Altlastensituation in Wien

Altlastsanierung bei BP in Wien 11

Galvanikschlämme, Quecksilber- und Arsenrückstände, Reste der Gaserzeugung, Mineralöle und viele andere gefährliche Stoffe wurden von den Generationen vor uns nicht als Bedrohung erkannt. Was man loswerden wollte, verschwand, wie man meinte, für die Ewigkeit im Erdreich und in aufgelassenen Schotter- oder Ziegelgruben.

Heute müssen sich in Wien - wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden - politische Entscheidungsträger und Techniker mit der Lösung dieser Probleme auseinander setzen. Es bedarf großer Anstrengungen und des Einsatzes hoher finanzieller Mittel, um der Altlasten Herr zu werden, die die Umwelt bedrohen. Mülldeponien produzieren Methangas, das für die Bevölkerung in der Umgebung gefährlich werden kann. Weitere Altlasten sind auf Bombardements im letzten Krieg, vor über 50 Jahren, zurückzuführen.
Innerhalb eines Jahrzehntes hat die Stadt Wien 20 Altlasten mit einem Gesamtaufwand von weit mehr als 150 Millionen Euro abgesichert oder saniert.

Verdachtsflächenkataster

In den letzten 200 Jahren hatten sich viele Firmen ihrer gefährlichen Rückstände einfach auf dem eigenen Grundstück entledigt. Andere Gefahrenquellen finden sich unter Grünflächen und Rosenhecken. Die ehemalige Mülldeponie nahe der heutigen UNO-City wurde zum Beispiel Anfang der Sechzigerjahre anlässlich der Wiener Internationalen Gartenbauausstellung 1964 von einer weitläufigen Parkanlage, dem so genannten Donaupark, bedeckt.

Durch Unfälle und Unzulänglichkeiten in manchen Betrieben entstanden weitere Altlasten. Die Fachleute der Magistratabteilung 45 - Wiener Gewässer hatten daher die Aufgabe, ein möglichst vollständiges Zustandsbild der Wiener Altlasten zusammenzutragen.

Erfassung der relevanten Daten

Durch intensive Auswertung von Luftbildern aus den letzten 60 Jahren und alter Stadtkarten bis ins vorige Jahrhundert gelang die Ausforschung von rund 250 Deponien und Anschüttungsflächen.

Eine weitere wichtige Quelle zur Erfassung vor allem von Altstandorten war der Historische Atlas der Stadt Wien. Für diesen wurden durch die Historiker topografische Karten zur Betriebsstättenverteilung während verschiedener Zeiten der letzten 150 Jahre erarbeitet. Auf diese Weise gelang die Entdeckung zahlreicher Industrie- und Gewerbestandorte, darunter Leuchtgasfabriken, Maschinenerzeuger, Walzwerke, Eisengießereien, Galvaniseure und andere. Zusätzlich wurden Daten aus Industrie- und Handelsverzeichnissen sowie aktuelle Daten der Wiener Wirtschaft verarbeitet.

Das computerunterstützte grafische Informationssystem (GIS) der Stadt Wien erleichterte die Sichtbarmachung und Zusammenführung mit weiteren wichtigen Daten, die für eine Erstbewertung und Klassifizierung der Verdachtsflächen notwendig sind, wie zum Beispiel:

  • Ergebnisse von weit mehr als 20.000 Bohrungen
  • Über 1.100 Grundwassermessstellen
  • Wasserrechte
  • Geologie
  • Nutzungen

Das Rechenzentrum der Wiener Stadtverwaltung verwendet dafür ArcInfo als Software.

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Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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