Die Kastanienminiermotte
Der in Oberösterreich 1989 erstmals beobachtete Kleinschmetterling (lateinisch Cameraria ohridella) hat innerhalb weniger Jahre praktisch alle Rosskastanienbäume (Aesculus hippocastanum) Österreichs befallen. In Wien wurden die ersten Schadsymptome 1993 festgestellt.
Die Eiablage des Schmetterlings erfolgt am Blatt, die daraus schlüpfende Larve frisst sich ins Innere und höhlt das Kastanienblatt aus. Im Laufe eines Jahres entwickeln sich so drei Generationen. Das Blatt vertrocknet, wird braun, bereits im Sommer kommt es zum Blattfall, was den Baum schwächt. Manchmal erfolgen noch im Spätherbst ein kurzfristiger Neuaustrieb und eine Blütenbildung. Ein direktes Absterben des Baumes durch die Motte konnte jedoch nicht beobachtet werden.
Bekämpfungsmaßnahmen
Natürliche Gegenspieler
Leider hat die Miniermotte nur wenige natürliche Feinde, wie zum Beispiel Schlupf- und Erzwespen. An der Aufzucht solcher Gegenspieler wird jedenfalls gearbeitet. Ein flächendeckender Einsatz ist noch nicht möglich.
Rasches Entfernen des Falllaubes
Im Falllaub überwintert der Schädling im Puppenstadium. Rasches Entfernen und Kompostieren des Falllaubes dezimiert die nächstjährige Mottengeneration. Allein reicht diese Maßnahme jedoch nicht aus.
Dimilin
Die Wiener Stadtgärten haben in den letzten Jahren das Pflanzenschutzmittel Dimilin erfolgreich erprobt. Dieses Sprühpräparat führt zum Absterben der Miniermottenlarven. Es ist aber für Menschen und Haustiere sowie für Vögel und Bienen ungefährlich. Auch Autolacke werden davon nicht angegriffen.
Der Dimilin-Einsatz muss alljährlich vom Lebensministerium genehmigt werden. 2007 wurden rund 8.000 Kastanienbäume (Aesculus hippocastanum) mit Dimilin-Blattsprühungen gegen die Miniermotte behandelt, vor allem in der Prater Hauptallee, aber auch an anderen "stadtbildrelevanten Plätzen".
Das Pflanzenschutzreferat der Wiener Stadtgärten informiert darüber, wann und an welchen Orten mit Dimilin gesprüht wird.
Kontakt
E-Mail: post@ma42.wien.gv.at
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