Projektübersicht Verkehrsmanagement Wien

Das Verkehrsbezugssystem Wien ist ein geografisches Referenzierungssystem. Es verbindet alle zugänglichen Informationen und verknüpft diese mit existierenden digitalen Kartengrundlagen. Somit wird der Bezug aller verkehrsrelevanten Daten zur Örtlichkeit hergestellt. Der darauf aufbauende Verkehrsdatenverbund Wien stellt der Stadt Wien, den Verkehrsträgern, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern ein dynamisches, aktuelles Verkehrslagebild zur Verfügung. Dieses ermöglicht bei einem Maximum an Informationen ein Optimum an Nutzung und Steuerung des Verkehrssystems in Wien.

Straßenschild vor der Rossauer Kaserne

Organisationskonzept - VEMA Wien

Aufbauend auf der Untersuchung "Verkehrsmanagementsysteme in Europa" (Fertigstellung Juni 2002) wurde ein Organisationskonzept für ein integriertes Verkehrsmanagementsystem auf die Wiener Verkehrsverhältnisse und verkehrspolitischen Zielsetzungen abgestimmt.

Folgende Gesichtspunkte wurden berücksichtigt: spezielle politische Anforderungen in Wien (Wiener Verkehrskonzept 1994, Klimaschutz in Wien), besondere Anforderungen des Projekts als Teil des Masterplans Verkehr und des Generalverkehrsplans Österreich, Funktionen der Verkehrsmanagement-Zentrale und des VEMAs, Funktionen der Beteiligten am System (Betreiberdienste, Anbieterinnen und Anbieter, Partnerinnen und Partner, Organisationen des Öffentlichen Verkehrs, Individualverkehr, nicht motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer), Schnittstellen nach außen, Betriebsziele, Datenbedarf und Verknüpfungsmodalitäten, Aufbau- und Ablauforganisation in Alternativen (Betreibermodell), Kalkulation der Wirtschaftlichkeit, Geldflüsse, Einbindung von EU-Fördermöglichkeiten, Terminplanung.

Datenverbund für VEMA

Unabhängig von den Zielen jedes Verkehrsmanagements ist es notwendig, die für die Lenkungsentscheidungen erforderlichen Informationen in Form von Daten zu definieren, zu erheben, zu verwalten, systematisch zu ordnen, auszuwerten, zu extrapolieren und zu aktualisieren.

Diese Verarbeitungen können auf Grund der Menge und Komplexität der Informationen nur mit Hilfe von spezialisierten EDV-Programmen und Datenbanken erfolgen.

Zur Erstellung der Datengrundlagen für ein integriertes Verkehrsmanagement sind folgende Teilschritte durchzuführen:

  1. Erhebung der bestehenden Datenbestände über das Verkehrssystem und das räumliche Bezugssystem bei den Verkehrsträgern
  2. Grobe Konzeption des gewünschten Abbilds der Verkehrsinfrastruktur und Festlegung der Ausbauschritte. Dabei darf auf die Planung der Wartung und des Betriebs der Daten nicht vergessen werden. Dieser Schritt wurde in enger Zusammenarbeit der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46), dem Rechenzentrum der Wiener Stadtverwaltung (MA 14) sowie externen Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern realisiert. Das Systemkonzept als Ergebnis dieses Schritts stellt die Grundlage für das Vergabeverfahren der nächsten Schritte dar.
  3. Detailkonzeption der einzelnen Schritte
  4. Realisierung: Datenmodell und Funktionenmodell, Einrichtung der Datenbank und Erstellung der Erfassungs- und Auswertungswerkzeuge, Datenerfassung

Inhalt des darauf aufbauenden Systemkonzeptes für einen Verkehrsdatenbund für Wien:

  1. Definition des künftigen intermodalen Verkehrsbezugssystems Wien und eines Netzgrafen des gesamten Wiener Verkehrssystems
  2. Festlegung der Daten, die für die Betriebsaufnahme der Verkehrsleitzentrale erforderlich sein werden und die anfallende Verwaltung und Verwertung der Daten
  3. Aufbau eines Verkehrsstörungskatasters, der alle geplanten Störungen nach Art, Raum und Zeit zum frühestmöglichen Zeitpunkt in das Netz einbringen kann
  4. Aufzeigen wirtschaftlicher und organisatorischer Erfordernisse für den Betrieb des Verkehrsdatenverbundes

Ausgewählte Daten sind geeignet, die Funktion von Indikatoren für das Verkehrsmanagementsystem zu übernehmen. In Bayern wurde ein Forschungsprojekt (Projekt INTREST) für die geografische Referenzierung für intermodale Verkehrsdaten gestartet. Versuche einer Festlegung auf ein einheitliches Basissystem werden auch von der Forschungsgemeinschaft Straße und Verkehr, Arbeitsausschuss Verkehrstelematik, unternommen.

Modernisierung des Verkehrsrechnersystems in der Verkehrsleitzentrale

Aufbauend auf die Ergebnisse der Sitzungen der Arbeitsgruppe Verkehrsleitzentrale wurde die Konzeption, Planung und Erstellung des Leistungsverzeichnisses für die Erneuerung des Verkehrsrechnersystems in der Wiener Verkehrsleitzentrale entwickelt.

Aufgaben des Verkehrsrechnersystems

  • Aktuelle Erfassung der Verkehrssituation der Verkehrslichtsignalgruppen im Wiener Verkehrsnetz oder an den einzelnen Kreuzungen und Regelung des Verkehrs
  • Hierarchischer und hersteller- beziehungsweise steuerungsstrategisch unabhängiger Aufbau eines Verkehrsrechnersystems
  • Erstellung eines in Stufen gegliederten planerischen Konzepts zur Erneuerung der Verkehrsrechner und Steuergeräte im Hinblick auf Lebensdauer und Tauschzyklen. Darüber hinaus sind unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen Lösungsvorschläge zur Verkehrssteuerungsstrategie in Wien enthalten. Vorerst sollen nur Teile der ersten Stufe des Konzepts (mit der Erneuerung der Steuergeräte) an den für den Verkehr maßgebenden Kreuzungen realisiert werden.

Strategische Verkehrsbeobachtung mit Videokameras

Für die strategische Leitung des Verkehrs in Wien wird das derzeitige Videobeobachtungssystem erweitert beziehungsweise zum Teil modernisiert. Die im Jahr 2001 erneuerte Videozentrale in der Verkehrsleitzentrale stellt europaweit den letzten Stand der verkehrstechnischen Videoüberwachung dar. Mit dem System stehen in Wien 53 schwenk- und zoombare Kamerastandorte zur Verfügung.

Der Ausbau des Systems für wichtige Straßenzüge in Wien außerhalb des Autobahnnetzes umfasst 17 neue Standorte mit modernster Schwenk- und Neige-Technologie inklusive der Montageeinrichtungen (Maste, Fundamente), der Herstellung der Kabelzuleitungen (Daten, Energie) und aller damit verbundenen Tiefbauarbeiten sowie der Installation der Datenübertragungskomponenten.

Die Modernisierung der bestehenden 38 Kameras im städtischen Straßennetz beinhaltet die Umrüstung der Kameras auf die aktuelle, flexiblere Steuerungstechnik mit Austausch der Schwenk- und Neigeköpfe sowie die Aufrüstung der Datenübertragungskomponenten mit Rückmeldungen. Das Konzept beinhaltet auch die Einbeziehung der Feuerwehr und der Rettung und ermöglicht weiteren Organisationen und Dienststellen einen künftigen Anschluss.

Verkehrsbeeinflussungsanlage Wien/Niederösterreich der ASFINAG

Infolge des starken Anstiegs der Verkehrsstörungen und der Unfallhäufigkeit auf dem Autobahn- und Schnellstraßennetz im Großraum Wien und Niederösterreich wurde 2000 in verschiedenen Studien die Machbarkeit eines übergreifenden Verkehrsbeeinflussungssystems untersucht. Der durchgeführte wirtschaftliche Nachweis und die Darstellung der technischen Realisierbarkeit führten zu einem Maßnahmenkonzept, das die Umsetzung von Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen in der Region Wien/Niederösterreich vorsieht.

Realisiert wurde das Konzept 2006 mit Inbetriebnahme der S1 - Wiener Südrandstraße. Sie umfasst die Ausrüstung folgender Straßen mit einer Streckenbeeinflussungsanlage:

  • A23-Wiener Südosttangente und im weiteren Verlauf der S2-Wiener Nordrandstraße
  • Teilstück der A4-Ostautobahn zwischen Knoten Prater und der Anschlussstelle Flughafen
  • A2-Südautobahn von Guntramsdorf bis Wien
  • S1

Hinzu kommen Informationssysteme, Anlagen zur Videobeobachtung, Anlagen zur Zuflussregulierung sowie die konzeptionelle Berücksichtigung von in späteren Ausbauphasen hinzukommenden Wechselwegweisern zur Netzbeeinflussung.

Ebenso erfolgt derzeit die Planung und der Entwurf der Rechnerzentralen (Verkehrsinformationszentrale, Verkehrsrechnerzentrale und Unterzentralen) sowie die Beschreibung der Steuerungsstrategien und Steuerungsmodelle.

Diese im Auftrag der ASFINAG zu errichtende Verkehrsbeeinflussungsanlage stellt eine wesentliche Maßnahme im Wiener Verkehrsgeschehen dar. Sie erfordert eine enge Abstimmung mit den Zielen des Wiener Verkehrsmanagementsystems. Aus diesem Grund erfolgt auch eine kontinuierliche Projektbeteiligung durch die Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46).

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Verkehrsmanagement Wien (Magistratsabteilung 46)
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