Lärm und Gesundheit

Lärmschäden vorbeugen

Trompetenspieler

Ein Lärmschaden durch die Zerstörung der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr ist nicht mehr rückgängig zu machen. Daher kommt dem vorbeugenden, konsequenten Schutz des Ohres vor zu lauten Geräuschen entscheidende Bedeutung zu. Die Schallschädigungen addieren sich im Laufe des Lebens. Der Schallschutz muss schon im Jugendalter beginnen, zum Beispiel durch entsprechende Aufklärungsarbeit. Entscheidend ist, unserem Gehör Phasen der Erholung zu bieten.

Lärm schadet nicht nur dem Ohr

Lärmwirkungen, die den Gesamtorganismus betreffen, lassen sich durch experimentelle Studien und Feldstudien belegen. Dazu gehören Veränderungen von physiologischen Parametern vor allem im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems, Langzeiteffekte auf den Blutdruck, Stoffwechselveränderungen, Störungen der Schlafquantität und -qualität und Verminderung von Entspannung und Erholung. Psychische Wirkungen betreffen die erlebte Störung und Belästigung. Sie haben verschiedene emotionale Reaktionen zur Folge. Insbesondere zeigen sich diese durch Störung oder Unterbrechung der sprachlichen Kommunikation oder der Arbeitsleistung. Soziale Lärmkonsequenzen beziehen sich auf das Wohnverhalten und die durch Lärm erzwungenen Verhaltensänderungen. Die Lebensqualität sinkt, und der Wunsch, die gewohnte Wohnumgebung zu verlassen, wird geäußert.

Schäden durch Lärm

Die besondere Empfindlichkeit unseres Gehörsystems hat einen Nachteil: Zu laute Geräusche können das Ohr und seine Sinneszellen vorübergehend oder dauerhaft schädigen. Unter Umständen kann auch eine gesundheitsschädliche Schallstärke (zum Beispiel bei Musik) als angenehm empfunden werden. Die Folgen können unterschiedlich schwer sein. Sie können nicht nur das Gehörsystem betreffen, sondern auch Störungen des Gesamtorganismus hervorrufen.

Bis 85 Dezibel - Störungen des Organismus
80 bis 85 Dezibel - Schäden im Ohr möglich
Über 85 Dezibel Dauereinwirkung - Teilweiser Hörverlust möglich
140 bis 160 Dezibel - Schalltrauma möglich

Bis 85 Dezibel - Störungen des Organismus

Lärm bis 85 Dezibel kann durch Stress- oder Alarmreaktionen, die er im Organismus auslöst, zu Störungen der Verdauung, der Herztätigkeit, der Blutdruckregulation und des Schlafes führen. In der Folge kann es zu Konzentrationsstörungen, Nervosität, Aggressionen und Stimmungsveränderungen kommen. Besonders empfindlich sind wir für Geräusche während unserer Ruhe- und Erholungsphase in der Nacht.

80 bis 85 Dezibel - Schäden im Ohr möglich

Lärm über 80 bis 85 Dezibel kann die empfindlichen Härchenzellen im Cortischen Organ schädigen. Zuerst werden die empfindlicheren äußeren Haarzellen und dann die inneren Haarzellen beschädigt. Man spricht vom so genannten akustischen Trauma, das vom Geräusch, seiner Intensität multipliziert mit der Dauer der Einwirkung abhängig ist. Bei der vorübergehenden Schädigung besteht eine Reparationsmöglichkeit der empfindlichen Härchenzellen im Innenohr. Bei der permanenten Schädigung werden Haarzellen für immer beschädigt. Der damit verbundene Hörverlust ist also entweder vorübergehend oder bleibend.

Über 85 Dezibel Dauereinwirkung - Teilweiser Hörverlust möglich

Eine niedrige Schallintensität mit längerer Dauer (zum Beispiel über 85 Dezibel täglich acht Stunden lang) kann über Jahre und Jahrzehnte zu einer Überforderung der Sinneszellen führen. Die überlasteten Härchenzellen degenerieren, wenn sie in entsprechenden Lärmpausen keine Zeit zur Erholung haben. Unabhängig von der Tonhöhe des schädigenden Geräusches beginnt der Hörverlust meistens bei 4.000 Hertz. In dem Bereich, in dem die Haarzellen im Verlaufe der Schnecke zerstört sind, nehmen wir die Töne nicht mehr wahr, in diesem Fall die hohen Töne. Dies wirkt sich zum Beispiel so aus, dass wir zwar hören, wenn jemand spricht, aber ihn nicht mehr genau verstehen. Dies passiert vor allem bei ungünstigen äußeren akustischen Bedingungen mit relativ lauten Hintergrundgeräuschen (sogenannter Cocktailparty-Effekt). Dieses Phänomen ist zum Beispiel bei der Altersschwerhörigkeit bekannt, von der fast 50 Prozent der Menschen über 60 Jahre betroffen sind. Es besteht weiters bei Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz ständigem Lärm ausgesetzt sind.

140 bis 160 Dezibel - Schalltrauma möglich

Schalltraumen können akut oder chronisch sein. Ein typisches akutes Schalltrauma ist das Knalltrauma, zum Beispiel ein Schuss mit einem Gewehr oder einer Pistole. Dabei kann innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde eine Lautstärke von 140 bis 160 Dezibel auftreten. Die Schutzwirkung der Mittelohrmuskeln kann nicht eintreten. Die Haarzellen können trotz der kurzen Dauer durch die hohe Schallenergie physisch irreversibel geschädigt sein. Beim Explosionstrauma kommt eine Druckwelle dazu, die das Trommelfell zerreißen kann.

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Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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