Der Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis)

Weisser Falter mit dunklem Rand

Der Falter des Buchsbaumzünslers

Der Buchsbaumzünsler wurde in Wien erstmals 2010 festgestellt. Durch sein Schadpotenzial beinträchtigt dieser Schädling Buchsbaumkulturen. Für die erfolgreiche Bekämpfung ist die rechtzeitige Erkennung eines Befalles wichtig.

Wirtspflanzen

Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)


Entwicklungsstadien

Falter

Die Vorder- und Hinterflügel des abendaktiven Falters (Spannweite circa 44 Millimeter) sind auffällig weiß gefärbt und tragen einen dunklen Rand. Sie leben zumeist nur eine Woche und sitzen tagsüber oft auf der Blattunterseite anderer, benachbarter Pflanzen.

Eier

Zur Eiablage suchen die Weibchen die Buchspflanzen gezielt auf. Dort werden circa 20 linsenförmige, blass-gelbe Eier auf der Blattunterseite abgelegt. Kurz vor dem Raupenschlupf verfärben sie sich aufgrund der durchschimmernden Kopfkapsel deutlich dunkel.

Grüne Raupe auf Buchsbaum-Blätter

Der Buchsbaumzünsler im Raupenstadium

Raupe

Die drei bis fünf Zentimeter langen Raupen sind hellgrün mit schwarz-weiß-schwarzen Streifen jeweils seitlich am Rücken und weißen Borsten. Auffällig ist auch die schwarze Kopfkapsel der gefräßigen Tiere.

Schadbild

Die Fraßspuren sind vor allem an den Blättern erkennbar. Oft bleiben nur die Blattadern stehen, manchmal werden die Blätter ganz abgefressen. Eine Larve vertilgt bis zur Verpuppung zirka 45 Buchsblätter. Nach den Blättern werden die grünen Zweige und die Rinde abgefressen, sodass es zu Absterbeerscheinungen an den Triebspitzen kommt. Sehr auffällig sind die Gespinstnester mit vielen hellen Kotkrümeln. Es können ganze Pflanzen eingesponnen werden.

Die Biologie

Die Überwinterung erfolgt als Larve, geschützt in einem Kokon, an der Pflanze. Im Frühling wird die Fraßtätigkeit in Verbindung mit einer Gespinstbildung und Kotbildung wieder aufgenommen. In Wien ist davon auszugehen, dass bei günstigen Witterungsbedingungen bis zu drei Generationen pro Jahr auftreten können. Die Larven durchleben etwa sechs Wachstumsstadien. Nach einer sehr kurzen Verpuppungszeit von zirka zwei Wochen schlüpfen die ersten kurzlebigen Falter. Der Falter fliegt meist abends, unter Tags ist er meist unter Blättern zu finden. Er fliegt abends auch zum Licht. Nach der Paarung und der Eiablage beginnt ein neuer Zyklus.

Neben dem Buchsbaumpilz (Cylindrocladium buxicola) stellt der Buchsbaumzünsler eine Gefährdung für den Buchsbaum in Europa dar. Um zu prüfen, welchen Schaden dieses Insekt anrichtet, wurde der Buchsbaumzünsler als potentieller Quarantäneschadorganismus auf die Warnliste der EPPO (Europäische und Mediterrane Pflanzenschutzorganisation) gesetzt.

Bekämpfungsmöglichkeiten

Grüne Raupe und völlig zerfressene Blätter

Raupe mit Gespinst, Kotkrümeln und Fraßspuren

Durch Anbringen von Pheromonfallen können die ab Mitte März auftretenden männlichen Falter angelockt und mit dem Klebstoff der Leimtafeln gefangen werden. Mit dieser Maßnahme wird der Befallszeitpunkt sowie die Befallsstärke ermittelt, wodurch der optimale Bekämpfungszeitpunkt bestimmt werden kann.

Biologisch

Durch den Einsatz eines "Bacillus thuringiensis-Präparates" im Frühjahr besteht die Möglichkeit, die Anzahl der Raupen zu reduzieren. Weiters kann der aus den Samen des Neem-Baumes gewonnene Wirkstoff "Neem" zur Bekämpfung der Raupen eingesetzt werden.

Mechanisch

Die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers kann im Haus- und Kleingartenbereich durch Absammeln der Raupen und durch Herausschneiden der Gespinste erfolgen. Vorhandene Raupen, Puppen und Gespinste sind zu entfernen und zu vernichten, da aus den Puppen noch mehrere Tage später Schmetterlinge schlüpfen können.

Chemisch

Raupen in einem frühen Entwicklungsstadium können mit Neem-Präparaten bekämpft werden. Weiters können Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, die eine Zulassung für freifressende Raupen im Zierpflanzenbau besitzen. Die Bekämpfung sollte die Eindämmung des Schädlings als Ziel haben. Sie erfordert längerfristig eine sorgfältige, flächendeckende Befallsüberwachung der Buchsbäume. Der Pflanzenschutzmitteleinsatz hat in Wien durch berechtigte Anwenderinnen und Anwender gemäß den gültigen Bestimmungen des Pflanzenschutzmittelgesetzes zu erfolgen.

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