Tombolaspiel, Glückshafen, Juxausspielung - Bewilligung

Allgemeine Informationen

Tombolaspiele, Glückshäfen und Juxausspielungen sind Lotterien ohne Erwerbsabsicht des Veranstalters. Beträgt das Spielkapital eines Veranstalters mehr als 4000 Euro pro Kalenderjahr ist eine Bewilligung von der Behörde (MA 36) erforderlich. Das Spielkapital errechnet sich aus der Anzahl der Lose multipliziert mit dem Lospreis.

Bei einer Tombola erhalten die SpielteilnehmerInnen eine Tombolakarte, auf der sich drei Reihen mit jeweils fünf Zahlen zwischen eins und 90 befinden. In den Spielbedingungen ist festgelegt, welche Zahlenkombinationen einen Gewinn bezeichnen (z. B. "Ambo" - zwei der gezogenen Gewinnzahlen in einer Reihe oder "Tombola" - alle 15 Zahlen der Tombolakarte). Die Gewinnzahlen werden in einer öffentlichen Ziehung ermittelt.

Bei einem Glückshafen entfallen nur auf einen Teil der Lose Gewinne. Die Spielteilnehmerin oder der Spielteilnehmer zieht selbst entweder Gewinnlose oder Nieten.

Eine Juxausspielung ist eine Verlosung, bei der alle Lose, die von der Spielteilnehmerin oder dem Spielteilnehmer selbst gezogen werden, gewinnen.

Datenschutz

Informationen zum Datenschutz und zu Ihren Rechten als betroffene Person finden Sie unter: Datenschutzrechtliche Information

Voraussetzungen

Spielkapital bis inklusive 4.000 Euro/Kalenderjahr:
Solange das Spielkapital eines Veranstalters pro Kalenderjahr unter 4.000 Euro nicht übersteigt, unterliegen der Glückshafen, die Juxausspielung oder die Tombola nicht dem Glücksspielgesetz. Eine Bewilligung bei der MA 36 ist somit nicht erforderlich. Es dürfen keine persönlichen Interessen oder gar Erwerbszwecke verfolgt werden.

Spielkapital von 4.001 Euro bis 15.000 Euro/Kalenderjahr:
Die Lotterie muss von einer juristischen Person veranstaltet werden. Juristische Personen sind z. B. Vereine, Ges.m.b.H.s oder Aktiengesellschaften. Der Sitz der Organisation muss in Österreich sein. Es dürfen keine Erwerbszwecke oder persönlichen Interessen verfolgt werden.

Spielkapital über 15.000 Euro/Kalenderjahr:
Die Lotterie muss von einer juristischen Person veranstaltet werden. Der ausschließliche Zweck der juristischen Person muss darin liegen, dem "allgemeinen Wohl" zu dienen. Dies muss z. B. in den Statuten stehen.

Das Spielkapital ergibt sich, wenn man den Lospreis mit der Anzahl sämtlicher aufgelegten Lose multipliziert. Der Gesamttrefferwert ist der Wert aller Preise, die man gewinnen kann (in Euro). Dieser Gesamttrefferwert muss mindestens ein Viertel des Spielkapitals betragen.

Fristen und Termine

Der Antrag muss spätestens vier Wochen vor der Veranstaltung eingereicht werden.

Die notarielle Bestätigung des Verwendungszweckes sowie die Einnahmen/Ausgaben-Abrechnung müssen spätestens vier Monate nach Abhaltung der Lotterie bei der Behörde einlangen.

Zuständige Stelle

Technische Gewerbeangelegenheiten, behördliche Elektro- und Gasangelegenheiten, Feuerpolizei und Veranstaltungswesen (MA 36)

Eventcenter
20., Dresdner Straße 75, 4. Stock, Zimmer 420
Telefon: +43 1 4000-36336
Fax: +43 1 4000-99-36336
E-Mail: event@ma36.wien.gv.at

Montag bis Mittwoch von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr. Am Karfreitag, am 24.12. und am 31.12. von 8 bis 12 Uhr; an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Erforderliche Unterlagen

Dem formlosen Antrag müssen folgende Unterlagen beigelegt werden:

  • Amtlicher Lichtbildausweis der anmeldenden Person(en)
  • Wenn eine bevollmächtigte Person die Anmeldung der Veranstaltung vornimmt: Vollmacht der Veranstalterin oder des Veranstalters
  • Nachweis, dass die Tätigkeit der Firma/des Vereines im Interesse des allgemeinen Wohls liegt wie z. B. Statuten
  • Auszug aus dem Firmenbuch bzw. Auszug aus dem Vereinsregister
  • Nachweis über die Sicherheitsleistung für den Gesamttrefferwert; Angaben über:
    • Spielkapital
    • Gesamttrefferwert
    • Verwendungszweck des Reinertrages

Kosten und Zahlung

  • 130,90 Euro Bundesgebühr
  • 6,54 Euro Verwaltungsabgabe

Es ist zu beachten, dass bei der Durchführung einer Lotterie weitere Kosten wie z. B. Notariatskosten, Spielabgabe an das Finanzamt bestelltes Aufsichtsorgan, sicherheitspolizeiliche Überwachung der Ziehung anfallen.

Rechnungen und Zahlungen
Ansprechpartnerin in Zahlungsfragen ist die MA 6 - Buchhaltungsabteilung 40.

Zusätzliche Informationen

Die Lotterie darf erst nach erfolgter Bewilligung öffentlich angekündigt werden.

Für den Vertrieb von Tombolakarten sind nur Inhaber einer Konzession gemäß §14 Glücksspielgesetz und dessen Vertragspartner, Tabaktrafiken sowie Kreditinstitute berechtigt. Auf Antrag des Veranstalters der Tombola kann im Bewilligungsbescheid auch zusätzlich eine andere Vertriebsart festgelegt werden (z. B. Verkauf im Rahmen der Veranstaltung)

Der Veranstalter muss bei Tombolaspielen für den Gesamttrefferwert eine Sicherheitsleistung erbringen. Bei Glückshäfen und Juxausspielungen ist diese nur für den Wert der nicht gespendeten Treffer notwendig. Der Nachweis der Sicherheitsleistung (z. B. Hinterlegung von Sparbüchern bei einer Notarin oder einem Notar) ist für die Bewilligung erforderlich.

Hinweis: Spätestens drei Monate nach der Veranstaltung muss eine öffentliche Notarin oder Notar die Einnahmen/Ausgaben-Abrechnung erstellen. Sie oder er muss schriftlich bestätigen, dass die Einnahmen dem karitativen Zweck entsprechend verwendet wurden und dass die Bestimmungen des Glücksspielgesetzes und des Bewilligungsbescheides eingehalten wurden. Beides muss an die Behörde (MA 36) geschickt werden.

Als Ausgaben können nur Kosten angeführt werden, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Verlosung stehen, zum Beispiel Steuern, die auf die Verlosung entfallen. Die Kosten für z. B. die Saalmiete oder für die Musik können nicht als Ausgaben berücksichtigt werden.

Rechtliche Grundlage: Glücksspielgesetz

Homepage: Technische Gewerbeangelegenheiten, behördliche Elektro- und Gasangelegenheiten, Feuerpolizei und Veranstaltungswesen

Verantwortlich für diese Seite:
Technische Gewerbeangelegenheiten (Magistratsabteilung 36)
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