Markt auf der Freyung - Geschichte der Wiener Märkte
Im Spätmittelalter war auf der Freyung in der Nähe des Schottenklosters einmal wöchentlich ein Pferdemarkt abgehalten worden. Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts entstand hier ein Viktualienmarkt für Obst, Gemüse und Kräuter.
Entfernung der Marktstände
Die Benediktiner des Schottenstiftes empfanden das schrille Markttreiben vor ihrem Haus störend und wirkten auf eine Entfernung der Marktstände hin. 1780 wurden schließlich die Obst- und Gemüseverkäuferinnen auf den Platz beim Freihaus auf der Wieden (heutiger Bereich Wiedner Hauptstraße-Resselgasse-Operngasse) transferiert. Dort begann sich der Vorläufer des Naschmarktes zu etablieren. Eine Renovierung der Fassade der Schottenkirche im Jahr 1822 wurde zum Anlass genommen, die verbliebenen Stände der "Dürrkräutlerinnen" und der Korbflechter abzusiedeln.
Markt für Grünprodukte
Damit war aber nicht das Ende der Freyung als Marktplatz gekommen. Einige Jahrzehnte später etablierte sich hier ein Markt für hochwertige Grünprodukte. In einem Bericht aus dem Jahr 1871 finden dutzende Verkäuferinnen Erwähnung, die die köstliche Gemüsesorten, Spargel, schöne Trauben, schmackhafte Pfirsiche und anderes Obst um teures Geld feilboten. In den letzten Friedensjahren der Monarchie wurde ein täglicher Viktualienmarkt im Bereich zwischen Tiefer Graben und Renngasse sowie um den Austriabrunnen abgehalten. In der Ersten Republik wurde der Markt an die andere Platzseite vor das ehemalige Gebäude der Ungarischen Nationalbank (Palais Ferstel) und das Palais Harrach verlegt. Im Sinne einer Stadtbildverschönerung wurde er 1925 mit neuen einheitlichen Marktständen ausgestattet. Seit dem Jahr 1990 dient die Freyung wieder mehrmals wöchentlich als Marktplatz für Lebensmittel.
Weiterführende Informationen
- Märkte im 6. Bezirk - Naschmarkt
- Märkte im 1. Bezirk - Temporärer Markt Freyung
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