Wiener Öffis attraktiver und günstiger
Wien ist die einzige Millionenstadt Europas, die Tarife senkt. Die Investkraft der Wiener Linien bleibt dabei gesichert.
Einer der Eckpunkte des rot-grünen Koalitionsabkommens ist umgesetzt. Am 10. Oktober 2011 haben sich beide Regierungspartner auf eine Tarifreform bei den Wiener Linien geeinigt. Diese ist seit 1. Mai 2012 in Kraft. Sie bringt Vorteile für die Kundinnen und Kunden und soll noch mehr Wienerinnen und Wiener zum Umsteigen auf die Wiener Linien bewegen.
Das Ziel ist, noch mehr Menschen für die öffentlichen Verkehrsmittel zu begeistern. Wien wächst Richtung Zwei-Millionen-Metropole. Die Stadt soll dabei für alle attraktiv bleiben. Das erfordert neue Wege, auch im Verkehrsmanagement.
Die Wiener Linien stehen weiterhin auf wirtschaftlich sicherem Boden. So kann die Beauftragung neuer Wägen für die U6 weiterhin erfolgen.
Video: Mediengespräch des Bürgermeisters - Tarifreform der Wiener Linien
Die Reform orientiert sich an sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Sie stellt eine Trendwende in der Verkehrspolitik dar. Wien ist die einzige Millionenstadt Europas, in der Öffi-Tarife gesenkt werden. Öffentliche Verkehrsmittel sollen für alle leistbar bleiben. Jeder Kilometer, der mehr mit den Öffis zurückgelegt wird, ist ein Beitrag zum Klimaschutz.
Schon jetzt werden in Wien 36 Prozent aller Wege mit den Öffis zurückgelegt. Damit ist Wien im Spitzenfeld aller Millionenstädte. Dieser Anteil soll - so steht es im Regierungsabkommen festgeschrieben - auf 40 Prozent gesteigert werden.
Die neuen Tarife im Detail
Jahreskarte und Monatskarte billiger
Der Preis für eine Jahreskarte der Wiener Linien wird ab 1. Mai 2012 bei Sofortzahlung 365 Euro statt bisher 449 Euro betragen. Bei monatlicher Abbuchung beträgt der Gesamtpreis 375 Euro. Damit gehören die Wiener Linien mit ihrer Netzgröße zu den europaweit günstigsten Anbietern. Bereits jetzt nützen mehr als 360.000 Wienerinnen und Wiener das Angebot der Jahreskarte.
Zum Vergleich: In Amsterdam kostet eine Jahreskarte derzeit 780 Euro, in Stockholm 795 Euro. Der Durchschnittswert in Europa beträgt 662 Euro.
Eine Monatskarte wird künftig um 45 Euro statt bisher 49,50 Euro erhältlich sein.
Wochen- und 8-Tage-Klimakarte
Die Wochenkarte wird von 14 Euro auf künftig 15 Euro angepasst. Der Preis der 8-Tage-Klimakarte beträgt in Zukunft 33,80 Euro gegenüber 28,80 Euro aktuell.
Tageskarten
Das Dayticket per Handy kostet künftig 4,90 Euro. Das vor allem von Wien-Besucherinnen und Wien-Besuchern benützte 48-Stunden-Ticket kommt auf 11,70 Euro.
Einzelfahrschein
95 Prozent aller Fahrgäste verwenden eine Zeitkarte - also keine Einzelfahrscheine. Der Preis von Einzelfahrscheinen wird von 1,80 Euro auf zwei Euro angepasst. Der Einzelfahrschein in Bus oder Bim bleibt bei 2,20 Euro und wird nicht erhöht. Er ist damit im internationalen Vergleich nach wie vor deutlich günstiger als in vergleichbaren Städten.
Einzelfahrscheine kosten etwa in Berlin derzeit 2,30 Euro, der Durchschnittswert in Europa beträgt 2,50 Euro.
Das Fahrrad fährt gratis mit
Weitere Fahrscheintarife beziehungsweise Fahrscheinkategorien werden analog zur Tarifstruktur derzeit von der Tarifabteilung der Wiener Linien berechnet und nach Vorliegen gesondert verlautbart. Eines ist aber bereits fix: Egal, mit welcher Fahrkarte die Kundinnen und Kunden der Wiener Linien künftig unterwegs sind, die Mitnahme eines Fahrrades ist in Zukunft gratis.
Mobilpass wird fortgesetzt
Der Mobilpass der Stadt Wien wird in bewährter Weise fortgesetzt. Vom vielfältigen Angebot des Mobilpasses profitieren Mindestpensionistinnen und -pensionisten sowie alle erwachsenen Bezieherinnen und Bezieher der Mindestsicherung. Der Mobilpass bietet neben anderen Ermäßigungen bei den Wiener Linien auch künftig eine Monatskarte zum Tarif von 15,20 Euro.
Ausstellung eines Mobilpasses - Antrag
SeniorInnentarife bleiben gleich günstig
Die SeniorInnentarife der Wiener Linien bleiben tariflich gleich günstig wie bisher (224 Euro bei Barzahlung). Allerdings werden sich die Anspruchsvoraussetzungen ändern. Ab 1. Jänner 2012 können alle Seniorinnen und Senioren, die 60 Jahre oder älter sind, eine ermäßigte Seniorenkarte erwerben. In den nächsten zehn Jahren wird die Altersgrenze für die Berechtigung zum Erwerb einer SeniorInnenjahreskarte jeweils alle zwei Jahre um ein Jahr angehoben. Ab dem Jahr 2022 liegt die Altersgrenze einheitlich bei 65. Damit wird bei den Seniorentarifen die allgemeine Anhebung des Pensionsalters nachvollzogen.
Der Zwei-Fahrten-Fahrschein für SeniorInnen kostet 2,50 Euro (1,25 Euro pro Fahrt).
Verbesserungen für Studierende
Änderungen gibt es ab dem Wintersemester 2012/13 für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen. Studierende aller anerkannten Universitäten beziehungsweise FHs können mit einem aufrechten Hauptwohnsitz in Wien jeweils ein Semesterticket (als Netzkarte für ganz Wien) für fünf Monate zum Preis von 75 Euro lösen. Das Semesterticket gilt jeweils vom 1. September bis zum 31. Jänner beziehungsweise vom 1. Februar bis zum 30. Juni.
Für alle übrigen Studierenden wird dieses Semesterticket um 150 Euro angeboten. Alle Studierenden an Wiener Hochschulen beziehungsweise Fachhochschulen erhalten ihr Semesterticket jeweils bis zum vollendeten 26. Lebensjahr unabhängig vom Bezug der Familienbeihilfe.
Ausdehnung des Geltungszeitraums der Nachmittagsbildungskarte
Schülerinnen und Schüler, deren Wohnort direkt neben einer Bildungseinrichtung liegt und daher keine Schülerstreckenkarte erhalten, können eine Nachmittagsbildungskarte um 6 Euro pro Monat erwerben. Ab dem Schuljahr 2012/13 wird der Geltungszeitraum ausgeweitet: Diese Karte gilt von Montag bis Freitag bereits ab 12 Uhr (bislang 13 Uhr) für den Rest des Tages beziehungsweise künftig auch am Samstag ganztägig. Auch Fahrten für Lehrausgänge und andere Schulveranstaltungen sind nun inkludiert. Bereits jetzt fahren Schülerinnen und Schüler in Wien bis zum Alter von 19 Jahren an Sonn- und Feiertagen und in den Ferien generell gratis.
Erhöhung der Strafen für Schwarzfahren
Der "Tarif" für das Schwarzfahren wird deutlich teurer. Wer dabei erwischt wird, zahlt künftig bei sofortiger Barzahlung an Ort und Stelle 100 Euro statt aktuell 70 Euro.
Bindung der Tarife der Wiener Linien an die Teuerung
In Zukunft werden die Tarife der Wiener Linien an die allgemeine Teuerung gekoppelt. Analog zu Modellen in anderen Städten wird künftig jährlich überprüft, ob in den jeweiligen Fahrscheinkategorien eine Teuerung vorliegt oder nicht. Mit dieser Regelung sollen in Zukunft große Preissprünge ausgeschlossen werden.
Weiterführende Informationen
- Wiener Linien
- Gemeinsame Wege für Wien - Das rot-grüne Regierungsübereinkommen 2010
- Tarifreform: Wien ist Jahreskarten-Stadt Europas (rk vom 12.10.2011)
wien.at-Redaktion
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