statistischer Daten

Gewerbliche und private Beherbergungsbetriebe sind durch die bundesweite Tourismusstatistik-Verordnung 2002 verpflichtet, die Zahl ihrer Gäste und deren Übernachtungen monatlich an die Gemeinde zu übermitteln. Die Ankunfts- und Nächtigungszahlen sind nach dem Herkunftsland der Gäste aufzuschlüsseln. Die Daten fließen in die österreichweite Beherbergungsstatistik ein.

Zu dieser Datenmeldung sind explizit auch Personen verpflichtet, die privat eine Wohnung für touristische Zwecke vermieten. Die Daten können online übermittelt werden. Für Zugangsdaten zum Onlineportal wenden Sie sich bitte per E-Mail an tourismus-statistik@ma23.wien.gv.at.

Online-Plattformen sind gemäß § 15 Abs. 2 Wiener Tourismusförderungsgesetz verpflichtet, bei ihnen registrierte touristische Privatunterkünfte in Wien dem Magistrat der Stadt Wien zu melden. Dies entbindet die Unterkunftgeberinnen und Unterkunftgeber keinesfalls von der statistischen Meldepflicht, sondern dient dem besseren Vollzug der bestehenden Regelungen.

Monatliche Nächtigungsstatistik für Beherbergungsbetriebe - Meldung

Meldepflicht

Inhaberinnen und Inhaber von gewerblichen und privaten Beherbergungsbetrieben müssen zur Erfüllung der Meldepflicht ein Gästeverzeichnis führen. Jeder Gast ist - ohne Rücksicht auf die Aufenthaltsdauer - spätestens innerhalb von 24 Stunden nach seinem Eintreffen durch Eintragung in ein Gästeverzeichnis anzumelden und bei seiner Abreise entsprechend wieder abzumelden.

Bei einem längeren Aufenthalt ist der Gast außerdem bei der Meldebehörde anzumelden.
Meldeservice

Leitfaden

  • Vermietung von Wohnungen für touristische Zwecke: 502 KB PDF (deutsch)
  • Letting apartments to tourists: 583 KB PDF (englisch)
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