Kompostierung und Verwendung der biogenen Abfälle

Die in Wien gesammelten Bioabfälle werden zuerst in der Abfallbehandlungsanlage (48er-Zelt) von Verunreinigungen befreit, zerkleinert und vermischt. Dadurch kann jeweils ein optimales Verhältnis aus feuchten biogenen Abfällen sowie zerkleinertem Baum- und Strauchschnitt hergestellt werden. Die Kompostierung selbst findet im Kompostwerk Lobau statt.

Die Verwertung erfolgt im Zuge der Ausbringung von reifem, an Nähr- und Humusstoffen reichem Kompost, auf die Felder der Abteilung Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49) sowie auf die Böden der Wiener Privatgärten und Gärtnereibetriebe. Zu diesem Zweck gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) und den Wiener Landwirtschaftsbetrieben und sonstigen Kompostanwenderinnen und -anwendern. Ziel ist einerseits, die Bioabfallwirtschaft der Stadt Wien langfristig zu sichern. Andererseits soll der Wiener Landwirtschaft geholfen werden, auf den biologischen Landbau umzustellen. Die Kompostanwendung erfolgt unter einer ständigen wissenschaftlichen Betreuung durch die Bioforschung Austria (ehemals Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau und angewandte Ökologie).

Verwendung des Komposts

Die Natur zeigt am Beispiel von Boden und Pflanze ein nahezu perfektes Recycling-Modell. Jeder Eingriff in das Ökosystem, wie einseitige Bodenbearbeitung, Monokulturen oder Entzug von organischer Erntemasse, verändert dieses Gleichgewicht. Der Humusschwund beträgt im Wiener Bereich zwei bis vier Tonnen pro Hektar und Jahr. Komposte aus organischen Abfällen gleichen dies nicht nur aus, sie dienen auch als Nährstoffträger beziehungsweise als Düngemittel, wenn auch mit einer anderen Wirkung als mineralischer Dünger.

Stadt Wien

Die MA 49 ist in der besonderen Lage, 1.800 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zu verwalten. Somit ergibt sich die Chance, auf diesen Flächen die Kompostwirtschaft und ein stadtinternes kreislaufwirtschaftliches Konzept zu etablieren. Angestrebt wird eine kontinuierliche Umstellung der Wiener Betriebe auf die biologische Landwirtschaft. Der Kompostbedarf in diesem Bereich wird auf rund 25.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Weitere Anwendungsgebiete liegen im Bereich der Forstverwaltung (Lainz, Hirschwang) und den Parks und Gärten der Wiener Stadtgärten (MA 42).

Wiener Bürgerinnen und Bürger

Bis zu 15.000 Tonnen Wiener Kompost aus biogenem Abfall werden jährlich über die Mistplätze und Kleingartenvereine an private Personen gratis abgegeben.

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Bernhard Ratz (Magistratsabteilung 48)
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