Borreliose (Lyme-Krankheit) - Tierkrankheiten
Vorkommen und Verbreitung
Die Borreliose ist eine weltweit vorkommende, durch Bakterien der Gattung Borrelia verursachte Erkrankung bei Mensch und Tier.
Das Infektionsspektrum umfasst Nager, Wiederkäuer, Hunde, Pferde, Vögel und den Menschen. Im Jahre 1982 wurde die Lyme-Krankheit, benannt nach dem Ort des ersten Auftretens (Lyme, Conneticut, USA) als eine auf den Menschen übertragbare Borreliose erstmals beschrieben.
Übertragung
Von der Gattung Borrelia sind mehrere Arten bekannt, die, je nach geographischer Lage, das beim Menschen auftretende Rückfallfieber verursachen. Überträger der Krankheit sind regional unterschiedliche Zecken- und Lausarten.
Erreger
Der Erreger der Lyme-Borreliose, Borrelia burgdorferi, ist weltweit verbreitet und wird durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) beim Saugakt auf den Menschen übertragen.
Die Wahrscheinlichkeit an Borreliose zu erkranken, ist von der Verbreitung der Zecken und deren Durchseuchungsgrad in den verschiedenen Regionen abhängig. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist hingegen nicht bekannt.
Krankheitsbild
Beim Menschen
Neben unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen treten auch für die einzelnen Stadien typische Veränderungen auf.
Nach einer Inkubationszeit von fünf bis 29 Tagen entsteht an der Infektionsstelle als Lokalreaktion der Haut ein charakteristischer Hautausschlag, das Erythema migrans (Wanderröte), das manchmal ohne Therapie verschwindet, aber auch über Monate bestehen bleiben kann. Um die Bissstelle dehnt sich die Hautrötung langsam aus, ein charakteristisches Zeichen für eine Borrelieninfektion.
Als Zeichen einer Ausbreitung der Borrelien im Körper reagiert dieser mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Gelenks- und Muskelschmerzen. Sehstörungen und Herzprobleme (Tachykardie, Karditis) sind weitere mögliche Komplikationen.
Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, so ist der Übergang in die chronische Form die Folge. Die Krankheit tritt rezidivierend auf, das heißt, krankheitsfreie Phasen und Phasen mit klinischen Symptomen wechseln einander ab.
Beim Tier
Die beim Menschen charakteristische Hautveränderung (Erythema migrans) ist bei den Tieren aufgrund der Körperbehaarung nicht möglich.
Beim Hund konnten am häufigsten Lahmheiten beobachtet werden. Es traten Schwellungen vor allem an den Ellbogen-, Knie- und Karpalgelenken auf, die auch höher temperiert waren. Eine erhöhte innere Körpertemperatur konnte ebenfalls bei der erkrankten Tieren festgestellt werden. Bedingt durch den Bewegungsschmerz sind die betroffenen Hunde apathisch und bewegungsunwillig. Die beim Menschen beschriebenen rezidivierenden Phasen treten auf.
Ähnlich stellen sich die Symptome auch beim Pferd dar.
Anzeigepflicht
Keine
Diagnose
Zu den häufigsten in der Routinediagnostik angewendeten Tests, die zum Nachweis eines stattgefundenen Erregerkontaktes herangezogen werden, zählen der ELISA, der Westernblot und der Immunofluoreszenztest (IFT).
Therapie
Im Vordergrund steht die Antibiotikatherapie, deren Dauer und Applikation sich nach Krankheitsstadium und Krankheitsmanifestation richtet. Bei der Lyme-Borreliose wird eine zwei- bis dreiwöchige antibiotische Behandlungsdauer empfohlen.
Prophylaxe
Zeckenbissvermeidung, Repellentien, bei Hunden wird die Impfung empfohlen
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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