Hausmaus

Maus

Herkunft und Lebensweise
Physiologische Daten
Haltung als Heimtier
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Fütterung
Umgang und Pflege


Herkunft und Lebensweise

Die ursprüngliche Heimat der nacht- und dämmerungsaktiven Hausmaus (Mus musculus) sind trockene Steppen und Halbwüsten Asiens. Mäuse gehören zur Familie der Nagetiere und sind Allesfresser. Ihre Vorliebe für Getreide und Getreideprodukte macht sie zum Kulturfolger. Geruch und Gehör sind gut entwickelt. Wilde Hausmäuse leben in kleinen Verbänden (Großfamilien) mit vielen Sozialkontakten.

Physiologische Daten

  • Lebenserwartung: bis zu vier Jahren
  • Körpertemperatur: 35 bis 39 Grad Celsius
  • Körpergewicht: 10 bis 36 Gramm
  • Geschlechtsreife: 45 Tage
  • Trächtigkeitsdauer: 18 bis 24 Tage (meist 21 Tage)
  • Wurfgröße: vier bis acht Junge
  • Würfe pro Jahr: drei bis sechs
  • Öffnen der Augen: zwölfter bis 14. Tag nach der Geburt
  • Trennung von der Mutter: nach drei Wochen

Haltung als Heimtier

Als gesellig lebende Gruppentiere sind Mäuse für die Einzelhaltung nicht geeignet. Die Haltung mehrerer Weibchen mit einem Männchen ist unproblematisch. Die Weibchen sind sehr verträglich gegenüber Artgenossen und ziehen ihre Jungen gemeinsam auf. Die Männchen tragen heftige Rangordnungs- und Revierkämpfe aus. Ohne Rückzugsmöglichkeit enden diese oft tödlich. Um dies zu vermeiden, sind die Tiere bereits unmittelbar nach dem Absetzalter zusammenzubringen.

Unterbringung und Käfigeinrichtung

Die Käfigmaße für zwei Tiere sollten mindestens 80 mal 30 mal 30 Zentimeter betragen. Für jedes weitere erwachsene Tier sind 20 Prozent der Bodenfläche hinzuzurechnen. Der Abstand der Gitterstäbe darf wegen der schlanken Körperform der Jungmäuse acht Millimeter nicht überschreiten. Bei Verwendung eines Glasterrariums muss für ausreichende Entlüftung gesorgt sein (Abdeckung in Gitterform). So kann ein Wärme- und Feuchtigkeitsstau in Verbindung mit hohen Ammoniakwerten (aus dem abgesetzten Harn) vermieden werden. Der Aufstellungsort ist gegen Zugluft, Erschütterungen, Lärm und direkte Sonneneinstrahlung zu schützen. Die optimale Umgebungstemperatur beträgt zwischen 16 und 26 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit soll zwischen 40 und 70 Prozent liegen. Als Einstreu sind Hobelspäne mit einer Einstreutiefe von mindestens fünf Zentimetern gut geeignet. Zur Geruchbindung kann man in den Kotecken etwas Katzenstreu verwenden. Sägemehl und Torfmull sind wegen der Staubentwicklung ungeeignet.

Das unbedingt notwendige Schlafhäuschen muss allen Tieren Platz bieten. Aus Gründen der Standfestigkeit soll es aus Holz oder Ton (zum Beispiel umgedrehte Blumentöpfe mit ausgeschnittener Eingangsöffnung) gefertigt sein. Heu, Stroh oder Packpapierschnitzel sind als Nestbaumaterial gut geeignet. Keinesfalls darf man Wollfäden oder Watte anbieten. Diese können zu Abschnürungen an den Beinen und am Schwanz führen. Zeitungspapier ist wegen der Druckerschwärze, die toxische Stoffe enthalten kann, ungeeignet. Die Tiere brauchen Kletter- und Schlupfmöglichkeiten aus Pappröhren, Natursteinen, Schachteln oder ausgehöhlten Ästen. Der Käfig ist mindestens einmal wöchentlich zu reinigen.

Fütterung

Futter muss ständig vorhanden sein. Als Körnerfutter bietet man Mischungen aus verschiedenen Getreidearten und Sämereien an (zum Beispiel Weizen, Gerste, Mais, geschälte Sonnenblumenkerne, Grassamen). Zur Deckung des Vitaminbedarfs dient Grün- und Saftfutter wie Wiesenkräuter, Obst und Gemüse. In Milch eingeweichte Semmeln, hartgekochte Eier, milder Käse, Speck und einzelne Mehlwürmer eignen sich als zusätzliche Eiweiß- und Fettgaben. Die Futtergefäße sollen standfest und leicht zu reinigen sein. Das Wasser ist frisch in Tränkeflaschen anzubieten. Die Gefäße müssen einmal täglich gereinigt werden.

Umgang und Pflege

Um die Maus aufzuheben, werden die Hände zu einer Art Höhle zusammenlegt. So kann sie hineinklettern. Man kann sie auch mit Daumen und Zeigefinger an der Schwanzwurzel erfassen und das Tier hochheben. Schwere oder trächtige Tiere soll man dabei an den Füßen mit der flachen Hand unterstützen. Zum Fixieren fasst man die Maus an der Genickfalte. Sie verfällt dabei in eine Tragestarre und lässt kleinere Manipulationen an sich vornehmen. Durch die tägliche Beobachtung können Veränderungen an den Tieren rechtzeitig wahrgenommen werden. Bei kleinsten Auffälligkeiten ist eine praktische Tierärztin oder ein Tierarzt aufzusuchen.

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Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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