Fuchsbandwurm - Tierkrankheit

Vorkommen und Verbreitung

Der Fuchsbandwurm, dessen Hauptverbreitungsgebiete Mitteleuropa, Nordamerika sowie Russland sind, stellt eine vor allem beim Fuchs, seltener bei Hund und Katze, auftretende parasitäre Erkrankung dar.

Übertragung

Erreger ist Echinoccocus multilocularis, ein zirka drei Milimeter langer und einen Milimeter breiter Bandwurm, der sich mit am Kopf befindlichen Haken in der Darmwand des Wirtes verankert und pro Tag bis zu 200 Eier ausscheidet. Der Endwirt, vor allem der Fuchs, scheidet die Bandwurmeier, die sehr kältebeständig sind und monatelang infektiös bleiben, mit dem Kot aus. Aus der kontaminierten Umwelt werden die ausgeschiedenen Eier von den Zwischenwirten - kleine Säugetiere wie Rötel- und Feldmäuse - mit der Nahrung aufgenommen. In den Zwischenwirten schlüpfen aus den Eiern Larven, die sich über die Blut- und Lymphbahnen in alle Organe, vor allem in Leber, aber auch Lunge und Herz, verteilen. Die befallenen Zwischenwirte werden im Laufe der Infektion immer schwächer und somit leichte Beute der Endwirte (Fuchs, Katze, Hund). In diesen setzen sich die Bandwürmer im Dünndarm fest, aus dem später die Eier mit dem Kot ins Freie gelangen.

Krankheitsbild

Beim Fuchs

Für den Endwirt ist selbst ein mäßiger Befall nur selten schädlich. Lediglich bei hochgradigem Befall sind Gewichtsverlust sowie ein glanzloses, stumpfes Haarkleid Anzeichen der parasitären Erkrankung.

Beim Menschen

Für den Menschen kann eine Infektion tragisch enden. Der Mensch stellt im Entwicklungszyklus dieses Bandwurmes einen Fehlzwischenwirt dar, der die Infektion nicht mehr an den Endwirt (Fuchs) weitergeben kann. In den Organen des Menschen (vor allem in Leber, Lunge und Gehirn) entwickelt sich der gefürchtete Alveolar-Echinoccocus ohne Kapselbildung, der das Gewebe der befallenen Organe röhrenförmig durchwächst und die Finnen (ein weiteres Entwicklungsstadium) in mikroskopisch kleinen Bläßchen enthält. Das Finnengewebe breitet sich in den befallenen Organen aus, wodurch das ursprüngliche Gewebe nach und nach zerstört wird.

Anzeigepflicht

Keine. Die Erkrankung des Menschen ist gemäß Epidemiegesetz in Österreich meldepflichtig.

Diagnose

Kotuntersuchung und Nachweis der Eier und/oder der Bandwurmglieder.

Therapie

Erkrankungen werden oft erst nach vielen Monaten diagnostiziert und sind wegen des raschen und durchdringenden Wachstums der Finnen operativ kaum zu behandeln. Ohne Operation oder die langwierige Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten endet die Infektion meist tödlich.

Prophylaxe

Infektionen wurden vor allem bei Menschen beobachtet, die in der Land- oder Forstwirtschaft tätig waren. Ein erhöhtes Risiko besteht auch für Hunde- und Katzenbesitzer, die in der Nähe von Fuchspopulationen wohnen. Diese Tiere sollten deshalb auch regelmäßig entwurmt werden. Regelmäßiges Händewaschen nach Kontakten mit Hunden und Katzen verringert ebenfalls das Infektionsrisiko. Früchte und Beeren, in Bodennähe gepflückt, sollten vor dem Genuss immer gewaschen werden, auch wenn eine Infektion mit Bandwurmeiern auf diesem Wege von Expertinnen und Experten als nahezu ausgeschlossen angesehen werden kann.

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Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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