Nymphensittich
Herkunft und Lebensweise
Physiologische Daten
Haltung als Heimtier
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Fütterung
Umgang und Pflege
Herkunft und Lebensweise
Der natürliche Lebensraum des Nymphensittichs (Nymphicus hollandicus) umfasst die Savannen und Steppen Australiens. Die Vögel ziehen ständig in großen Schwärmen umher, um Futter- und Wasserplätze aufzusuchen. Wildlebende Nymphensittiche sind vorwiegend grau. Eine Federhaube ziert ihren Kopf. Alle Nymphensittiche in Europa sind Nachzuchten und in verschiedenen Farbtönen erhältlich (silber, weiß, gelb, gescheckt, geperlt).
Physiologische Daten
- Habitus: schlanker Vogel, 30 bis 35 Zentimeter lang, Oberkopf mit langausgezogener, spitzer Haube
- Lebenserwartung der Nachzuchten: bis zehn Jahre
- Zuchtreife: ab zirka neun Monaten
- Brutdauer: 21 Tage mit Brutwechsel
- Eier pro Gelege: vier bis sieben
- Nestlingszeit: fünf bis sechs Wochen
- Gelege pro Jahr: zwei
Geschlechtsdifferenzierung
Wildfarbene Männchen haben einen gelben Kopf, Haube und Kehle, orangerote Ohrenflecken, die Schwanzunterseite ist schwarz. Wildfarbene Weibchen sind im Kopfbereich grau mit nur wenig gelb durchsetzt, die Schwanzunterseite ist grau mit gelben Querbändern. Nachgezüchtete Farbmutationen sind mitunter sehr schwer zu unterscheiden.
Haltung als Heimtier
Auf Grund seiner geselligen Lebensweise (Schwarmvogel) ist der Nymphensittich für die Einzelhaltung nicht geeignet. Er lässt sich problemlos mit vielen anderen Sitticharten gemeinsam halten und ist leicht zu zähmen. Nymphensittiche fallen mitunter durch ihre lauten, durchdringenden Rufe auf. Ihr Sprachrepertoire ist sehr begrenzt.
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Als Standort sollte ein zugluftfreier, ruhiger und heller Platz in einer Ecke des Raumes ausgewählt werden. Die direkte Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Die obersten Sitzstangen des Käfigs sollen sich in Augenhöhe der menschlichen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner befinden. Der Käfig für zwei Tiere sollte mindestens 150 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit und 100 Zentimeter hoch sein. Für jedes weitere Tier/Paar ist die Grundfläche um 50% zu erweitern. Zusätzlich ist den Vögeln unbedingt Freiflug zu gewähren. Das Käfiggitter aus verzinkten beziehungsweise eloxierten (spezialbeschichtet) Eisenstäben muss so beschaffen sein, dass die Vögel klettern können (Längs- und Querstäbe).
Die am besten geeignete Unterbringungsmöglichkeit sind Zimmer- oder Freivolière mit einem entsprechenden Flugraum von zwei bis vier Metern. Während des Freifluges ist besonders auf die Gefahren außerhalb des Käfigs zu achten (Giftpflanzen, geöffnete Fenster, Fensterscheiben).
Die Sitzstangen aus Naturholz oder Naturästen müssen einen so großen Durchmesser haben, dass der Vogelfuß die Sitzstangen zu zirka zwei Drittel umfassen kann. Sitzstangen mit eckigem Querschnitt sind ungeeignet. Ein Kletterbaum gehört zur Grundausstattung einer Volièrenhaltung. Eine Bademöglichkeit sollte ebenfalls zur Verfügung stehen.
Die Beleuchtung hat in einem natürlichen Tag-/Nachtrhythmus zu erfolgen. Einmal pro Woche sollte der Käfig gründlich gereinigt und die Einstreu (Vogelsand) gewechselt werden. Als Beschäftigungsmaterial sollten immer frische Zweige, Sepiaschalen und Mineralsteine zur Verfügung stehen.
Klima
In der Wohnung gehaltene Nymphensittiche fühlen sich bei Raumtemperatur und bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent wohl. Abgehärtete, in Freivolièren gehaltene Vögel können bei Vorhandensein eines entsprechenden Schutzraumes kurzfristig Temperaturen von unter fünf Grad Celsius ausgesetzt werden.
Fütterung
Als Grundfutter dienen diverse Hirsearten, Sonnenblumenkerne sowie Grünfutter, Obst und Gemüse. Für Großsittiche eignet sich am besten eine Körnermischung, die mit gekochten Hühnereiern und Zwieback vermischt ergänzt wird.
Kalksteine oder Sepiaschalen decken den Bedarf an verschiedenen Mineralstoffen. Sie bieten zudem auch eine gute Beschäftigungsmöglichkeit. Fluss- oder Seesand sind für eine gute Verdauung unerlässlich. Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen und zumindest täglich gewechselt werden. Zur Mauser- oder Brutzeit können zusätzlich Vitaminpräparate zugefüttert werden.
Umgang und Pflege
Der Schnabel und die Krallen sind laufend zu kontrollieren. Bei unzureichender Abreibung ist ein Kürzen durch die praktische Tierärztin oder den Tierarzt erforderlich. Trägt der Vogel einen Ring, so ist dessen ordnungsgemäßer Halt zu überprüfen.
Bei Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, Niesen, Durchfall, vermehrte Unruhe oder Juckreiz, vergrößerter Kropf) ist eine praktische Tierärztin oder ein Tierarzt aufzusuchen.
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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