Strudlhofstiege

Gesamtansicht der Strudlhofstiege

Die Strudlhofstiege kurz nach ihrer Restaurierung 2009

Die Strudlhofstiege im 9. Bezirk verbindet die Strudlhofgasse und die Liechtensteinstrasse. Sie wurde nach einem Entwurf von Johann Theodor Jaeger aus Mannersdorfer Kalkstein erbaut. Am 29. November 1910 wurde sie zur Benützung freigegeben. Sie gilt als ein bedeutendes Bauwerk des Wiener Jugendstils.

Die Anlage wird von einem zweigeteilten Beckenwandbrunnen geschmückt. Das untere Becken wird durch eine Kopfmaske mit Wasser gespeist. Am unteren Ansatz führen zwei geschwungene Stiegenläufe zum oberen Portal und dessen Becken. Dieses wird von einer Kopfmaske als Wasserspeier an der Stiegenwand geschmückt. In Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung wurde nach einer Mosaikverkleidung im Zuge der Instandsetzung 2008 bis 2009 das Relief aus Donaukies in Handarbeit nachgebildet. Mittels dreier Rampen und 58 Stufen wird der Höhenunterschied von rund 11 Metern überwunden.

Die Beleuchtung der Stiegenanlage besteht aus sieben Masten, auf denen sich insgesamt 16 Lichtpunkte befinden. Die alten Kugelleuchten wurden durch stilvolle Hängeleuchten ersetzt. Dadurch wurde die Beleuchtung verbessert und zugleich die Energiebilanz gesenkt.

1984 und erneut 2008 bis 2009 wurde die Strudlhofstiege renoviert.

Stiege mit berühmten Namen

Wasserspeier in Fischkopfform an der Strudlhofstiege, daneben Gedenktafel mit Zitat aus dem Buch "Strudlhofstiege" von Doderer

Der Fischkopf-Wasserspeier wurde im Zuge der Restauration nach historischem Vorbild wieder hergestellt

Die Strudlhofstiege erinnert an den Hof- und Kammermaler Peter von Strudel. Er wurde um 1660 in Cles (Trentino, Italien) geboren und starb am 4. Oktober 1714 in Wien. Er errichtete 1690 den Strudelhof und wurde später zum Direktor der Kunstakademie gewählt. Sein Werk als Bildhauer und Maler bildet in Österreich den Übergang zum Hochbarock.

Weltbekannt wurde die Stiege durch den Roman von Heimito von Doderer "Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre" (1951).

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