Dotation Hausgraben Lobau
Die Kompensation der Grundwasserabsenkung infolge der Absicherung der Kriegsaltlast Tanklager Lobau erfolgt in Abstimmung mit dem Projekt Dotation Lobau. Dabei wird der bestehende Altarm Hausgraben zur Anhebung und Anreicherung des Grundwassers über eine Länge von zirka 2.200 Meter aktiviert. Die Dotation erfolgt im freien Fließgefälle über die Altarme der Lobau, das Mühlwasser, das Tischwasser und das Oberleitner Wasser aus der oberen Stauhaltung der Neuen Donau.
Um im Hausgraben die notwendigen Wasserspiegel erreichen und einstellen zu können, wird im Oberleitner Wasser die Hausgrabentraverse errichtet. Sie ist integrierter Bestandteil des Gesamtkonzeptes Dotation Lobau. Der Standort der Wehranlage wurde nach topografischen und ökologischen Randbedingungen und Erfordernissen festgelegt, wie zum Beispiel möglichst wenig Erdbewegungen, Zufahrtsmöglichkeit, erlaubte Wasserspiegelhöhen und -schwankungsbreiten. Die Traverse besteht aus einem gedichteten Erddamm und einem regulierbaren Wehrteil. Damit können den Jahreszeiten angepasste Wasserspiegel sowohl im Oberleitner Wasser als auch im Hausgraben erzeugt werden. Der Wasserspiegel wird im Mittel eine jährliche Schwankung von zirka 50 Zentimeter aufweisen.
Für die Dotation des Hausgrabens müssen noch zusätzliche Anlagenteile wie ein Einlaufbauwerk samt Regulierorgan und Messeinrichtung, ein neu zu schaffendes Verbindungssystem, Durchlässe und Feldwegbrücken errichtet werden. Da der Hausgraben vor allem der Grundwasserversickerung dient, ist die Sohle in den Versickerungsabschnitten versickerungsfähig zu halten. Sie muss also von Fall zu Fall gereinigt werden. Es ist zu erwarten, dass diese Maßnahme nicht häufig notwendig wird, da das Versickerungswasser aus der Dotation Lobau äußerst schwebstoffarm ist und nur ein Eintrag über den Luftweg erfolgt. Dies betrifft einerseits den Windeintrag von Bodenteilchen und andererseits den Eintrag von organischem Detritus.
Die Sohlpflegeabschnitte wurden entsprechend den Ergebnissen der Grundwassermodellierung gewählt. Ein weiteres Kriterium bildete die Zufahrtsmöglichkeit zum Hausgraben. Die Sohlpflegemaßnahmen werden mit Kleingeräten durchgeführt, wobei die abgelagerten Feinsedimente zu entfernen sind beziehungsweise der anstehende Kies der Sohle wieder freigelegt werden muss. Dies kann durch Absaugen der vorhandenen Schlammschicht oder durch vorsichtiges Abheben der obersten kolmatierten Schicht erfolgen.
In Zusammenarbeit mit den Vertretern der Magistratsabteilungen Wien, des Nationalparks Donau-Auen und der Kommunalkredit Austria wurde ein ökologisch und wirtschaftlich optimiertes Sanierungsprojekt entwickelt, das auch die mannigfach vorgegebenen gesetzlichen Zielsetzungen erfüllt.
Nach Fertigstellung dieses Projektes ist die qualitative Sicherung des Grundwasservorkommens in der Lobau gewährleistet und damit ein weiterer wesentlicher Schritt zur Entschärfung der Altlastenproblematik und zur Sicherung der Umwelt erfolgt.
Lageplan des Hausgrabens: 233 KB PDF
Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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