Funktion und Nutzung der Donauinsel

Hydrologisch wirkt die Donauinsel beziehungsweise ihr Untergrund als Filter in der Sickerwasserverbindung zwischen Strom und Neuer Donau, und zwar sowohl hygienisch als auch chemisch. Die Reduktion der Phosphatkonzentration bewirkt ein geringeres Planktonwachstum. Das äußert sich in der Klarheit des Wassers und ist sowohl hinsichtlich der Badenutzung als auch der ökologischen Funktionsfähigkeit von Vorteil.

Schon während der Bauarbeiten hat die Wiener Bevölkerung die eben erst ausgebaggerten Bereiche der Neuen Donau genützt. Mittlerweile sind Donauinsel und Neue Donau Fixbestandteile im Feizeitverhalten der Wienerinnen und Wiener, wobei nicht ausschließlich die Lokalszene den Schwerpunkt bildet, sondern vor allem die naturnah gestalteten und extensiv gepflegten Bereiche.

Das Projekt "Donauinsel" veranschaulicht deutlich den Wertewandel, der in den letzten Jahren im Wasserbau stattgefunden hat. Hochwasserschutz, Schifffahrt und Kraftwerksbau stehen nicht mehr allein im Vordergrund. Wasserwirtschaftliche Planungen und Regulierungsmaßnahmen haben eine neue Dimension erfahren.

Das Bedürfnis vor allem der Großstadtbevölkerung nach Freizeit- und Erholungsräumen ist ein Maßstab dafür, wie viel an ursprünglicher Landschaft bereits verloren gegangen ist. Es geht nicht mehr nur darum, die noch bestehenden Reste intakter Landschaften beziehungsweise Flusssysteme nach Möglichkeit zu erhalten, sondern verstärkt auch um die Rückgewinnung bereits verlorener Terrains und die Wiederbelebung degenerierter Flusssysteme.

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