Gefördertes Niedrigenergiehaus gewinnt Architekturpreis

Das Siegerprojekt beim Architekturpreis 2011 "Das beste Haus" ist ein Niedrigenergiehaus mit kontrollierter Wohnraumlüftung, das von der Abteilung Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser (MA 25) gefördert wurde.

Außenansichten des Siegerprojekts "Haus Mexiko"

Zusätzlich wurde eine Förderung für die Beheizung mittels Grundwasser-Wärmepumpe gewährt. Das Gebäude weist mit 17 kWh/m²a einen sehr geringen Heizwärmebedarf und mit einem n50 Wert von 0,461/h eine sehr hohe Luftdichtheit auf.

Das ein von der MA 25 gefördertes Objekt diesen Preis gewinnt ist ein gutes Zeichen dafür, das sich das Öko-Förderkonzept der Stadt Wien auf dem richtigen Weg befindet. Es werden attraktive Anreize für die Errichtung energieeffizienter und gleichzeitig architektonisch ansprechender Gebäude geschaffen. Geplant wurde das Haus mit 92 Quadratmeter Wohnfläche von pichler.architekt[en].


Statements der Jury

Begründung der Jury für das Siegerobjekt:

Die Bauherrin fand ihren Traum von Freiheit beim Surfen an der Alten Donau. Diesen verwirklichte sie nun doppelt, indem sie nicht nur sich selbst, sondern auch das Haus in einen Taucheranzug schlüpfen ließ. Zwei schmale und langgestreckte Parzellen in einer idyllischen Kleingartensiedlung an der Alten Donau sind Schauplatz für das eigenwillige und ebenso schmale wie langgestreckte Objekt, das sowohl durch seine schwarze Bekleidung aus Kautschukfolie als auch durch den Zaun aus rostigen Stahlplatten in der Nachbarschaft auffällt und so manchen Passanten zur Diskussion bewegt.

Marion Kuzmany, Jurorin Architekturzentrum Wien:

Wenn man vom "besten Haus" spricht, kann man an diesem, in vielerlei Hinsicht herausragenden Projekt wohl nicht vorbei. Völlig öffenbare, verglaste Seitenwände lassen Haus und Garten auf einzigartige Weise verschmelzen. Ökologisch perfekt durchdacht, bautechnisch optimiert, im Detail maßgeschneidert entwickelt und innovativ im Einsatz umweltfreundlicher, wiederverwertbarer Materialien bietet das Haus ein Höchstmaß an Wohnqualität innerhalb der geringen Baukosten.

Konstruktion

Innenräume des Siegerprojekts: große Scheiben, helle Holzflächen

Konstruktiv ist das Haus ein in Elementen vorgefertigter Holzmassivbau mit werkseitigen Sichtoberflächen. Durch das kreuzweise, vollflächige Verleimen der Holzbretter ist die Dampfbremse im Produkt integriert.

Der Wand- und Deckenaufbau ist extrem vereinfacht und besteht nur aus Folie, Steinwolldämmung und Massivholz. Alle Materialien des Hauses sind mechanisch befestigt, umweltverträglich und vollständig wiederverwertbar.


Architekturpreis "Das beste Haus"

Der Architekturpreis "Das beste Haus" wurde zum vierten Mal von der s Bausparkasse in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Architekturzentrum Wien und unter Mitarbeit der regionalen Architekturinstitutionen Österreichs vergeben.

Obwohl oder gerade weil das Einfamilienhaus eine verhältnismäßig kleine Bauaufgabe ist, bietet sie für junge Architektinnen und Architekten oft die erste Gelegenheit, einen Bau zu realisieren. Der Architekturpreis "Das beste Haus" hat zum Ziel, junge, engagierte Architektur zu fördern.

Prämiert werden herausragende Beispiele von Alltagsarchitektur: von der Neuinterpretation traditioneller Bauformen und Typologien, vom intelligenten Materialeinsatz, vom verantwortungsvollen Umgang mit der umgebenden Landschaft über optimierte Energiekonzepte bis hin zu sinnlichen und haptischen Qualitäten eines Baus. Gesucht sind Eigenheime, die einen positiven Beitrag zur Steigerung der Bau- und Wohnkultur leisten.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser (Magistratsabteilung 25)
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