13 Millionen Euro schweres Lehrlingspaket

Junge Menschen sind am Arbeitsmarkt von der Corona-Krise oft stärker betroffen. Über 4.000 junge Wienerinnen und Wiener sind auf der Suche nach einer Lehrstelle. Daher hat die Stadt Wien bereits in der 1. Phase der Corona-Krise ein Corona-Ausbildungspaket in der Höhe von 17 Millionen Euro geschnürt. Damit konnte die Zahl der Lehrstellen in Wien sogar leicht erhöht werden.

2021 nimmt die Stadt Wien weitere 13 Millionen Euro in die Hand, um jungen Menschen eine gute Ausbildung und damit Jobchancen zu ermöglichen sowie Wiener Unternehmen zu helfen, ihre Fachkräfte für die Zukunft zu sichern.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Für mich ist der wichtigste Indikator für eine wirtschaftliche Erholung die Entwicklung am Arbeitsmarkt und ein wirklich signifikanter Rückgang der Arbeitslosigkeit. Wir müssen alles dafür tun, dass Menschen wieder in Beschäftigung kommen und dass niemand zurückbleibt. Zwei Gruppen erfordern unsere ganz besondere Aufmerksamkeit: die jungen Menschen, die eine gute Ausbildung für ihre berufliche Zukunft brauchen. Und die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ohne unsere Unterstützung Gefahr laufen, dauerhaft am Arbeitsmarkt ausgegrenzt zu werden."

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: "Die Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem arbeitslose Menschen, müssen alle Chancen bekommen, um beruflich wieder durchstarten zu können. Alleine heuer stellen wir 120 Millionen Euro für neue und bessere Jobchancen der Wienerinnen und Wiener bereit. Das wichtigste Fundament ist eine gute und gefragte Qualifikation. Wir unterstützen sie dabei in jedem Abschnitt des Arbeitslebens, vom Start in den Beruf, über Weiterbildung bis hin zu Umstieg in einen neuen Job. Vor allem junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung."

Maßnahmen im Detail

Nachhilfekurse und Zusatzqualifikationen für Lehrlinge

Das durch den Lockdown erzwungene Distance Learning hat bei vielen jungen Menschen in der Schul- oder Lehrausbildung zu teilweise gravierenden Lerndefiziten geführt. Diese Defizite sollen durch zusätzliche und kostenlose Lernangebote ausgeglichen werden.

Seit April 2021 gibt es ein neues Förderangebot des Bundes, das über die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern abgewickelt wird. Lehrlinge können pro Kalenderjahr bis zu 3 Kurse besuchen, um ihre Kompetenzen zu erweitern. Sie erhalten die Kosten bis zu einer Obergrenze von 500 Euro ersetzt. Übersteigen die Kurskosten diesen Betrag, musste der Lehrling die Kosten bisher selber tragen.

Die Stadt Wien wird über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) dieses Unterstützungsangebot erweitern: Die Fördersumme wird von 500 auf 1.000 Euro verdoppelt. Wenn im Einzelfall noch höhere Kosten anfallen und der Kurs für eine erfolgreiche Berufsausbildung besondere Bedeutung hat, können auch diese Kosten übernommen werden. Gleiches gilt, wenn ein Lehrling mehr als 3 Kurse besuchen möchte oder ein Kurs unter Umständen durch die Lehrlingsstelle nicht gefördert werden kann.

Zudem soll durch eine Kooperation mit den Wiener Berufsschulen allen Lehrlingen mit Lerndefiziten der Zugang zur Unterstützung erleichtert werden. Drehscheibe dafür wird der Kultur- und Sportverein an den Wiener Berufsschulen (K.U.S.) sein.

Bis zu 3.000 Euro Lehrausbildungsbonus für Betriebe

Mit dem Wiener Lehrausbildungsbonus sollen Lehrausbildungsbetriebe unterstützt werden, die von der Pandemie besonders negativ betroffen sind. Wenn diese Betriebe einen Wiener Lehrling im 1. Lehrjahr aufnehmen, erhalten sie über den waff den Wiener Lehrausbildungsbonus von 2.000 Euro. Dieselbe Summe erhalten Lehrausbildungsbetriebe, die einen Lehrling aus der überbetrieblichen Lehrausbildung übernehmen. Betroffene Kleinbetriebe mit bis zu 5 Beschäftigten, die Lehrlinge ausbilden, erhalten bis zu 3.000 Euro, wenn ein Wiener Lehrling im 1. Lehrjahr aufgenommen wird. Das ist ein Anreiz für Lehrausbildungsbetriebe neue Lehrlinge aufzunehmen und eine Chance für Lehrlinge auf eine fundierte Ausbildung.

Unterstützung für Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft

Eine der von der Corona-Krise am härtesten getroffenen Branchen ist die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Hier ist die Zahl der Lehrlinge um über 50 Prozent eingebrochen.

Wien wird deshalb die Lehrausbildungsbetriebe der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft besonders unterstützen: Wird ein neuer Wiener Lehrling aufgenommen, übernimmt die Stadt Wien über die bestehende Bundesförderung von 3 Monaten hinaus die gesamten Kosten für das Lehrlingseinkommen im 1. Lehrjahr. Die damit verbundene Entlastung soll die Unternehmen motivieren, auch in einer angespannten wirtschaftlichen Situation wieder neue Lehrlinge aufzunehmen.

Die Lehrausbildungsbetriebe müssen sich aber im Gegenzug dazu verpflichten, den Lehrling auch nach Ablauf des 1. Lehrjahres weiter auszubilden.

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