Maul- und Klauenseuche (MKS) - Tierkrankheit
Vorkommen und Verbreitung
Übertragung
Krankheitsbild
Anzeigepflicht
Diagnose
Therapie
Vorkommen und Verbreitung
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine akute und hochansteckende Erkrankung der Klauentiere (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer wie Hirsche, Rehe, Antilopen). In Ausnahmefällen erkranken auch Menschen und nicht zu den Klauentieren gehörende Tiere (Affen).
Die Krankheit tritt weltweit auf, besonders im südlichen Afrika, im Nahen Osten und in weiten Teilen Südamerikas. Auch in Europa (Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Frankreich) wurden im Jahr 2001 Seuchenausbrüche gemeldet.
Übertragung
Die Virusübertragung und Seuchenverbreitung kann direkt (durch Kontakt der Tiere im Stall, auf der Weide, auf Viehmärkten oder bei Viehtransporten) oder indirekt (durch kontaminierte Gegenstände wie Stallkleidung, Futter, Einstreu) sowie durch Virusverschleppung durch Wasser, Luft oder Staub erfolgen.
Epizootiologisch besonders wichtig ist die indirekte Virusübertragung durch kontaminiertes Fleisch, kontaminierte Schlachtnebenprodukte oder tierische Produkte (wie Hörner, Klauen, Blut, Häute, Wolle, Innereien, Speck, Milch, Käse), die von Tieren stammen, die sich zum Zeitpunkt der Schlachtung im Stadium der Virämie befanden.
Erreger
Erreger
Die Krankheit wird durch Aphtoviren (Familie der Picornaviridae) verursacht. Diese kommen in sieben Typen mit zahlreichen Subtypen vor: Europa: A (Allemagne/Deutschland), C und O (Departement Oise/Frankreich); Afrika und Asien: SAT 1, 2 und 3 (South African Territories). Je Seuchenzug ist zumeist nur ein Typ (Subtyp) verantwortlich.
Das MKS-Virus ist unter natürlichen Bedingungen relativ lange infektionsfähig. Austrocknung, Kälte und hohe Salzkonzentrationen (wie zum Beispiel beim Pökeln des Fleisches) beeinflussen die Infektiosität nicht. In Produkten, die von infizierten Tieren stammen, bleibt das MKS-Virus unterschiedlich lange infektiös. In Gefrierfleisch (80 Tage) und Pökelfleisch (42 Tage) erfolgt die Virusinaktivierung nur langsam. In saurer Milch wird das Virus rasch (zirka 20 Stunden) inaktiviert. Daraus hergestellte Produkte (Topfen, Sauerrahm, diverse Käsesorten) sind daher nicht infektiös.
Krankheitsbild
Beim Tier
Die MKS ist eine zyklisch verlaufende Infektionskrankheit. In deren Verlauf breitet sich das Virus über die Blutbahn im ganzen Körper aus. Anschließend vermehrt sich das Virus und siedelt sich in bestimmten Organen an. Als Zeichen der Organmanifestation kommt es zu einer charakteristischen Blasenbildung (Aphten) und zu Erosionen auf Haut und Schleimhäuten. Sichtbar sind die Veränderungen vor allem auf der Schleimhaut der Maulhöhle sowie an der unbehaarten Haut in der Umgebung der Nasenlöcher, am Flotzmaul des Rindes beziehungsweise der Rüsselscheibe des Schweines, am Euter und an den Klauen.
Die Erkrankungsrate ist sehr hoch (nahezu 100 Prozent), die Sterblichkeitsrate jedoch gering (zwei bis fünf Prozent).
Beim Menschen
Da nur eine geringe Empfänglichkeit besteht, ist eine Infektion des Menschen mit dem MKS-Virus sehr selten. Die Infektion erfolgt im Allgemeinen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Indirekt ist die Übertragung mit virushaltiger Milch möglich.
Zu den klinischen Veränderungen zählen Fieber und Allgemeinsymptome wie Mattigkeit, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Mundschleimhaut ist gerötet und es können sich Bläschen an den Lippen sowie der Mund- und Rachenhöhle bilden. Diese sind sehr schmerzhaft. Die Bläschen an den Händen (Fingerspitzen) und Füßen sind ebenfalls sehr schmerzhaft. Die Symptome heilen innerhalb von fünf bis zehn Tagen ab.
Anzeigepflicht
Erkrankungen der Tiere sind nach dem Tierseuchengesetz in Österreich anzeigepflichtig. In Wien sind die Anzeigen an die Abteilung Veterinäramt und Tierschutz (MA 60) zu richten.
Diagnose
Klinisch ist nur eine Verdachtsdiagnose möglich. Bestätigt wird sie durch den Erregernachweis aus den Bläschenresten (Flüssigkeit, Bläschenhaut).
Therapie
Es gibt keine Therapiemöglichkeiten.
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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