Naschmarkt - Geschichte der Wiener Märkte

Schwarz-Weiß-Foto: Naschmarkt um 1910, Luftansicht

Der Naschmarkt im Bereich des Karlsplatzes (um 1910)

Im Jahr 1905 erhielt der vormalige Kärntnertormarkt einen offiziellen Namen, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Tatsache ist, dass er von der Bevölkerung zuerst mit "Aschenmarkt" und schon ab zirka 1820 als "Naschmarkt" bezeichnet worden war.


Aschenmarkt

Für die Bezeichnung "Aschenmarkt" gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten: Sein Vorläufer war ein auf der Freyung in der Stadt eingerichteter Obst- und Gemüsemarkt, der wegen anhaltender Auseinandersetzungen zwischen dem Magistrat und dem Schottenkloster 1780 vor das fürstlich Starhembergische Freyhaus, dem heutigen Bereich Wiedner Hauptstraße-Resselgasse-Operngasse, verlegt worden war. Hier hatte sich bereits an der Stelle einer früheren städtischen Aschen- und Mistablagerungsstätte ein kleiner Milchmarkt etabliert. Vermutlich deshalb bezeichneten die Wienerinnen und Wiener ihren neuen Markt als Aschenmarkt. "Asch" war auch eine gängige Bezeichnung für den aus Eschenholz gefertigten Milcheimer.

Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts begann sich die Bezeichnung "Naschmarkt" durchzusetzen, möglicherweise eine Verballhornung der alten Bezeichnung im Hinblick auf hier erhältliche Leckereien, denen der Hauch ferner Länder anhaftete.

Ausdehnung über die Wien

Schwarz-Weiß-Foto: Naschmarkt um 1910

Der Naschmarkt im Bereich Wiental

Nach erfolgter Wienflussregulierung und -überbauung begann sich der Markt von der ursprünglichen Fläche, dem heutigen Bereich Karlsplatz zwischen Operngasse/Linke Wienzeile und Wiedner Hauptstraße, auf den eingedeckten Bereich über der Wien auszudehnen. Die geplante Errichtung eines Prachtboulevards bis nach Schönbrunn hätte allerdings seine Absiedlung erfordert.


Schwarz-Weiß-Foto: Naschmarkt um 1933

Der Naschmarkt wird geprägt von einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Die Diskussion um einen neuen Standort des Marktes wurde durch den Beginn des Ersten Weltkrieges beendet. Bereits während des Krieges wurden nach Plänen des Wiener Stadtbauamtes neue Standbauten errichtet. Sie gaben dem Markt das einheitliche Erscheinungsbild, das ihn heute noch prägt. 1919 wurde der innere - ursprüngliche - Teil des Marktes aufgelassen. Der Naschmarkt war damit auf den heutigen Standort entlang der Wienzeile beschränkt.

Ab 1916 wurde am stadtauswärtigen Ende des Marktes provisorisch ein Obst-, Gemüse- und Blumengroßmarkt eingerichtet.


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