Lärmbelastung in Wien
Lärm wird von den Menschen in der Stadt Wien als eine der größten Umweltbelastungen empfunden. Im Kampf gegen den Stadtlärm ist die Palette der städtischen Maßnahmen vielfältig:
- Lärmschutzwände und Lärmschutzwälle werden errichtet.
- Der Einbau von Schallschutzfenstern wird gefördert.
- Fußgängerzonen, Tempo-30-Zonen oder die Parkraumbewirtschaftung tragen wesentlich zur Verkehrsberuhigung bei und führen zwangsläufig zu weniger Lärm.
- Die öffentlichen Verkehrsmittel werden durch modernste Schallschutztechnik für Bim, Bus und U-Bahn immer leiser.
- Wie laut es wo sein darf, wird von zahlreichen Gesetzen, Verordnungen und ÖNORMEN geregelt.
Wie laut ist Wien?
Elf Prozent der städtischen Bevölkerung in Wien ist von einem Lärmpegel über 70 Dezibel betroffen. Das entspricht dem typischen innerstädtischen Straßenverkehr. Im dicht bebauten Stadtgebiet liegt die Lärmbelastung weit über den angestrebten Grenz- und Richtwerten. Die Toleranz der Bevölkerung gegenüber vorhandenem Lärm wird immer geringer.
Erhebung von Lärmdaten
Die Lärmsituation in Wien wird auf verschiedene Weise erfasst: Die subjektive Lärmbelastung der Bevölkerung wird in erster Linie in Umfragen ermittelt. Objektive Schallmessungen werden anlassbezogen durchgeführt: bei Beschwerden und im Zuge von Genehmigungsverfahren bezüglich Veranstaltungen, Gewerbe- oder Bauvorhaben.
Reduktion von Lärm und Lärmquellen
Die Lärmbelastung ist seit 1982 um 17,3 Prozent gesunken. 1982 fühlten sich 73,8 Prozent der Wienerinnen und Wiener durch Lärm belästigt. 1996 waren es nur mehr 56,5 Prozent. Das zeigt der Vergleich der Daten aus der Umwelterhebung 1982 mit den Ergebnissen der 1996 durchgeführten IFES-Studie "Leben in Wien". Bei dieser Studie wurden insgesamt rund 7.200 Wiener Frauen und Männer ab 15 Jahren zu verschiedenen Themen, unter anderem auch zur Lärmbelastung befragt.
Bei den störenden Lärmquellen wird an erster Stelle der Straßenverkehrslärm (PKW: 32 Prozent, Motorräder: 29 Prozent, LKW: 24 Prozent) genannt. An zweiter Stelle steht der Schienenlärm mit 15 Prozent, gefolgt von Baulärm und Nachbarschaftslärm mit jeweils 13 Prozent. Weitere als störend empfundene Lärmarten: Fluglärm (zehn Prozent) und Lärm von Gewerbebetrieben (fünf Prozent).
Umfrageergebnisse im Detail
Aufgeschlüsselt nach Lärmarten ergibt sich bei Motorrädern und beim PKW-Lärm ein Minus von 14 Prozent. Vom Lärm der Gewerbebetriebe fühlen sich um ein Prozent weniger Wienerinnen und Wiener belästigt als 1982. Leicht gestiegen sind die Lärmemissionen durch LKWs mit einem Plus von einem Prozent. Der Schienenlärm stagniert mit einem Anteil von 15 Prozent. Eine Steigerung ist beim Flug- und Baulärm zu verzeichnen um jeweils sieben Prozent. Wobei der Zuwachs beim Baulärm vor allem auf den verstärkten U-Bahn-Bau in den letzten Jahren zurückzuführen ist. Das Positive daran: Der Ausbau leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsmittel trägt dazu bei, den Individualverkehr zu verringern. Und das bedeutet letztendlich weniger Lärm und weniger Schadstoffe für die Zukunft.
Subjektive Lärmbelastung
Heute leiden in Wien weniger Menschen unter der Lärmbelastung als 1982. Obwohl die Lärmbelastung insgesamt gesunken ist, geben mehr als die Hälfte der Wienerinnen und Wiener an, dass sie unter Lärm leiden. Der Grad der Lärmbelastung ist unterschiedlich. 39 Prozent der Befragten geben an, gar nicht unter Lärm zu leiden (1982: 18 Prozent). Geringfügig oder mittelmäßig vom Lärm belastet sind 33 Prozent (1982: 58 Prozent). Eine starke Lärmbelastung beklagen 16 Prozent (1982: 19 Prozent). Fast unerträglich ist der Lärm für 12 Prozent der Befragten (1982: fünf Prozent).
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