Bildungskonto für Alle - Gleiche Chancen bei beruflicher Weiterbildung

Die Stadt Wien stellt mehr als zehn Millionen Euro für Weiterbildung bereit. Am 21. August 2017 startet eine Informationsoffensive zum "Job-Gut-Haben".

Unterricht in einer Klasse

Aus- und Weiterbildung helfen den Arbeitsplatz abzusichern, im Beruf weiterzukommen, mehr zu verdienen und sind auch die Grundlage für einen besseren Job und mehr Zufriedenheit im Beruf. Das bestätigt eine vor kurzem präsentierte Studie des Forschungsinstitutes FORBA, die von der Arbeiterkammer und dem AMS Wien beauftragt wurde.

Die aktuelle Arbeitslosenquote zeigt deutlich: Je besser die Qualifikation, umso geringer ist das Risiko des Jobverlustes. Die Arbeitslosenquote beträgt bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss 37,9 Prozent, mit Lehrabschluss nur 14 Prozent und mit einer abgeschlossenen Berufsbildenden Mittleren Schule 6,6 Prozent.

Wien unterstützt daher über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) die Wienerinnen und Wiener gezielt für bessere berufliche Entwicklungschancen und investiert in ihrer Aus- und Weiterbildung.

Zehn Millionen Euro für Weiterbildung von 10.000 WienerInnen

Dazu Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner: "Mir ist es dabei ein besonders wichtiges Anliegen, dass alle die gleichen Chancen beim Zugang zu beruflicher Weiterbildung haben. Alle sollen die Möglichkeit bekommen, sich im Job zu verbessern. Weiterbildung darf nicht an finanziellen Hürden scheitern. Deswegen bieten wir über den waff eine österreichweit einzigartige Palette an Förderungen. Alleine heuer können fast 10.000 WienerInnen für ihr berufliches Weiterkommen von einer Förderung des waff profitieren. Dafür stellen wir insgesamt 10,7 Millionen Euro bereit."

Bildungskonto "Job-Gut-Haben“

Um den Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den Zugang zum Weiterbildungsgeld zu erleichtern, hat der waff mit dem 'Job-Gut-Haben', dem Bildungskonto für alle WienerInnen, ein zielgerichtetes Förderpaket geschnürt. In wenigen Tagen und damit rechtzeitig vor Beginn der Kurse im September startet dazu eine breite Informationsoffensive.

"Wir wollen jetzt verstärkt vor allem auch jene erreichen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit ihrer beruflichen Weiterbildung beschäftigt haben", unterstreicht Brauner.

300 bis 2.000 Euro für den Weg zum besseren Job

Mit dem Bildungskonto unterstützt der waff beschäftigte und arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener. Das Guthaben reicht von 300 bis 2.000 Euro. Die Höhe des persönlichen Job-Gut-Habens hängt von vorhandenen Qualifikationen, dem beruflichen Entwicklungswunsch, der Höhe des Einkommens und davon ab, ob jemand arbeitssuchend oder beschäftigt ist.

Informationsoffensive startet ab 21. August

Unter dem Slogan "Job-Gut-Haben" startet ab 21. August eine Informationsoffensive zum waff-Bildungskonto. Neben Werbung auf Citylights, Digiscreens und am Infoscreen werden Print- und Online-Inserate sowie gezielte Werbung auf den sozialen Netzwerken dafür sorgen, möglichst viele Wienerinnen und Wiener zu erreichen und beim Weiterkommen im Beruf zu unterstützen.

Förderungen für mehr als 7.500 WienerInnen in eineinhalb Jahren

Die Förderangebote des waff-Bildungskontos wurden bisher sehr gut angenommen: In den letzten eineinhalb Jahren profitierten insgesamt 7.547 Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der finanziellen Unterstützung des waff für ihre berufliche Weiterbildung. Konkret waren es 4.807 Frauen und 2.740 Männer.

Der überwiegende Teil, 71 Prozent (5.368 Personen), war zwischen 25 und 45 Jahre alt. Immerhin 14,6 Prozent (1.103 Personen) waren über 45 Jahre. Der Großteil der Weiterbildungen entfiel auf die auch in Zukunft am Arbeitsmarkt stark nachgefragten Bereiche Soziale Arbeit und Erwachsenenbildung, Büro und Rechnungswesen, Gesundheit und Medizin sowie Pädagogische Berufe.

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum dafür rund fünf Millionen Euro investiert. 2017 stehen im Rahmen der Förderschiene Bildungskonto fast vier Millionen Euro für die Weiterbildung von 5.590 Wienerinnen und Wiener zur Verfügung.

Unterstützung für WienerInnen mit höchstens Pflichtschulabschluss

Zusätzlich zum Bildungskonto für alle Wienerinnen und Wiener verhilft der waff im Rahmen des Qualifikationsplans Wien Personen mit maximal Pflichtschulabschluss auch mit entsprechenden Förderungen zu einer besseren Ausbildung.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung für das Nachholen des Lehrabschlusses oder für berufliche Weiterbildung. Den Lehrabschluss können beschäftigte Wienerinnen und Wiener, die höchstens die Pflichtschule absolviert haben, mit dem waff-Chancen-Scheck zur Gänze kostenlos nachholen.

Insgesamt hat der waff in den letzten eineinhalb Jahren 4.258 Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss mit dem Chancen-Scheck bei ihrer Aus- und Weiterbildung finanziell unterstützt. Heuer können davon 2.700 Personen profitieren.

"FRECH - Frauen ergreifen Chancen": Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt

Berufstätige Frauen, vor allem jene, die Teilzeit beziehungsweise in schlechten oder schlecht bezahlten Jobs arbeiten, bleiben oftmals bei der Weiterbildung auf der Strecke, nicht zuletzt aufgrund von Vereinbarkeitsproblemen zwischen Beruf und Privatleben. Die Konsequenz daraus sind fehlende berufliche Perspektiven mit allen negativen Folgeerscheinungen bis hin zur Altersarmut. Mit seinem speziellen Programm "FRECH - Frauen ergreifen Chancen" unterstützt daher der waff beschäftigte Wienerinnen dabei, neue Wege einzuschlagen, um sich beruflich zu verbessern. Seit kurzem gibt es auch ein Angebot für Frauen, die sich für die digitale Arbeitswelt gut rüsten wollen.

FRECH bietet neben möglicher finanzieller Unterstützung zur Weiterbildung auch professionelle Beratung sowie Workshops von Frauen für Frauen und Vorträge mit Expertinnen. Seit dem Start von FRECH vor 15 Jahren haben über 21.000 Wienerinnen das Angebot genutzt. 2017 können 750 beschäftigte Wienerinnen finanziell unterstützt werden. Insgesamt können heuer 1.425 Frauen vom Gesamtangebot profitieren. Dafür stehen insgesamt 2,52 Millionen Euro bereit. Der waff unterstützt außerdem Frauen und Männer beim Wiedereinstieg nach der Babypause oder Pflegekarenz. Ist eine Aus- oder Weiterbildung notwendig, gibt es auch hier finanzielle Unterstützung.

Brauner unterstützt AK-Forderung nach Qualifizierungsgeld

Mit 12,3 Prozent (-0,5 zum Vorjahr) ist die Arbeitslosenquote in Wien im Juli 2017 bereits zum neunten Mal in Folge gesunken. Wien verzeichnet auch einen neuen Beschäftigungsrekord mit 837.000 Beschäftigten. "Es gibt aber trotzdem viel zu tun, um diese Erholung zu begleiten. Wir müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt rüsten, damit sie auch in Zukunft am Arbeitsmarkt bestehen können. Die zunehmende Digitalisierung stellt hier eine zusätzliche Herausforderung dar", so Stadträtin Brauner. Im Hinblick auf die Leistbarkeit von beruflicher Weiterbildung unterstützt sie die Forderung von AK-Präsident Rudi Kaske nach einem neuen Qualifizierungsgeld als Existenzabsicherung für über einen längeren Zeitraum laufende Aus- und Weiterbildungen. "Das Qualifizierungsgeld kann hier neue Türen in eine bessere Jobzukunft öffnen", so Brauner.

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