Die Geschichte des Wiener Christkindlmarkts

Die Vermutung, Vorläufer des Wiener Christkindlmarktes wären bereits vor mehr als 600 Jahren abgehalten worden, trifft nicht zu. Im Jahr 1382, auf das sich diese Annahmen beziehen, erneuerte Herzog Albrecht III lediglich das Marktrecht der Stadt Wien. Dieses erlaubte unter anderem das Abhalten von Jahrmärkten, welche 14 Tage vor und nach Christi Himmelfahrt sowie 14 Tage vor und nach St. Kathrein (25. November), stattfanden. Diese Märkte standen allerdings nicht mit dem Weihnachtsfest im Zusammenhang.

Im mittelalterlichen Wien gab es keine Weihnachtsmärkte. Die städtischen Abrechnungen aus dieser Zeit weisen keine Einnahmen und Ausgaben in einem solchen Zusammenhang aus. Die Rechnungen aus dem 17. Jahrhundert sind nur lückenhaft vorhanden.

Für das erste Auftreten von Weihnachtsmärkten kann daher kein gesichertes Datum angegeben werden. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1600 zeigen, dass Hütten am Graben und auf der Brandstätte, also vor Sankt Stephan, am 9. Jänner abgebaut und am 16. und 17. Dezember wieder aufgestellt wurden. Dieser Markt führte den Namen "Thomasmarkt". In diesen Verkaufsständen boten Peckn, Lebzelter und Zuggerpacher ihre Waren an. Diese Stände fanden sich um die Weihnachtszeit im Bereich Graben - Stephansplatz bis ins Jahr 1761. Dann wurde dieser Markt aufgelassen.

Erste Erwähnung 1722

Bereits 1722 fand ein auf der Freyung abgehaltener "Nikolo-, Weihnachts- und Krippenmarkt" Erwähnung. Da es dort gleichzeitig einen regulären Markt gab, führten Konflikte zwischen den Standinhabern des einen und des anderen Marktes im Jahr 1842 zur probeweisen Verlegung des Nikolai- und Weihnachtsmarkts auf den Platz Am Hof. Diese Verlegung wurde 1843 definitiv, jeweils am 5. Dezember wurden die 132 Krippenmarktstände aufgebaut und blieben bis Neujahr stehen.

Ende der Jahrmärkte

Schwarz-Weiß-Foto vom Christkindlmarkt im Winter bei Schnee 1917

Der Christkindlmarkt am Hof (1917)

1872 wurden die alten Wiener Jahrmärkte durch einen Beschluss des Gemeinderats aufgelassen, da sie ihren ursprünglichen Sinn in der modernen Großstadt verloren hatten. Die Ausnahme bildete der Christkindlmarkt. 1903 wurden die 128 Standbauten erneuert und erhielten erstmals elektrische Beleuchtung.


Erster und Zweiter Weltkrieg

Eine schwere Zeit für die nun regelmäßig "Christkindlmarkt" genannte Veranstaltung begann mit dem Ersten Weltkrieg. 1923 wurde sie wieder auf der Freyung abgehalten, 1924 bis 1928 in bescheidenem Ausmaß vor dem Stephansdom. Ab 1929 auf den Neubaugürtel - oberhalb des Hesserdenkmals - verlegt, kehrte der Christkindlmarkt 1938 auf den Platz Am Hof zurück. In der Weihnachtszeit 1943 war noch einmal der Stephansplatz sein Standort. Danach verhinderte der immer näher an die Stadt heran rückende und über sie hinweg ziehende Krieg seine Abhaltung. Zu Weihnachten 1946 wurde ein Neubeginn auf dem Platz vor dem Messepalast versucht.

Letzter Standort Rathausplatz

Schwarz-Weiß-Foto: Eingang zum Christkindlmarkt mit Besuchern und Hütten 1950

Der Christkindlmarkt am Neubaugürtel (1950)

1949 übersiedelte der Christkindlmarkt zurück auf den Neubaugürtel, wo er bis 1957 verblieb. Danach wieder vor dem Messepalast abgehalten, scheiterte im Jahr 1963 ein Versuch, den Christkindlmarkt als Pendant zum Fastenmarkt in der Kalvarienberggasse im 17. Bezirk zu etablieren. 1975 musste wegen des Baues der Tiefgarage vor dem Messepalast ein Ausweichquartier gefunden werden. Zunächst vorübergehend am Rathausplatz eingerichtet, schuf bald die Kombination von Weihnachtsmarkt und "Wiener Adventzauber" im beiderseits angrenzenden Rathauspark eine so stimmungsvolle Atmosphäre, dass dieser Standort für den Christkindlmarkt auf Jahre hinaus sicher scheint.

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