Auswirkungen der Fernwärme auf die Luftqualität

Fernwärme ist ein effizientes System zur Beheizung von dicht bebauten Gebieten. Wien hat eine besonders gut ausgebaute Fernwärmeversorgung. Mit knapp 1.000 Kilometern Leitungslänge ist Fernwärme mittlerweile fast im gesamten besiedelten Gebiet der Stadt verfügbar.

In speziellen Druckleitungen wird 150 Grad heißes Wasser zu den Verbrauchern gebracht und damit der Raumwärme- und Warmwasserbedarf gedeckt.

Vergleich mit anderen Formen der Wärmegewinnung

Zwischen 1990 und 2005 ist der Anteil von Fernwärme an der Raumwärmedeckung in Wien von etwa 26 Prozent auf 35 Prozent gestiegen.

Bei Einzelheizungen werden Energieträger (Öl, Erdgas, Biobrennstoffe) vor Ort zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Einzelheizungen haben gegenüber der Fernwärme dann Vorteile, wenn Häuser in locker bebauten Gebieten beheizt werden sollen, und wenn emissionsarme Brennstoffe wie beispielsweise Erdgas verwendet werden.

Bei Fernwärme werden dagegen Brennstoffe, die in kleinen Anlagen ohne Rauchgasreinigung nicht einsetzbar sind, oder Wärme, die sonst ungenützt verloren gehen würde (Abwärme von Kraftwerken) genutzt.

Fernwärme ist kapitalintensiv, aber umweltfreundlich. Wenn die etwa 260.000 Wohnungen, die in Wien mit Fernwärme versorgt sind, mit Heizöl oder Gas beheizt werden würden, gäbe es rund eine Millionen Tonnen höhere Kohlendioxid-Emissionen.

Die Rauchgase der Müllverbrennung werden gefiltert, gewaschen und mittels Filter und Katalysatoren gereinigt. Diese Anlagen stoßen damit pro erzeugter Wärmemenge deutlich weniger Schadstoffe aus als Einzelheizungen.

In Wien werden etwa 5,5 Millionen Tonnen Gigawattstunden Fernwärme bereit gestellt. Davon entfallen knapp 60 Prozent auf Abwärme von kalorischen Kraftwerken mit fossilen Energieträgern. Über 30 Prozent entstehen aus der Müllverbrennung plus Biomasse-Heizwert, sechs Prozent aus der Nutzung von industrieller Restwärme und zwei Prozent aus Spitzenheizwerken.

Was bedeutet weißer, grauer oder schwarzer Rauch aus der Müllverbrennungsanlage Spittelau?

Die Rauchgase der Müllverbrennungsanlage Spittelau werden in einer Rauchgasreinigungsanlage entsprechend den gesetzlichen beziehungsweise mit Bescheid vorgeschriebenen Bestimmungen gefiltert. Das auf diese Weise gereinigte Abgas besteht zu einem großen Teil aus Wasserdampf. Je nach Wetterlage und Sonneneinstrahlung ist dieser als weißer, grauer oder schwarzer Rauch sichtbar. Die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte ist jederzeit auf der Anzeigentafel am Liechtenwerderplatz abzulesen.

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