Europäische Schweinepest (ESP) - Tierkrankheit
Vorkommen und Verbreitung
Übertragung
Krankheitsbild
Anzeigepflicht
Diagnose
Therapie
Vorkommen und Verbreitung
Die Europäische Schweinepest (ESP) ist eine nur beim Schwein vorkommende leicht übertragbare Krankheit. Sie führt entweder rasch zum Tod oder verläuft schleichend. Schweine jeden Alters können befallen werden. Bei raschem Verlauf kann ein Massensterben in Schweinebetrieben verursacht werden.
Mit Ausnahme Australiens ist die Krankheit weltweit verbreitet. Seit November 1999 wurden aus folgenden Ländern Neuausbrüche gemeldet: Argentinien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Luxemburg, Spanien und Thailand.
Übertragung
Die Virusaufnahme erfolgt gewöhnlich über den Verdauungstrakt (mit dem Futter, Wasser). Bei der epizootischen Verbreitung ist eine direkte Übertragung von Tier zu Tier vorherrschend. Begünstigt wird die Infektion durch engen Kontakt der Tiere im Stall, auf der Weide, auf Viehmärkten, Viehtransporten, aber auch durch Personen (Schweinehändlerinnen und -händler, Fleischhauerinnen und -hauer), die verseuchte Ställe betreten haben, sowie durch kontaminierte Gegenstände (Stallgeräte, Schlachtabfälle, Futterreste, Küchentrank), die mit Blut oder Ausscheidungen kranker Tiere verunreinigt sind. Eine Einschleppung in nicht verseuchte Betriebe erfolgt gewöhnlich durch den Zukauf von Schweinen.
In den letzten Jahren haben auch an ESP erkrankte Wildschweine zur Verbreitung der Seuche beigetragen.
Erreger
Der Erreger der Krankheit ist das Schweinepestvirus (Familie der Flaviviridae). Unter natürlichen Bedingungen bleibt das Virus am längsten in Fleisch, in Organen und im Blut infizierter Tiere infektiös.
Wichtige Träger des Seuchengeschehens sind Virusausscheider sowie virushältige Schlacht- und Fleischprodukte. Gefährliche Ansteckungsquellen sind gesund erscheinende, angesteckte Schweine oder solche, welche die Seuche überstanden haben.
Krankheitsbild
Akute Form
Nach drei bis acht Tagen treten hohes Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Nasenausfluss, zunächst Verstopfung, danach Durchfall, krampfartige Zustände mit Niederstürzen der Tiere sowie ein mehr oder weniger ausgeprägtes Erythem auf der Hautoberfläche auf. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 30 und 100 Prozent.
Chronische Form
Es herrschen Appetitlosigkeit und Abmagerung unter häufigem Wechsel von Durchfall und Verstopfung vor. Die Sterblichkeitsrate ist gegenüber der akuten Form stark verringert. Kümmern ist vielfach das einzige Symptom.
Atypische Form
Diese Form verläuft immer mild und schleichend. Sie tritt vor allem bei Ferkeln und Läufern auf. Verdachtssymptome sind unstillbare Durchfälle, Kümmern und zentralnervöse Störungen (Krämpfe, Niederfallen der Tiere).
Anzeigepflicht
Erkrankungen der Tiere sind nach dem Tierseuchengesetz in Österreich anzeigepflichtig. In Wien sind die Anzeigen an die Abteilung Veterinäramt und Tierschutz (MA 60) zu richten.
Diagnose
Bei seuchenhaftem Verlauf ist auf Grund der klinischen Erscheinungen eine Verdachtsdiagnose möglich. Gesichert wird die Diagnose durch den direkten Erregernachweis aus dem Organmaterial.
Therapie
Es gibt keine Therapiemöglichkeiten.
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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