West-Nil-Fieber - Tierkrankheiten

Vorkommen und Verbreitung

Das West-Nil-Fieber ist eine viral bedingte und akut verlaufende Erkrankung. Sie tritt bei Menschen, Vögeln und Säugetieren (Büffeln, Ziegen, Rindern, Schafen, Pferden und Kamelen) auf.

Verbreitung

Die Krankheit wurde bis 1999 ausschließlich auf dem europäischen, afrikanischen und asiatischen Kontinent festgestellt. 1997 trat in Rumänien ein massiver Ausbruch bei Pferden auf. 1999 ist das Virus erstmals an der Ostküste der USA, in der Region zwischen New York und Boston bei Pferden, Menschen und Zugvögeln aufgetreten. Nach Ausbrüchen in den 1960er-Jahren, bei denen es auch zu Erkrankungen bei Menschen kam, wurden im Sommer 2000 neuerlich in Frankreich Erkrankungsfälle bei Pferden diagnostiziert. 2002 wurde in Kanada (Ontario, Manitoba, Québec) das Virus aus Wildvögeln (Krähen) isoliert.

Übertragung

Der natürliche Wirt für das Virus sind Vögel (Zugvögel, Gänse). Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (vor allem Culex-Arten) oder durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (besonders Vögel). Auch Zecken können als Vektoren der Krankheit dienen.

Erreger

Der Erreger der Krankheit ist ein Virus der Familie Flaviviridae. Es wurde erstmals 1937 im West Nile District in Uganda aus einem Menschen isoliert.

Krankheitsbild

Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen können folgende Symptome auftreten:

Beim Tier

  • Pferd: Gehirn- und Rückenmarksentzündung
  • Vogel: meist wenige oder keine klinischen Symptome; Eventuell wird eine Gehirnentzündung mit den entsprechenden Begleitsymptomen (wie Muskelschmerzen, Fieber, Schwindel, Lähmungen) diagnostiziert.
  • Hund: Dieser zeigt in der Regel keine Symptome.

Beim Menschen

  • Grippeähnliche Erkrankung mit hohem Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Eventuell Beeinträchtigung des Atmungsapparates
  • Zentralnervale Symptome (Lähmungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen)
  • Die Sterblichkeitsrate liegt bei zehn Prozent.

Anzeigepflicht

Das West-Nile-Fieber ist nach dem Tierseuchengesetz anzeigepflichtig. Anzeigen sind an die Abteilung Veterinärdienste und Tierschutz (MA 60) zu richten.

Diagnose

Klinisch kann bei zentralnervalen Symptomen nur ein Verdacht geäußert werden. Gesichert wird die Diagnose durch die Untersuchung von Geweben (Milz, Lunge, Lymphknoten) und Blut im Labor.

Therapie

Es gibt keine Therapiemöglichkeiten.

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Veterinärdienste und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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