Die Vorschläge für den Donauhochwasserschutz

Bei dem Hochwasser 1954 zeigten sich die Grenzen der Standfestigkeit einzelner Dammabschnitte bereits bei einem Durchfluss von 9.600 Kubikmeter pro Sekunde. Nach diesem Hochwasser kam die Diskussion um die Verbesserung des Hochwasserschutzes wieder in Schwung.
Es wurden vier prinzipielle Varianten in Erwägung gezogen:

Vorschlag 1
Erhöhung der bestehenden Dämme bei gleichzeitiger Abtragung der seit dem Bau des Durchstichs entstandenen Anlandungen (Konzept Bundesstrombauamt)
Vorschlag 2
Schaffung eines Hochwasserentlastungsgerinnes im Überschwemmungsgebiet (Projekt Prof. August Zottl)
Vorschlag 3
Bau eines "Umfluters" außerhalb (nordöstlich) des bebauten Stadtgebietes (Konzept Ewald Liepold)
Vorschlag 4
Vergrößerung des Abflussprofils mit Überstauung und Kraftwerksnutzung (Entwurf Studiengesellschaft Klosterneuburg)

Die Vorschläge 3 und 4 wurden ausgeschieden. Ihre Verwirklichung hätte lange Bauzeiten und einen höheren Investitionsbedarf bis zur tatsächlichen Verbesserung des Hochwasserschutzes erfordert. Der Vorteil der Dammerhöhung lag in den geringeren Kosten. Schließlich gab der Mehrzweckcharakter des Vorschlages 2 den Ausschlag zu dessen Gunsten.

Mehrzweckcharakter des Hochwasserentlastungsgerinnes im Überschwemmungsgebiet

  • Verbesserung des Hochwasserschutzes durch Absenkung des Wasserspiegels
  • Städtebauliche Vorteile durch bessere Verbindung der Stadtteile links- und rechtsufrig der Donau
  • Möglichkeit der Erholungsnutzung auf der hochwasserfreien Insel zwischen Entlastungskanal und Hauptstrom
  • Möglichkeit der positiven Beeinflussung des Grundwasserhaushalts im Bereich der Alten Donau und der Lobau

Der Vorschlag Zottls ging davon aus, dass durch den Bau eines ausreichend dimensionierten Entlastungskanals der Wasserspiegel bei Durchfluss einer Hochwassermenge von 14.000 Kubikmetern pro Sekunde um rund einen Meter unter jenem Spiegel gehalten werden kann, der sich beim Abfluss innerhalb des bestehenden (lediglich erhöhten) Dammsystems einstellen würde. Die begleitenden Dämme konnten dadurch entsprechend niedrig gehalten werden.

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