II. Wiener Hochquellenleitung - Geschichte der Wasserversorgung

Grafische Darstellung der Wege der Hochquellenleitungen

Der Weg der Hochquellenleitungen nach Wien

Die Eingemeindung der Vororte (1890/92) führte trotz des Ausbaus der I. Hochquellenleitung zu Versorgungsschwierigkeiten mit Trinkwasser. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde 1900 der Grundstein für die II. Wiener Hochquellenleitung gelegt. Sie wurde unter Bürgermeister Karl Lueger mit dem finanziellen Aufwand von 100 Millionen Kronen errichtet. Die Finanzierung des Baus erfolgte mittels Anleihen.


Vom Hochschwab nach Wien in 36 Stunden

10.000 Arbeiter waren mit dem Bau der über 180 Kilometer langen Wasserleitung von den Quellwässern aus dem steirischen Salzatal im Hochschwabgebiet bis nach Wien beschäftigt. Über 100 Aquädukte und 19 Düker (auf dem Gesetz der kommunizierenden Gefäße basierende Rohrsiphone) mit Längen bis zu 2,5 Kilometern mussten zur Über- beziehungsweise Unterquerung von Flüssen und Tälern errichtet werden. Die Fließzeit des Wassers beträgt etwa 36 Stunden.

Eröffnung 1910

Am 2. Dezember 1910 wurde die II. Wiener Hochquellenleitung durch Kaiser Franz Joseph I. im Festsaal des Wiener Rathauses eröffnet. Aus diesem Anlass wurden die beiden Springbrunnen im Rathauspark erstmals mit Hochquellenwasser betrieben. Der Bau dieser Wasserleitung hatte nicht zuletzt einen segensreichen Einfluss auf die Volksgesundheit. Mit der gesicherten Frischwasserversorgung konnten in allen Bezirken Wiens Brause- und Volksfreibäder errichtet werden. 1973 wurde zum Schutz der Quellen ein wasserrechtliches Schon- und Widmungsgebiet bestimmt.

Aquädukte der II. Wiener Hochquellenleitung

Mit 100 Millionen Kronen war der Bau der II. Wiener Hochquellenwasserleitung eines der größten Projekte der ausgehenden Monarchie. 100 Aquädukte wurden errichtet.

Ein Aquädukt

Der Begriff Aquädukt wurde ursprünglich für die gesamte Wasserleitung verwendet. Er hat sich dann allerdings für Brücken eingebürgert, die in altrömischer Art hergestellt wurden. Diese lösen die Problematik der Überwindung von Tälern, die quer zur Leitungsrichtung verlaufen. Aus der Sicht der Statik spricht man von Gewölbetragwerken, die je nach Talbreite aus einer Zahl von Bogenfeldern zusammengesetzt sind. Dabei wurden stets Halbkreisgewölbe angestrebt, die auf Mittelpfeilern angeordnet sind. In schluchtartigen Tälern findet man flache Einfeldbögen, in flachen Flusstälern hingegen Zweifeldbrücken.


Aquädukt der Winer Hochquellenleitung im Winter

Aufgrund der sichtbaren Nachteile der Ziegelbauweise bei der I. Wiener Hochquellenwasserleitung verwendete man bei der II. Hochquellenwasserleitung örtliches Steinmaterial auf Betonfundamenten.


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