Neues Finanzierungsinstrument für Ein-Personen-Unternehmen

Ein neues Finanzierungsinstrument soll Klein- und Mittelbetrieben über einen Online-Marktplatz den Zugang zu Finanzierung erleichtern.

Frau in Business-Kleidung telefoniert

Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sowie Klein- und Mittelbetriebe (KMU) haben laut einer Studie einen erschwerten Zugang zu Bankkrediten, vor allem wegen den nötigen Sicherheiten.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsagentur haben Social City Wien und die Erste Bank ein neues Finanzierungsinstrument entwickelt. Mit "imfino SME services" steht KMU sowie EPU in Österreich eine neue Dienstleistung zur Verfügung, die den Zugang zu kurzfristigen Zwischenfinanzierungen ermöglichen soll.

Im November 2017 startete das Service in die Testphase.

imfino SME Services

Finanzierung am Online-Marktplatz

Aufgrund von Regulierungen und fehlenden Besicherungsmöglichkeiten können KMU sowie EPU nicht mehr über sogenannte normale Kreditlinien laufen. "imfino" und die Erste Bank haben daher ein maßgeschneidertes Produkt entwickelt, das diesen Unternehmen über einen Online-Marktplatz dabei hilft, Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Über externe Partnerinnen und Partner werden die Firmendaten auf dem Marktplatz geprüft, um einen Finanzierungsrahmen festlegen zu können. Geldmittel können dann innerhalb des gewährten Rahmens individuell über ein Treuhandkonto abgerufen werden. Zukünftig ist auch ein Marktplatz zur Vertriebsunterstützung der Nutzerinnen und Nutzer angedacht.

Frauen-Anteil und Gender Pay Gap

In Wien gibt es etwa 47.600 Ein-Personen-Unternehmen (EPU), was etwa zwei Drittel aller Selbstständigen in der Stadt ausmacht.

Knapp 46 Prozent der Selbstständigen sind Frauen. Damit ist der Frauenanteil höher als jener der ArbeitgeberInnen-Betriebe in Wien (26 Prozent). Mehr als ein Drittel der EPU hat Migrationshintergrund. Bei EPU wird ebenso ein Gender Pay Gap schlagend: Während weibliche EPU über ein Netto-Medianeinkommen von 13.923 Euro im Jahr verfügen, sind es bei Männern 17.889 Euro jährlich.

Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner:

Wien ist die Stadt der kreativen Köpfe, die sich mit ihren Ideen in unserer Stadt verwirklichen können. Das ist oft mit Schwierigkeiten verbunden - nicht zuletzt aufgrund der Einkommenssituation. Weibliche EPU verdienen pro Monat rund 1.100 Euro. Initiativen, die EPU bei ihrer unternehmerischen Tätigkeit oder bei Finanzierungsfragen unterstützen, helfen vor allem auch Frauen in Wien. Neben Vereinfachungen, Erleichterungen bei der Verwaltung und dem maßgeschneiderten Unterstützungs- und Förderungsangebot der Wirtschaftsagentur, die wir von unserer Seite beitragen, freut es mich, dass sich die Social City Wien mit der Ersten Bank dieses Problems annehmen.

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