Wasserparkbrücke - Lärmtechnische Sanierung

Schwingungsabsorber am Gleis auf der Wasserparkbrücke

Die Wasserparkbrücke ist eine die Alte Donau überquerende ÖBB-Eisenbahnbrücke in Floridsdorf. Durch das Überfahren der Brücke entstehen Schwingungen der Gleise und der Brückenkonstruktion. Diese verursachten starken Lärm.

Ausgangslage

Die Wasserparkbrücke war Jahrzehnte lang der Grund für Lärmbeschwerden. Die zweigleisige Stahlbrücke hat eine offene Fahrbahn. Der Gleisrost, bestehend aus Brückenhölzern und Schienen, ist direkt auf den Brückenlängs- und Querträgern angebracht. Diese einfache, aus den 1950er Jahren stammende Konstruktion, ruft beim Überfahren der Brücke starken Lärm hervor.

Zahlreiche Beschwerden über die Lärmbelästigung kamen aus dem direkt im Nahbereich der Brücke befindlichen Erholungsgebiet (unter anderem Gasthof "Neuner") sowie den angrenzenden Wohngebieten. Eine Minderung der von der Brücke ausgehenden Schallemissionen war gefordert. In einer Übereinkunft zwischen dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Stadt Wien (Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)) wurde eine Sanierung mit Absorbern beschlossen. Eine Pegelreduktion um mindestens fünf Dezibel sollte erzielt werden.

Vor dem Bau der U-Bahn Verlängerung nach Floridsdorf befand sich direkt vor der Brücke die Haltestelle Strandbäder. Bis auf wenige durchfahrende Güter- und Eilzüge blieben alle Züge der S-Bahn hier stehen. Die Brücke wurde daher nur mit geringer Geschwindigkeit (abbremsen oder beschleunigen) befahren. Durch den Bau der U-Bahn war die Verlegung der Haltestelle Standbäder um 250 Meter in Richtung Donau erforderlich. Dadurch erhöhte sich auch die Geschwindigkeit der überfahrenden Züge. Die Lärmbeschwerden nahmen zu. Als Sofortmaßnahme wurden Lärmschutzwände anstelle der Brückengeländer montiert, die eine Verringerung der Beschwerden herbeiführte. Dies änderte sich jedoch mit der Inbetriebnahme der U-Bahn, da die erwartete abschirmende Wirkung des fertig gestellten U-Bahnbauwerkes die Lärmabstrahlung der Wasserparkbrücke bei weitem nicht abdecken konnte. Es kam zu weiteren massiven Lärmbeschwerden, die jedoch darin endeten, dass sich die ÖBB nicht als Verursacher sah. Des weiteren gab es von Seiten der ÖBB keine Finanzierungsmöglichkeit im Hinblick auf den seit 1994 gültigen Schienenverkehrslärmimmissionskataster, der diesen Streckenbereich in die Prioritätsstufe vier gereiht hatte. Die Brücke liegt in einem Erholungsgebiet, und nicht in einem Wohngebiet, nach welchem sich die Prioritätenreihung orientiert.

Maßnahmen

Folgenden lärmtechnischen Sanierungen wurden vorgenommen:

  • Am Stahltragwerk der Wasserparkbrücke und am Schienenfuß des Gleises wurden Schwingungsabsorber eingebaut. Sie mindern die Schallabstrahlung:
    • An den Haupt- und Querträgern wurden insgesamt 318 Schwingungsabsorber mit einer Größe von 350 Mal 250 Mal 45 Millimeter und einem Einzelgewicht von je 32 Kilogramm montiert.
    • Am Schienenfuß des Gleises Eins wurden 296 Schienenabsorber angebracht.
  • Erneuerung der Schienen
  • Verlegung der Schienenauszugsvorrichtung von der Brücke in den Dammbereich

Erfolg

Die Minderung der Schallemission beträgt durchschnittlich 16 Dezibel. Dies ist vergleichbar mit der Verminderung des Verkehrsaufkommens auf einer Straße von 1.000 Fahrzeugen auf 120 Fahrzeuge.

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Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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