Lehrabschluss nachholen

Beschäftigte Wienerinnen und Wiener mit höchstens einem Pflichtschulabschluss können mit dem Chancen-Scheck den Lehrabschluss kostenlos nachholen. Weitere Angebote, wie das Wiener Anerkennungssystem und der Qualifikationspass, erleichtern den Weg zum Lehrabschluss zusätzlich.

Ein junger Mann mit Werkzeug an einer Werkbank

Chancen-Scheck

Gerade für Berufstätige ist es keine Selbstverständlichkeit, den Lehrabschluss nachzuholen. Mit dem Chancen-Scheck fördert der waff alle notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen zu 90 Prozent bis maximal 3.000 Euro. Alle, die die Prüfung bestehen, erhalten auch den 10-prozentigen Selbstbehalt zurück.


Außerordentlicher Lehrabschluss

Eine zusätzliche Möglichkeit, den Lehrabschluss nachzuholen, bietet das Wiener Anerkennungssystem:

Lehrabschlussprüfungen bestehen aus einem theoretischen und praktischen Teil. Der theoretische Teil der Prüfung kann entfallen, wenn ein spezieller Kurs erfolgreich absolviert wurde oder die zuständige Berufsschule feststellt, dass alle theoretischen Kenntnisse vorhanden sind.

Die Berufsschule bewertet und schätzt ein, welche theoretischen Kenntnisse im Lehrberuf beherrscht werden. Sie legt auch fest, ob beziehungsweise welches Know-how noch erworben werden muss. Wird das fehlende Wissen in speziellen Schulungsmaßnahmen erworben, sieht die Lehrlingsstelle in der Wirtschaftskammer von der theoretischen Lehrabschlussprüfung ab. Etwaige erforderliche Weiterbildungsmaßnahmen werden vom waff beziehungsweise dem AMS finanziert. Notwendig ist also nur noch das Ablegen der praktischen Lehrabschlussprüfung vor der Prüfungskommission.

Interessentinnen und Interessenten können sich beim AMS (wenn arbeitslos) oder beim waff (wenn in Beschäftigung) melden. Grundvoraussetzungen sind, dass man über 22 Jahre alt sein und zumindest eineinhalb Jahre im entsprechenden Beruf gearbeitet haben muss, aber keinen Lehrabschluss hat.

Qualifikationspass erleichtert Abschluss

Der Qualifikationspass Wien stellt eine lückenlose Qualifizierung bei einem Wechsel von Beschäftigung in Arbeitslosigkeit und umgekehrt sicher.

In dem von einer speziellen Datenbank gestützten Dokument wird erfasst, welche Kompetenzen die betreffende Person bereits mitbringt, was das konkrete Ausbildungsziel ist, welche Qualifizierungsschritte in diese Richtung schon gesetzt wurden und welche noch offen sind.

Der Qualifikationspass ist somit der Kompass für einen sicheren und guten Weg zu neuen beruflichen Perspektiven.

Gesamtstrategie für bessere Ausbildung

Die Hälfte aller Wiener Arbeitslosen hat höchstens einen Pflichtschulabschluss. Menschen mit abgeschlossener Lehre tragen nur ein Drittel des Risikos, arbeitslos zu werden. Deswegen unterstützt die Stadt Wien im Rahmen des Qualifikationsplans Wien die Wienerinnen und Wiener umfassend beim Nachholen dieses wichtigen Bildungsabschlusses.

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