Lärm und Psychologie
Lärm beeinträchtigt die sprachliche Kommunikation. Er unterbricht Gedankengänge, verhindert Entspannung und erschwert das Einschlafen oder Durchschlafen.
Geräuschfaktoren
Die Lautstärke macht das Geräusch erst zum Lärm. Aber auch andere Geräuschfaktoren spielen eine Rolle:
- Auftrittszeitpunkt im Tagesverlauf: Besonders in den Abend- und Nachtstunden fühlen sich Menschen durch Lärm belästigt.
- Dynamische Eigenschaften: Der Wechsel von laut und leise ist besonders unangenehm.
- Frequenz: Hohe laute Töne sind unangenehmer als tiefe laute Töne.
- Soziale Bewertung: Kirchenglocken stören weniger als ein laufender Motor.
- Persönliche Bewertung: Lärm bedeutet für jede Person etwas anderes.
Wenn Geräusche zur Belästigung werden
Von Lärmbelästigung wird gesprochen, wenn aufgrund eines auftretenden Geräusches eine Aktivität unterbrochen beziehungsweise behindert wird. Besonders lärmempfindlich reagieren Personen, wenn
- die sprachliche Kommunikation gestört wird (zum Beispiel ein lautes Gespräch am Nachbartisch, das das Zuhören erschwert),
- sie Denkleistungen erbringen (zum Beispiel Auswendiglernen von Texten, Lernen in lauten Klassenräumen), oder
- sie schlafen wollen.
Wenn Menschen verärgert oder in einer allgemein schlechten Stimmung sind, zeigen sie wenig Neigung, freundlich auf Mitmenschen zuzugehen und ihnen zu helfen. Lärm kann solche Missstimmungen auslösen. Ein Experiment zeigte, dass bei hohem Lärm Passantinnen und Passanten häufiger als unter vergleichsweise ruhigen Verhältnissen die Hilfsbedürftigkeit einer Mitbürgerin oder eines Mitbürgers übersehen.
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