Stickstoffoxide (NO, NO2)
Stickstoffoxide, kurz Stickoxide genannt, entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen durch die Oxidation von in der Luft enthaltenem Stickstoff. Wesentliche Quellen sind dabei Kraftfahrzeug-Motoren, kalorische Kraftwerke und Heizungen.
Entstehung
Stickstoffoxide werden überwiegend als Stickstoffmonoxid (NO) emittiert. In der Atmosphäre oxidieren sie zu Stickstoffdioxid (NO2). Zusammen mit Kohlenwasserstoffen bilden sie die Hauptvorläufersubstanzen für Ozon.
Auswirkungen
Für den menschlichen Organismus ist vor allem Stickstoffdioxid (NO2) gefährlich. Es greift in erster Linie die Schleimhäute an.
Die Auswirkungen auf Pflanzen zeigen sich in einer Bleichung und im vorzeitigen Altern der Blätter sowie in einem geringeren Wachstum der Pflanze.
Die bodennahen Luftschichten werden besonders während der Wintermonate, an Tagen mit ausgeprägten Inversionswetterlagen, verstärkt mit Stickstoffoxiden angereichert. Diese sind verantwortlich für die Versauerung und Überdüngung von Böden und Gewässern. In der kalten Jahreszeit entstehen aus gasförmigen Stickstoffoxiden und Ammoniak partikelförmige Substanzen, die zur Belastung durch Feinstaub (PM10) beitragen.
Hauptverursacher
Hauptverursacher der Stickstoffoxide-Emissionen ist mit mehr als 50 Prozent der Straßenverkehr. Davon stammen bereits über 40 Prozent von Lastkraftwagen, obwohl der Lastkraftwagen-Anteil am Wiener Gesamtverkehr nur etwa zehn Prozent beträgt.
Die zweitgrößte Quelle mit rund 25 Prozent ist die Raumwärmeerzeugung. Davon stammen etwa 70 Prozent aus dem Wohnbereich.
Maßnahmen und Untersuchungsergebnisse
NO2-Maßnahmen-Programm
Seit Ende Dezember 2008 liegt ein neues Maßnahmenprogramm vor, das eine Vielzahl von Maßnahmen zur Reduktion von Stickstoffoxiden (NOx) und insbesondere Stickstoffdioxid (NO2) enthält. Die Schwerpunkte des Programms liegen im Verkehrsbereich, im weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs, in der Förderung schadstoffarmer Fahrzeugflotten im Magistrat und in der Reduktion des Dieselanteils im gesamten PKW-Bestand von Wien. Insgesamt können mit dem beschlossenen Programm laut Expertinnen- und Experten-Schätzung jährlich 1.000 Tonnen Stickstoffoxide (das sind acht Prozent der jährlich emittierten Stickstoffoxide) und 150 Tonnen Stickstoffdioxid (das sind 15 Prozent des jährlich emittierten Stickstoffdioxids) reduziert werden.
- NO2-Programm 2008 mit integriertem Umweltbericht gemäß Immissionsschutzgesetz - Luft (2,6 MB PDF)
- Zusammenfassende Erklärung (135 KB PDF)
Statuserhebung 2006
In den letzten rund fünf Jahren haben die Kurzzeitüberschreitungen an der stark befahrenen Messstation Hietzinger Kai (Westeinfahrt) speziell im Winter stark zugenommen. Mit den Stickstoffoxid-Daten bis 2006 wurde eine neue Statuserhebung durchgeführt. Diese wurde am 30. April 2008 veröffentlicht. Sie fasst die detaillierte Untersuchung unter Hinweis auf Reduktionsmöglichkeiten zusammen. Aus der Untersuchung geht eine klar veränderte Verkehrssituation gegenüber den letzten Jahren hervor.
NO2-Statuserhebung 2006 (1,1 MB PDF)
Statuserhebung 2002 und 2003
Eine detaillierte Untersuchung, die aufgrund von Überschreitungen des Langzeit-Immissionsschutz-Grenzwertes für NO2 veranlasst wurde, ist die Statuserhebung NO2 2002 und 2003 in Wien. In dieser Statuserhebung sind auch die Maßnahmen angeführt, die zur Reduktion von Stickstoffoxid-Emissionen gesetzt wurden.
NO2-Statuserhebung 2002 und 2003 (721 KB PDF)
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