Goldhamster
Herkunft und Lebensweise
Physiologische Daten
Haltung als Heimtier
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Fütterung
Umgang und Pflege
Herkunft und Lebensweise
Der Goldhamster (Mesocricetus aureatus) stammt aus den Steppengebieten Syriens und Südosteuropas. In diesen Gebieten ist er so gut wie ausgestorben. In freier Natur legt er tiefe, ausgedehnte Erdbauten an, die er mit pflanzlichem Material auspolstert. Hamster werden erst zu Beginn der Dämmerung aktiv und verlassen zur Nahrungssuche das Nest. Der Goldhamster ist ein Einzelgänger. Mit Duftdrüsen markiert er sein Revier. Männchen und Weibchen dulden einander nur zur Paarungszeit.
Neben dem Goldhamster gibt es auch daurische und Chinesische Zwerghamster, dsungarische Zwerghamster (Paarhaltung und Haltung von weiblichen Wurfgeschwistern ist möglich) oder Teddyhamster (langhaarige Goldhamster).
Physiologische Daten
- Lebenserwartung: 1,5 bis drei Jahre
- Körpertemperatur: 37 bis 38 Grad Celsius
- Atemfrequenz: 35 bis 135 Atemzüge pro Minute
- Pulsfrequenz: 250 bis 500 Schläge pro Minute
- Geschlechtsreife: 35 bis 45 Tage
- Trächtigkeitsdauer: 15 bis 16 Tage
- Wurfgröße: fünf bis neun Junge
- Würfe pro Jahr: sieben bis acht
- Trennung von der Mutter: nach drei Wochen
Anatomische und physiologische Besonderheiten
Hamster besitzen wurzellose Schneidezähne, die ständig nachwachsen. Sie müssen daher regelmäßig abgerieben werden. Für ausreichendes Nagematerial ist zu sorgen. Die dehnfähigen Backentaschen dienen zum Futtertransport. Ungeeignetes Material kann die Backentaschen verstopfen! Die schwarz pigmentierten Talgdrüsen an den Seitenflanken dienen der Reviermarkierung. Für eine ausreichende Vitamin B-Versorgung frisst der Goldhamster seinen Blinddarmkot (Koprophagen).
Haltung als Heimtier
Die Einzelhaltung ist für den Goldhamster die ideale Haltungsform. Als nachtaktives Tier möchte er tagsüber nicht gestört werden. Die Tiere haben einen hohen Bewegungsbedarf. Dies ist bei der Unterbringung zu berücksichtigen.
Unterbringung und Käfigeinrichtung
Der Hamsterkäfig sollte mindestens 60 Zentimeter Seitenlänge, 30 Zentimeter Tiefe und 40 Zentimeter Höhe aufweisen. Durch eine querverdrahtete Vergitterung wird Klettern ermöglicht. Ein verzinktes oder verchromtes Käfiggitter ist empfehlenswert. Der Käfig sollte in der Wohnung an einem ruhigen, eventuell leicht abgedunkelten Ort aufgestellt werden und keiner direkten Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt sein. Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 18 bis 26 Grad Celsius. Zweimal pro Woche muss der Käfig mit heißem Wasser gereinigt und mit frischer Einstreu befüllt werden.
Den Tieren ist Einstreu aus grabefähigem Substrat in einer Mindesthöhe von fünf Zentimetern anzubieten. Als Käfigeinstreu geeignet sind Hobelspäne unter einer Lage Heu oder Stroh. Diese eignen sich auch gut als Nestbaumaterial. Von torfmullhaltiger Tierstreu ist aufgrund der Staubentwicklung und der Gefahr der Bildung von Schimmelpilzen abzuraten.
Käfigausstattung
- Schlafhäuschen: Idealerweise aus Holz (Häuschen aus Kunststoff sind meist zu leicht und werden umgestoßen)
- Nestbaumaterial: Heu, Stroh, Papierschnitzel; bei Hamsterwatte muss eine verdauliche gewählt werden (ungeeignet: Hamsterwatte aus Kunststoff oder Wolle).
- Dreidimensionale Ausstattung des Käfigs: Pappröhren, kleine Schachteln und Rindenstücke regen das Tier zur Beschäftigung an. Empfehlenswert sind auch Käfige mit mehreren Etagen, die über Leitern oder Kletteräste erreichbar sind.
- Hamsterlaufrad: Dient der Befriedigung des ausgeprägten Bewegungsbedürfnisses der Tiere. Das Laufrad soll ausreichend groß sein. Um Verletzungen zu vermeiden, muss das Laufrad einseitig geschlossen sein.
Fütterung
Trockenfutter (pelletiertes Alleinfutter oder Körnermischungen) in geringer Menge (ein Esslöffel pro Tag); gut gewaschenes und abgetropftes Saft- und Grünfutter (Früchte, Gemüse, Wiesengräser und -kräuter); Eiweißfutter wie Mehlwürmer, etwas Hüttenkäse. Ein Salzleckstein ist anzubieten. Nagematerial wie Obstbaum- beziehungsweise Weidenzweige oder hartes Brot sind für die Abnützung der Zähne notwendig. Frisches Trinkwasser aus einer Nippeltränke muss immer zur Verfügung stehen. Die Futteraufnahme findet vorwiegend in der Nacht statt. Die Futterschüssel sollte täglich gereinigt werden. Auch das Schlafhäuschen ist regelmäßig auf verdorbene, gehamsterte Futterreste zu kontrollieren.
Umgang und Pflege
Hamster sollen nicht aus dem Schlaf gerissen werden. Sie reagieren dann meistens aggressiv. Beim Hochheben der Tiere ist eine gute Fixierung nötig. Stürze können für das Tier lebensgefährliche Verletzungen zur Folge haben. Die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und eventuell mit einer Krallenzange verkürzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Nagezähne ist wichtig. Zahnanomalien können Verletzungen im Maulbereich und eine verminderte Futteraufnahme verursachen. Bei jedem Anzeichen einer Gesundheitsstörung ist ehebaldigst eine praktische Tierärztin oder ein Tierarzt aufzusuchen.
Veterinäramt und Tierschutz (Magistratsabteilung 60)
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