Wellensittich

blauer Wellensittich auf Ast

Herkunft und Lebensweise
Physiologische Daten
Haltung als Heimtier
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Fütterung
Umgang und Pflege


Herkunft und Lebensweise

Der natürliche Lebensraum des Wellensittichs (Melopsittacus undulatus) umfasst Strauchsteppen entlang von Bächen und Flüssen in Zentralaustralien. Die Lebensbedingungen der Wellensittiche sind im heißen, trockenen Klima Zentralaustraliens extrem hart. Tagsüber werden Temperaturen von 45 Grad Celsius und mehr erreicht. Nachts kann die Temperatur sogar bis auf Minusgrade sinken. Wegen des eingeschränkten Nahrungsangebotes in der Trockenzeit müssen die Vögel auf der Suche nach neuen Futterplätzen oftmals mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Wellensittiche gibt es in vielen Farbschlägen, die Stammform ist grün mit gelber Maske und schwarz-gelber Wellenzeichnung.

Physiologische Daten

  • Lebenserwartung: bis zu 14 Jahren
  • Körpertemperatur: 42 bis 42,4 Grad
  • Atemfrequenz: 75 bis 96 Atemzüge pro Minute
  • Herzfrequenz: 240 pro 600 Schläge pro Minute
  • Geschlechtsreife: drei bis vier Monate
  • Zuchtreife: zirka ein Jahr
  • Brutdauer: 18 bis 20 Tage
  • Eier pro Gelege: drei bis sechs
  • Nestlingszeit: 28 bis 35 Tage
  • Gelege pro Jahr: zwei

Geschlechtsdifferenzierung

Die Wachshaut oberhalb des Schnabels ist beim erwachsenen Männchen blau, beim Weibchen braun.

Haltung als Heimtier

Auf Grund seiner geselligen Lebensweise (Schwarmvogel) ist der Wellensittich für die Einzelhaltung nicht geeignet. Einzeln gehaltene Tiere können zwar sehr zahm werden, für ein optimales Wohlbefinden sind jedoch ein oder mehrere Artgenossen als Sozialpartner notwendig.

Unterbringung und Käfigeinrichtung

Der Käfig für die paarweise Unterbringung sollte mindestens 80 Zentimeter lang, 40 cm breit und 60 Zentimeter hoch sein. Diese Größe darf auch bei begründeter Einzelhaltung nicht unterschritten werden. Für jedes weitere Tier/Paar sind 50 Prozent mehr Grundfläche vorzusehen. Die Vögel brauchen täglich mindestens zwei Stunden Freiflug. Wichtig ist ein Kletterbaum in dem dafür vorgesehenen Raum. Mögliche Gefahrenquellen sind zum Beispiel Giftpflanzen, geöffnete Fenster und Fensterscheiben. Das Käfiggitter aus verzinkten beziehungsweise eloxierten (spezialbeschichteten) Eisenstäben muss so beschaffen sein, dass die Vögel klettern können (Längs- und Querstäbe). Die Sitzstangen aus Naturholz oder Naturästen müssen einen so großen Durchmesser haben, dass der Vogelfuß die Sitzstangen zu zirka zwei Drittel umfassen kann. Sitzstangen mit eckigem Querschnitt sind ungeeignet.

Als Beschäftigungsmaterial sollten immer frische Zweige, Sepiaschale oder Mineralstein zur Verfügung stehen. Als Standort eignet sich ein zugluftfreier, ruhiger Platz, optimal in einer Ecke des Raumes. Der Vogel darf nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Der Käfig sollte so hoch aufgestellt werden, dass der Vogel dem Betrachter ins Gesicht sehen kann. Eine Bademöglichkeit ist notwendig. Baden die Vögel nicht, so sind sie einmal pro Woche mit Wasser zu besprühen. Die Beleuchtung hat in einem natürlichen Tag-/Nachtrhythmus zu erfolgen. Eine Dunkelphase von täglich mindestens sieben Stunden wird empfohlen. Einmal pro Woche sollte der Käfig gründlich gereinigt und die Einstreu (Vogelsand) gewechselt werden. Die Haltung von Wellensittichen in Freivolièren mit für die Tiere jederzeit zugänglichem beheizbarem Schutzraum ist möglich.

Klima

In der Wohnung gehaltene Wellensittiche fühlen sich bei Raumtemperatur und bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent wohl. Abgehärtete, in Freivolièren gehaltene Vögel können bei Vorhandensein eines entsprechenden Schutzraumes kurzfristig Temperaturen unter fünf Grad Celsius ausgesetzt werden. Zugluft ist unter allen Umständen zu vermeiden.

Fütterung

Als Grundfutter dienen diverse Hirsearten und Glanz. Der durchschnittliche Futterverbrauch beträgt zwei gehäufte Teelöffel Samenfutter pro Tag. Die Deckung des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs erfolgt durch Grünfutter, Obst und Gemüse (zum Beispiel Löwenzahn, Vogelmiere, Kopfsalat, Petersilie und jedes gewaschene Obst). Wellensittiche, die nur Körnerfutter annehmen, müssen ihren Vitaminbedarf über spezielle Futtermischungen beziehungsweise über das Trinkwasser decken. Eine Sepiaschale, die auch etwas Jod enthält, ist eine gute Kalziumquelle. Gleichzeitig bietet sie Beschäftigung. Wellensittiche neigen zur Kropfbildung. Eine regelmäßige Versorgung mit Jod ist notwendig. Für eine gute Verdauung benötigen Wellensittiche Steinchen in Form von Vogelsand oder Grit. Der im Handel erhältliche Grit ist zusätzlich eine wertvolle Mineralstoffmischung. Futter ist in ausgewogener Zusammensetzung immer frisch anzubieten. Plötzliche Futterumstellungen sind zu vermeiden. Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen und zumindest täglich gewechselt werden.

Umgang und Pflege

Bei übermäßigem Längenwachstum der Krallen und des Schnabels infolge unzureichender Abreibung ist ein Kürzen durch die praktische Tierärztin ode den Tierarzt erforderlich. Trägt der Vogel einen Ring, so ist dieser täglich zu kontrollieren. Besteht die Gefahr, dass er einwächst, so ist er zu entfernen. Bei geringsten Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, Niesen, Durchfall, vermehrte Unruhe oder Juckreiz, vergrößerter Kropf) ist die praktische Tierärztin oder der Tierarzt aufzusuchen.

Verantwortlich für diese Seite:
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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