Biosphärenpark Wienerwald - Erholungsgebiet in Wien

Eine Landschaft mit Wegen und blühenden Bäumen

Der Wienerwald stellt eine in Mitteleuropa einzigartige Kultur- und Naturlandschaft dar. Er ist durch seine reizvolle Landschaft sowohl ein bedeutendes Erholungsgebiet, als auch geschätztes Siedlungsgebiet.

Im Millenniumsjahr 2002 stellte sich die Frage, wie der Wienerwald künftig noch besser geschützt werden kann und wie die verschiedenen Nutzungsansprüche der Region Wienerwald harmonisch und nachhaltig in Einklang zu bringen sind.

Eine Machbarkeitsstudie, beauftragt von den Ländern Wien und Niederösterreich, zeigte, dass der sinnvollste und zweckmäßigste Schutzstatus für den Wienerwald nicht ein Nationalpark, sondern ein Biosphärenpark ist. Wien und Niederösterreich fassten daraufhin den Entschluss, gemeinsam an der Umsetzung, Planung und UNESCO-Anerkennung des insgesamt über 105.300 Hektar großen Biosphärenparks zu arbeiten.

Kultur- und Naturlandschaft Wienerwald

Wald und Wiese

Eine Vielfalt an Lebensräumen macht den Wienerwald zu einem Gebiet mit naturschutzrelevanter Bedeutung: Unterschiedliche Klimatypen und Gesteinsformen ermöglichen eine hohe Biodiversität an Tier- und Pflanzenarten.

Das "Offenland" mit seinen Äckern, Wiesen und Weiden, der Vielzahl an Landschaftselementen, wie Hecken oder Böschungen, und das Gewässernetz prägen den Wienerwald ebenso wie die ausgedehnten Buchenwälder. Die Erhaltung dieses Offenlandes ist von entscheidender Bedeutung. Sie ist nur durch die Aufrechterhaltung der regionalen Landwirtschaft möglich.

Die Verzahnung von Wald und Offenlandflächen macht den Wienerwald zu einem traditionellen Erholungsgebiet. Weiters bietet der Wienerwald eine Fülle an Kulturschätzen, die in einer einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft eingebettet sind.

Es bedarf eines umfassenden Schutzkonzeptes für den Wienerwald, um die verschiedenen Nutzungsansprüche mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Zu den Nutzungsansprüchen zählen Siedlungstätigkeit, Verkehr, forstwirtschaftliche Nutzung und Erholungsnutzung. Dies wird nun durch das Schutzprogramm Biosphärenpark erreicht.

Konzept eines Biosphärenparks

Biosphärenparks schützen Gebiete, die durch Natur- und Kulturlandschaften geprägt sind und die den Menschen der Umgebung die nötigen Rahmenbedingungen für ein Ressourcen schonendes und nachhaltiges Wirtschaften geben. Dem Naturschutz kommt dabei die gleiche Bedeutung zu wie der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region, sowie dem Erhalt kultureller Werte.

Das Schutzprogramm für Biosphärenparks wurde 1976 von der UNESCO gestartet. Nach diesem Programm müssen Biosphärenparks folgende Funktionen erfüllen:

  • Schutzfunktion
  • Entwicklungsfunktion
  • Forschungsfunktion Um diese Funktionen zu erfüllen, wird ein Biosphärenpark in drei Zonentypen strukturiert:
  • Kernzonen
  • Pflegezonen
  • Entwicklungszonen

Planung und Umsetzung

Bäume auf einer Wiese

Das von der UNESCO anerkannte Netzwerk Biosphärenpark umfasst heute weltweit 482 herausragende Gebiete in 102 Staaten. Im Juni 2005 wurde der Wienerwald von der UNESCO, im Rahmen des Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB), nach internationalen Kriterien als Biosphärenpark anerkannt. Die Planung und Umsetzung des Projektes "Biosphärenpark Wienerwald" führen die Länder Wien und Niederösterreich gemeinsam durch. Zur Koordination wurde das "Biosphärenpark Wienerwald Management" eingerichtet. Die ausführende Stelle für den Wiener Teil ist die Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49).


Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49)
Kontaktformular