Toxoplasmose - Tierkrankheit
Vorkommen und Verbreitung
Die Toxoplasmose ist eine bei Haustieren (Hund, Katze, Schwein, Pferd, Wiederkäuer) auftretende, durch Parasiten verursachte Krankheit, die auch auf den Menschen übertragbar ist. Infektionen wurden weltweit nachgewiesen.
Übertragung
Erreger der Krankheit ist Toxoplasma gondii, ein einzelliger Organismus, für den die Katze den Hauptwirt darstellt. Für den Erreger existieren zwei Fortpflanzungszyklen, ein ungeschlechtlicher und ein - ausschließlich im Darm der Katze (und anderen Feliden) ablaufender - geschlechtlicher, der zur Ausscheidung von Oozysten führt. Diese können von zahlreichen Tierarten und auch vom Menschen aufgenommen werden, in denen sich eine meist latente Infektion mit der Bildung von Toxoplasma-Zysten entwickelt.
Die Katze kann sich sowohl mit Toxoplasma-Zysten - zum Beispiel durch den Verzehr des Fleisches von infizierten Tieren (Zwischenwirte) - als auch mit Toxoplasma-Oozysten - durch Aufnahme aus der kontaminierten Umwelt - infizieren.
Für die Verbreitung der Krankheit ist der Kot infizierter Tiere von Bedeutung. Jedoch scheidet nur ein geringer Prozentsatz (0,6-1,3 Prozent) der serologisch positiven Katzen Oozysten aus.
Krankheitsbild
Bei Katzen
Bei einer Infektion werden sowohl der Darm als auch fast alle Organe und Gewebe miteinbezogen.
Die intestinale Form verläuft in der Regel symptomlos und endet mit der Bildung der Oozysten.
Die extraintestinale Form wird von akuten bis chronischen Symptomen begleitet, wobei die Verlaufsform wesentlich vom Alter beeinflusst wird.
Bei Neugeborenen werden Entzündungen des Darmes, der Leber, des Herzmuskels, der Lunge, des Gehirns und ähnliche Symptome beobachtet, die nicht selten zum Tode führen. Jungtiere überleben die Infektion zumeist, erwachsene Katzen bleiben gewöhnlich symptomlos.
Natürliche Infektionen treten erst mit Beginn der Fleischnahrung auf und führen nur selten zu Erkrankungen. Gelegentlich werden Durchfälle und Erhöhung der Körpertemperatur sowie Vergrößerung der tastbaren Lymphknoten festgestellt. Bei akuten Krankheitsfällen werden Appetitlosigkeit, Fieber, Atemnot sowie nervöse Erscheinungen beobachtet.
Die chronische Toxoplasmose ist durch Appetitlosigkeit, Blutarmut, zentralnervale Störungen, Fieber, Herzmuskelschäden, Lebererkrankungen und ähnliche Symptome gekennzeichnet.
Beim Menschen
Von entscheidender Bedeutung ist die Verhinderung einer wiederholten Toxoplasma-Infektion der Katze, weil der Mensch durch das oozystenausscheidende Tier gefährdet ist. Durch konsequentes tägliches Reinigen des Katzenkistchens kann die Reinfektion der Katze und die Infektion des Menschen mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Grundlage der Verbreitung der Infektion stellen infizierte Streunerkatzen durch die Abgabe großer Mengen Oozysten in die Umwelt dar.
Wichtigste Ansteckungsquelle des Menschen stellen aber nach wie vor rohes oder unzureichend erhitztes Schweine- oder Schaffleisch dar. Die darin enthaltenen Toxoplasma-Zysten können durch einfaches Erhitzen auf mindestens 70 Grad Celsius abgetötet und sodann als unbedenklich verzehrt werden. Auch das Tiefgefrieren auf minus 20 Grad Celsius tötet die Parasiten sicher ab.
Bei gesunden Personen mit intaktem Immunsystem verläuft die Infektion in den meisten Fällen symptomlos oder zeigt nur einen milden Verlauf (leichtes Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwellung der Halslymphknoten). Ein Überstehen der Krankheit führt zur Bildung von Antikörpern, die eine Neuinfektion verhindern. Bei geschwächtem Immunsystem können als Komplikationen in allen Organen Entzündungsherde auftreten, die eine medikamentöse Therapie notwendig machen.
Gefahr für schwangere Frauen
Frauen, die sich bereits einmal mit Toxoplasmen infizierten, besitzen Antikörper im Blut, die sie gegen eine Neuinfektion schützen. Infektionen im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft können bei Schwangeren ohne Antikörperschutz zu schwer wiegenden Schädigungen des Fötus führen (beispielsweise Epilepsie, Schäden an Herzmuskel, Lunge, Leber, Gehirn, Wasserkopf, Verkalkung der Hirngefäße).
Anzeigepflicht
Keine.
Diagnose
Mikroskopische Kotuntersuchung mit Nachweis der Oozysten, serologische Untersuchung mit dem Nachweis spezifischer Antikörper.
Therapie
Antibiotikagaben für die werdende Mutter.
Katzen sind nach einer durchgemachten Infektion meist immun.
Prophylaxe
Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch vermeiden.
Sorgsames Reinigen des Katzenkistchens.
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
Kontaktformular
