Vom Fußabdruck zum Ressourcenmanagement
Der Ökologische Fußabdruck zeigt, dass wir zuviel Güter, Energie, Wasser und landwirtschaftliche Produkte verbrauchen, die unter dem Begriff "Ressource" zusammengefasst werden.
Der Begriff "Ressource" umfasst einerseits die natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft. Andererseits gehören dazu durch menschliche Aktivitäten ausgelöste Güter- und Stoffflüsse und die "Lager" - wie Baumaterialien, Konsumgüter, Abfälle, Kohlendioxid, Stickstoff oder Schwermetalle.
Ressourcenmanagement bedeutet, den Stoffhaushalt der Stadt zu analysieren und anhand zukunftsfähiger Kriterien und Indikatoren zu evaluieren. So kann der Stoffhaushalt mit effizienten Maßnahmen gesteuert werden. Ressourcenmanagement ist ein zentraler Bestandteil einer Nachhaltigen Entwicklung. Bei einer nachhaltigen Nutzung der Umwelt darf der Verbrauch von erneuerbaren Rohstoff-, Wasser- und Energieressourcen die Neubildungsrate nicht übersteigen. Nicht erneuerbare Ressourcen dürfen nicht schneller verbraucht werden, als sie durch dauerhafte erneuerbare Ressourcen ersetzt werden können. Nachhaltige Umweltnutzung bedeutet auch, dass die Emission von Schadstoffen nicht größer sein darf als die Fähigkeit von Luft, Wasser und Boden, diese Schadstoffe zu binden und abzubauen. Der Ökologische Fußabdruck soll nicht größer sein als der Sollwert von 1,8 Hektar pro Person.
Ressourcenmanagement für Wien
Die Humanmedizin vertritt die These, dass die Gesundheit einer oder eines Patienten nur durch die Kenntnis des gesamten Stoff- und Energiewechsels erreichbar ist. Dies kann auch auf Städte übertragen werden. Eine Nachhaltige Entwicklung, also eine "gesunde Stadt", ist nur auf Basis des Wissens über den gesamten Stoff- und Energiewechsel möglich. Ziel ist die Optimierung des Stoff- und Energiewechsels. Dabei spielt Vorsorge eine zentrale Rolle. Städte sollten vermehrt darauf achten, welche Stoffe sie nutzen und wie sie diese Stoffe nach der Nutzung schonend und umweltverträglich wiederverwerten oder der Natur zurückgeben können. Dies muss in einer Weise geschehen, dass deren Selbstreinigungskraft nicht überbeansprucht wird.
Der urbane Stoffwechsel entspricht heute primär einem linearen Durchflussreaktor: Wasser und Luft fließen vom Versorgungshinterland zur Stadt und weiter zum Entsorgungshinterland meist in linearer Form. Beim derzeitigen Wachstum der Städte zeigt sich, dass die Kreislaufwirtschaft ansteigende Bedürfnisse nach langlebigen Gütern (beispielsweise Baumaterialien) nur beschränkt befriedigen kann: Der Bedarf der wachsenden Stadt übersteigt das Angebot an Sekundärstoffen stark. Die in der Stadt akkumulierten Stoffe und Güter, das "Lager Stadt", stellt einerseits eine zukünftige Rohstoffquelle dar (Recycling). Andererseits bedroht dieses Lager langfristig die Qualität von Wasser, Boden und Luft, falls es nicht nach umweltverträglichen Gesichtspunkten bewirtschaftet wird. Stoffflüsse in die Umwelt im Umland (oder dem globalen Hinterland) können bedeutender sein als jene in der Stadt selbst.
Urbaner Stoffwechsel in Wien - Grafik: 15-KB-GIF
Wien ist eine der ersten Städte Europas, die Stoffbilanzen im Sinne eines Ressourcenmanagements für eine gesamte Stadt durchgeführt hat.
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