Infotafeln informieren über seltene Singvögel

Teiche und andere Kleingewässer sind Hotspots der Artenvielfalt. Die Nutzung zur Freizeit und Erholung soll mit dem Schutz der Artenvielfalt in Einklang gebracht werden.

Zwei Männer neben einer Infotafel

Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Stadt Wien und Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich

Der Wienerberg gehört zu den beliebtesten Wiener Naherholungsbereichen. Er bietet gleichzeitig wertvolle Naturschutzflächen.

Erholungssuchende erfahren auf neuen Infotafeln rund um den Wienerbergteich, welches Vogelparadies sich im Schilf und wilden Buschwerk versteckt. Im Hochsommer sind die Nester und Jungvögel oft unbewussten Störungen durch Badegäste sowie Sportfischerinnen und -fischer ausgesetzt. Das von BirdLife initiierte Informationssystem soll die Besucherinnen und Besucher des Erholungsgebiets für die Brutsaison sensibilisieren.

Größter Schilfbestand im Wiener Raum

Der künstlich angelegte Wienerbergteich ist aus einer ehemaligen Ziegelgrube hervorgegangen. Er weist den größten Schilfbestand im Wiener Raum auf. Das Schilf-Röhricht bietet Singvogelarten wie Drosselrohrsänger, Zwergdommel oder Rohrammer perfekte Nistmöglichkeiten. Die Halme dienen als Sitzwarte, Schlafplatz, Nahrungsreservoir und geben Deckung. Im Winter finden Vögel anderer Lebensräume hier Nahrung wie Samen des Schilfrohres oder überwinternde Insekten.

Ersatzlebensraum für Vögel

Trockenlegung von Feuchtgebieten, der Verlust von stabilen, alten Schilfhalmen oder auch menschliche Störungen am Brutplatz sind nur einige Ursachen, die in den letzten Jahren zu besorgniserregenden Bestandsrückgängen bei vielen an den Lebensraum Schilf gebundenen Vogelarten führten. Die meisten Stillgewässer in Österreich werden intensiv vom Menschen genutzt, wodurch oft Konflikte mit dem Vogelschutz entstehen. Andererseits sind es gerade die künstlich geschaffenen Wasserflächen, wie Fischteiche, Schottergruben und Erholungsgebiete, die Wasservögeln wie beispielsweise dem Haubentaucher einen wichtigen Ersatzlebensraum bieten.

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